Dienstag, 24. Mai 2011

Verrücktes Zeugs der Gegenwart Teil 4 - Blender

Immer wieder bin ich fasziniert davon, was die Open Source-Gemeinschaft auf nicht-kommerzieller Basis so alles an Programmen und Tools hervorbringt. Darunter sind Schmuckstücke, die man sich ansonsten niemals würde leisten können - wer kann beispielsweise Tausende von Euros erübrigen, nur um die Bilder in seinem Kopf in Form von professionellen Renderings und Animationen zu "erschaffen"? - kaum jemand, vermute ich (umso schmerzlicher ist das, wenn die Perry Rhodan-Redaktion zum Weltcon einen Wettbewerb im Amateurfilmbereich auslotet, und man selbst höchstens, HÖCHSTENS etwas Musik beisteuern kann - wonach natürlich wieder niemand fragt ...)

Aber dann kam Blender. 3D-Design, Rendering, komplexe Animation - alles aus einer Hand. Und das kostenlos! Gut, ich habe zuerst eine etwas ältere Version erwischt, die in der Bedienung grauenhaft ist und eine völlige Neuprogrammierung des Windows-geschulten Verstandes benötigt, um auch nur ein einziges Objekt auf den Bildschirm zu zaubern. Aber dann kam Version 2.57b, und die ist wirklich cool. Flugs ein Ziel gesetzt: eine Space-Jet in Tsunami-Konfiguration, wie von Christoph Anczykowski gezeichnet muss es schon sein (erstmal ist diese Zeichnung wie alle seine Zeichnungen einfach Klasse, und obendrein ist er selbst auch noch sehr nett, was eine "Verbeugung" umso leichter macht). Also ran ans Werk. Auch 2.57b erfordert etwas Einarbeitung - sprich: Ich als alter Manuals-Verweigerer (habe schließlich selbst lange Zeit programmiert und kann mich daher von Amts wegen etwas in die Denke eines Programmierers einfinden - dachte ich wenigstens bislang) sitze stundenlang vor absolut toll gemachten Video-Tutorials, um hinter die Kniffe und Tricks zu kommen, und nerve meine Umgebung dabei mit wilden Mausbewegungen und gelegentlichen schrillen Schreien.

Aber es geht in Blender nahezu alles, was man sich so wünscht. "The sky is the limit", wie die Engländer sagen (ok, und der "Sky" ist tatsächlich eine Herausforderung).  Einfach toll! Interessanterweise gibt es neben den kostenfreien Amateur-Tutorials sogar eine kleine Industrie, die von Blenders Kompliziertheit lebt, denn Blender scheint unter Studenten der CGA nicht unbekannt zu sein, und selbst die benötigen anscheinend Jahre, um hinter alle Möglichkeiten zu kommen (ich schweife ab: ein Denkkonzept von Blender werden wir wohl in ein völlig bodenständiges Projekt in meiner völlig bodenständigen Firma übernehmen). Aber das macht nichts, denn wenn man erst einmal die Grundlagen intus hat, macht es wirklich Spaß.

Hier also ein Screenshot besagter Space-Jet, im Anflug vor dem Hintergrund des Bayrischen Walds. Die Animation folgt, sobald ich die Musik gebastelt habe bei Youtube.



Wer sich selbst einmal daran versuchen möchte: www.blender.org

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