Mittwoch, 15. Dezember 2010

Zuckerwatte in der Luft - YouTube & Co.

Es war im Sommer 2009, als mich eine Fügung der modernen Industriewelt überraschend für einen Tag in die USA verschlug - eine einzigartige Gelegenheit für technische Gespräche, die nicht ungenutzt verstreichen durfte.

Der Flug war chaotisch. Unter anderem fehlten, als die 747 in Amsterdam vom Gate ging, noch die Kollegen, die alle wichtigen Informationen - welches Hotel, wo findet das Treffen statt, mit wem denn eigentlich genau, usw. - in den Taschen respektive Köpfen hatten. Nur eine Nachricht auf meiner Mailbox führte mich schließlich ins richtige Hotel (Danke, Daniela!), das Hyatt Regency in Detroit/Dearborn, gleich neben Ford (gut, ganz Detroit ist "gleich neben Ford"). Aber das Zimmer war schön und groß.

Dann kamen Anspannung und Jetlag durch. Trotz Müdigkeit war an Schlaf nicht zu denken. Draußen schien die Sonne ... Außerdem ist ein riesiges Hotel, das man praktisch für sich alleine hat, langweilig bis deprimierend. Und alleine auf Reisen zu gehen, war ich auch nicht mehr gewohnt. Was tun also - die Bar?

Schließlich folgte ich meiner alten Gewohnheit, die Umgebung zu Fuß zu erkunden. Das hat in meiner einstigen "Wahlheimat" Südafrika schon für reichlich Kopfschütteln gesorgt, und nicht weniger in den USA - ein Blick in GoogleEarth zeigt sofort, warum: Außer dem Hotel und einer gigantischen Mall im Zentrum eines nahezu unendlichen Parkplatzes (ok, und ein paar Bäumen) gibt es rings um das Hyatt nichts, was man einfach so zu Fuß erreichen könnte (außer Ford).

Aber die Luft war herrlich warum und roch aus unbekannten Gründen tatsächlich nach Zuckerwatte, was in Kombination mit meiner Müdigkeit wohl meine - hah! - Abenteuerlust geweckt hat. Außerdem hörte ich, von irgendwo her, Musik ...

Die Spur führte mich zu einem richtig hübschen Restaurant ("The Big Fish") voller quirliger, junger Leute und mit einem reichlichen Vorrat an eiskaltem Bier (ich liebe es). Im Ausland kommt man meistens schnell mit den Leuten ins Gespräch, so auch hier, an der Freiluft-Bar, wo eine richtig gute kleine Band spielte. Fischbällchen auf Tellern wanderten umher, noch mehr Bier floss; einer löste sich aus der Runde, denn er war der Gitarrist der Band, und seine Pause war vorbei. Der Abend war kurzweilig und richtig nett; die USA kramten trotz der Krise, die damals schon richtige Breschen in Detroit schlug, all ihre Gastfreundschaft heraus, und der müde Gast aus "good ole Europe" fühlte sich pudelwohl.

Fast genau ein Jahr später entstand am gleichen Ort das folgende YouTube-Video. Übrigens, wer typisches BluesRockBalladenZeugs mit guter Instrumentierung mag, dem empfehle ich den Song "Bob's Tavern" von Pat Brennan - das war der Keyboarder; mein "Bierkumpel" Dan spielt darauf die Gitarre, und der Saxophonist - nun der mache durchgehend Musik und hatte kaum Zeit zum Bier trinken ...



PS: Ich nenne zwar das gleiche Keyboard mein Eigen, aber damit hören auch schon die Parallelen auf ...

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