Freitag, 26. November 2010

Die Vorbereitungen laufen ... langsam

Resümee nach einer kurzen Durchsicht des Geschwurpsels: Es sind immer die Kleinigkeiten, die einem eine Warnung sein sollten ... Zwei Posts der Kategorie "Zurück aus ..." und zwei Posts der Kategorie "Immerhin ..." in dichter Folge, dazu geradezu wortkarge Titel - wie war das doch gleich? Im Alter folgt der Geist eben eingefahrenen Bahnen?

Nein, ich bin nicht alt. Ich fühle mich höchstens alt. Ist wohl eine Zivilisationskrankheit. Bei der Zivilisation auch kein Wunder ...

Ansonsten stricke ich an Neuigkeiten, um die Durststrecke endlich zu beenden.

Dienstag, 16. November 2010

Giganten

Ich hatte heute das besondere Vergnügen eines Besuchs in der Endausstattung des Airbus A380 - es gibt Kontakte akademischer Natur, die auch einem Sprössling der "Automobilen Industrie" manchmal in Gefilde führt, die etwas dichter an den eigenen Jugendträumen angesiedelt sind. Man könnte ja viel über Technik, Wissenschaft und ihre Rollen in der Gesellschaft diskutieren - speziell die industrielle Ausprägung oder die allgegenwärtige "Auftragsforschung" - aber nichts desto trotz muss ich feststellen: Es ist schon beeindruckend, was sich da in die Lüfte erhebt. Aus der Ferne eines Flughafens betrachtet, wirkt dieses Flugzeug zwar groß, aber nicht wirklich gigantisch - doch genau das ist der A380, wenn man direkt unter ihm steht und feststellt, dass jedes Triebwerk den Durchmesser eines Kurzstreckenjets besitzt. Airbus bietet Führungen an, und wer nach Hamburg kommt, der sollte die Gelegenheit beim Schopfe ergreifen und sich diese Meisterleistung einmal aus der Nähe ansehen. Manchmal tut es wirklich gut, mit dem Produkt jener alltäglichen Kämpfe konfrontiert zu werden, die uns in der Branche flächendeckend beschäftigen - der Zwang zu Innovationen, die technische Risiken, die Ausgereiftheit von Entwicklungsständen, über viele Länder verteilte Projektteams, Prozeduren und Spezifikationen vom Ausmaß mehrerer Telefonbücher, Zeitmangel, Geldmangel, Personalmangel, Marktunsicherheiten - aber am Ende funktioniert es doch. Und die Kollegen grinsen still in sich hinein, wenn wir mit offenen Mündern dastehen und uns fragen, wie in aller Welt man eine solche Entwicklung am Ende in die Luft bringen konnte.
Ach, und der kleine Brunder der A380 hat uns dann auch ganz brav wieder von Hamburg nach Hause gebracht - unauffällig und ohne Fehl und Tadel, wie es jeder Ingenieur gerne sieht.

Freitag, 12. November 2010

Blechkameraden

Neulich gab es im Perry Rhodan Forum eine interessante Diskussion über künstliches Leben - und zwar im Sinne der Frage, wann (und wie) ein künstliches Objekt "lebendig" wird, indem es sich eine eigene Seele zulegt, oder zumindest doch einen Verstand - womit die Sache für mich bereits unklar wird: wo soll(te) man denn nun diese Grenze überhaupt suchen oder ziehen? Über diesen und viele andere Aspekte dieser Thematik könnte man natürlich seitenlang diskutieren (und hauptsächlich spekulieren), was im Forum auch getan wurde und deshalb hier nicht widerholt werden soll. Es hat mich aber sehr an meine eigenen Anfänge im Bereich Science Fiction Ende der 70er Jahre erinnert, als mich die mit Gehirnen ausgerüsteten Schiffe des Mark Brandis ebenso faszinierten wie die Posbis der Perry Rhodan-Serie. In meinen drei ersten (veröffentlichten) Kurzgeschichten ging es denn auch um einen Roboter, der die Welt verbessern wollte, einen, der an ihr Verzweifelte und sich in den Tod stürzte, und einen Computer, der die Rolle eines Menschen erschleicht, um das Leiden eines solchen zu lindern ... Bis heute hat mich die Fragestellung nie so ganz ganz losgelassen, was Leser der ATLAN-Taschenbuchreihe bei FanPro (Monolith-Zyklus) vielleicht an der Figur des Calipher bzw. Calipher-SIM bzw. Calipher-Geist erahnen können.
Wenn es aber einen solchen der Künstlichkeit entstiegen Geist gäbe - was würde er tun? Alles besser machen als wir? Resignieren? Oder einfach so tun, als wäre er auch nur ein Mensch?

Papiertiger

Ich weiß nicht, ob die folgenden beiden Meldungen etwas über die Zukunft der Menschheit im All aussagen oder nicht, aber unterhaltsam finde ich sie trotzdem:
Das britische Fluggerät Vulture-1 hat erstmalig erfolgreich Bilder vom Rand des Weltalls übermittelt und diese Mission auch unbeschädigt abgeschlossen.
Ich weiß, das klingt jetzt nicht gerade aufregend, aber Vulture-1 ist keine Rakete und auch kein Höhenaufklärer, ist kein Geisteskind von Burt Rutan (Spaceship One) oder Elon Musk (Falcon 9), sondern ein ... Papierflugzeug. Aus - eben. Aus Papier. Etwas überdimensioniert, aber doch nur aus Papier. Damit wurde der erste Meilenstein des internationalen Unternehmens Paper Aircraft Released In Space (PARIS) erfolgreich absolviert, der auf eine japanische Initiative zurückgeht (genannt: Wir werfen Papierflieger aus der internationalen Raumstation ISS und lassen uns überraschen).
Sind das die Anfänge einer ganz neuen Technologie? Es könnte uns einiges bevorstehen, insbesondere, wenn man noch die zweite Meldung hinzunimmt: Diesmal geht es um leichtgewichtige Bauelemente für Raumstationen und Raumschiffe, die im All aus - nein, nicht aus Papier, sondern aus Rohstoffen gefertigt werden, die als platzsparendes Granulat von der Erde oder theoretisch auch dem Mond geliefert werden. Hintergrund sind bahnbrechende Weiterentwicklungen im Bereich des 3D-Drucks von komplexen mechanischen Baugruppen. Die neugegründete Firma Made in Space scheint ernsthaft gewillt zu sein, diesen revolutionären Ansatz in die Tat umzusetzen und sammelt derzeitig die benötigten Geldmittel ein, um einen ersten Drucker auf der ISS zu installieren.
Einen gewissen Charme kann man der Idee nicht absprechen. Immerhin besteht die Zukunft im Erfolgsfall dann nicht nur aus ... (politischem) Papier.