Freitag, 12. November 2010

Papiertiger

Ich weiß nicht, ob die folgenden beiden Meldungen etwas über die Zukunft der Menschheit im All aussagen oder nicht, aber unterhaltsam finde ich sie trotzdem:
Das britische Fluggerät Vulture-1 hat erstmalig erfolgreich Bilder vom Rand des Weltalls übermittelt und diese Mission auch unbeschädigt abgeschlossen.
Ich weiß, das klingt jetzt nicht gerade aufregend, aber Vulture-1 ist keine Rakete und auch kein Höhenaufklärer, ist kein Geisteskind von Burt Rutan (Spaceship One) oder Elon Musk (Falcon 9), sondern ein ... Papierflugzeug. Aus - eben. Aus Papier. Etwas überdimensioniert, aber doch nur aus Papier. Damit wurde der erste Meilenstein des internationalen Unternehmens Paper Aircraft Released In Space (PARIS) erfolgreich absolviert, der auf eine japanische Initiative zurückgeht (genannt: Wir werfen Papierflieger aus der internationalen Raumstation ISS und lassen uns überraschen).
Sind das die Anfänge einer ganz neuen Technologie? Es könnte uns einiges bevorstehen, insbesondere, wenn man noch die zweite Meldung hinzunimmt: Diesmal geht es um leichtgewichtige Bauelemente für Raumstationen und Raumschiffe, die im All aus - nein, nicht aus Papier, sondern aus Rohstoffen gefertigt werden, die als platzsparendes Granulat von der Erde oder theoretisch auch dem Mond geliefert werden. Hintergrund sind bahnbrechende Weiterentwicklungen im Bereich des 3D-Drucks von komplexen mechanischen Baugruppen. Die neugegründete Firma Made in Space scheint ernsthaft gewillt zu sein, diesen revolutionären Ansatz in die Tat umzusetzen und sammelt derzeitig die benötigten Geldmittel ein, um einen ersten Drucker auf der ISS zu installieren.
Einen gewissen Charme kann man der Idee nicht absprechen. Immerhin besteht die Zukunft im Erfolgsfall dann nicht nur aus ... (politischem) Papier.

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