Dienstag, 16. November 2010

Giganten

Ich hatte heute das besondere Vergnügen eines Besuchs in der Endausstattung des Airbus A380 - es gibt Kontakte akademischer Natur, die auch einem Sprössling der "Automobilen Industrie" manchmal in Gefilde führt, die etwas dichter an den eigenen Jugendträumen angesiedelt sind. Man könnte ja viel über Technik, Wissenschaft und ihre Rollen in der Gesellschaft diskutieren - speziell die industrielle Ausprägung oder die allgegenwärtige "Auftragsforschung" - aber nichts desto trotz muss ich feststellen: Es ist schon beeindruckend, was sich da in die Lüfte erhebt. Aus der Ferne eines Flughafens betrachtet, wirkt dieses Flugzeug zwar groß, aber nicht wirklich gigantisch - doch genau das ist der A380, wenn man direkt unter ihm steht und feststellt, dass jedes Triebwerk den Durchmesser eines Kurzstreckenjets besitzt. Airbus bietet Führungen an, und wer nach Hamburg kommt, der sollte die Gelegenheit beim Schopfe ergreifen und sich diese Meisterleistung einmal aus der Nähe ansehen. Manchmal tut es wirklich gut, mit dem Produkt jener alltäglichen Kämpfe konfrontiert zu werden, die uns in der Branche flächendeckend beschäftigen - der Zwang zu Innovationen, die technische Risiken, die Ausgereiftheit von Entwicklungsständen, über viele Länder verteilte Projektteams, Prozeduren und Spezifikationen vom Ausmaß mehrerer Telefonbücher, Zeitmangel, Geldmangel, Personalmangel, Marktunsicherheiten - aber am Ende funktioniert es doch. Und die Kollegen grinsen still in sich hinein, wenn wir mit offenen Mündern dastehen und uns fragen, wie in aller Welt man eine solche Entwicklung am Ende in die Luft bringen konnte.
Ach, und der kleine Brunder der A380 hat uns dann auch ganz brav wieder von Hamburg nach Hause gebracht - unauffällig und ohne Fehl und Tadel, wie es jeder Ingenieur gerne sieht.

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