Donnerstag, 29. September 2011

Verrücktes Zeugs der Gegenwart Teil 7 - SpaceX wiederverwendet

Es gibt Geschichten, die scheinen einer anderen Welt entsprungen zu sein. Die von SpaceX ist ein Beispiel: Verlacht und immer wieder in Frage gestellt, ist es der (anfangs) kleinen Firma von Elon Musk innerhalb weniger Jahre gelungen, mit der Falcon 1 ein Satellitentransportsystem auf die Rampe zu stellen und, nach einigen Fehlschlägen, allerdings ohne die für Raketenbauer fast schon obligatorische Explosion, in den Orbit zu schießen. Es war das erste Mal, dass dies einem nichtstaatlichen Unternehmen geglückt ist. Kurz darauf brachten sie die viel, viel größere Falcon 9 an den Start - und wieder gelang das Unternehmen. Aber damit nicht genug: Parallel zu Falcon 1 und Falcon 9 wurde auch eine Raumkapsel entwickelt, ein unbemannter Raumtransporter mit der Fähigkeit zur Rückkehr zur Erde. "Dragon" flog erfolgreich, inklusive einer hübschen Wasserung (der Käse an Bord überstand den Flug unbeschadet) und wiederholte damit eine Leistung, die sonst gerade einmal die Amerikaner, die Russen und die Chinesen zustande bringen - Nationen, die ganz sicher auf weitaus größere finanzielle und technische Ressourcen zurückgreifen können, als eine kleine Privatfirma.
Getragen vom Erfolg, der sich hoffentlich wiederholen lässt, was den Beginn regelmässiger Versorgungsflüge zur ISS bedeuten würde - ging SpaceX sofort das Thema einer bemannten Kapsel an. Basierend auf der unbemannten, wiederverwendbaren Dragon-Kapsel kann man natürlich nicht einfach nur die (uralt-) Technik der oben angeführten Nationen kopieren - nein, die finanzielle Schwachstelle dieser Klasse von Raumfahrtzeugen (Apollo, Sojuz, Shenzen) war rasch identifiziert: Das Rettungssystem, eine eigene Rakete am oberen Ende der Kapsel. Wie zwei Vorfälle mit der russischen Sojuz zeigten (ein Rettungsmanöver nach einem abgebrochenen Start, eines nach einem Triebwerksproblem mit der zweiten Stufe - beide Crews überlebten), funktioniert dieses System zwar sehr gut, muss aber, und das ist das Problem, irgendwann aus Gründen der Aerodynamik abgesprengt werden - man hat eine Menge Gewicht umsonst mit sich herumgeschleppt, und obendrein eine Menge Geld einfach weggeworfen.
Während Europa noch über Sinn und Zweck bemannter Systeme grübelt, ging SpaceX mit hochgekrempelten Ärmeln eine grundsätzlich andere Art von Rettungssystem an, das die Kapsel von hinten antreibt (bezeichnet als "Pusher"-Konfiguration). Freilich bleibt auch bei dieser Lösung das Problem des unnützen Mehrgewichts erhalten. Also beschloss man kurzerhand, diese Triebwerke auch für eine gesteuerte Landung einzusetzen - wenn alles glatt ging, wurden sie vorher ja nicht benutzt, und wenn nicht, benötigt man sie sowieso zur Landung. Man hatte dies im Rahmen des Programms "Delta-Clipper" untersucht, aber die Entwicklungslinie wegen Geldmangel aufgegeben. SpaceX allerdings scheint Fortschritte zu machen, nicht nur darin, die Konkurrenz wieder einmal zu düpieren.
Aber die Entwicklung leistungsstärkerer Triebwerke, einer bemannten Kapsel mit "Pusher"-Rettungssystem und der Fähigkeit zur gesteuerten Landung sowie die laufenden Vorbereitungen zur nächsten Demonstrationsmission zur ISS scheint die Mannschaft von SpaceX noch längst nicht auszufüllen. Als nächstes ließ man verlauten, 2012 eine Schwerlastrakete bestehend aus drei gekoppelten Falcon-9 an den Start zu bringen. Äußerlich einer Ariane-V nicht unähnlich, steckt der Unterschied im Detail: Statt auf die üblichen Feststoffboostern, die, einmal gezündet, auf Gedeih und Verderb bis zum bitteren Ende brennen müssen, setzt man auf die Flüssigkeitstriebwerke der Falcon 9. Um die Leistungsfähigkeit zu erhöhen, sind aber die Tanks der drei Einheiten miteinander gekoppelt, was die zentrale Stufe nach Abwurf der beiden Booster sozusagen "mit vollen Tanks" ins Rennen schickt; das gab es einmal bei einer russischen Rakete (ich glaube, es war die wenig erfolgreiche N1 in den 60er Jahren), aber seitdem hat sich niemand mehr an das Prinzip des "Cross-Feedings" herangetraut.
Ich nehme an, die Konkurrenz wird langsam ärgerlich. Laut Medienberichten haben die Arbeiten am neuen Startkomplex bereits begonnen - die Jungs und Mädels buddeln schon die Startlöcher, was sie vermutlich nicht tun würden, würde man bei der Technik der Rakete keine Fortschritte machen.
Was aber soll nun das "wiederverwendet" im Threat-Titel bedeuten? Ganz einfach: Heute ließ SpaceX verlauten, wie ihre Pläne für die Zukunft der Firma und der Raumfahrt aussehen. Ein Video unter http://www.spacex.com/npc-luncheon-elon-musk.php zeigt den Ablauf: Falcon 9 besteht darin plötzlich aus einer rückflugfähigen und landefähigen Hauptstufe inklusive Landebeinen, sowie einer Oberstufe ebenfalls mit Landebeinen und einem PICA-X Hitzeschild. Eine solcherart voll wiederverwendbare Trägerrakete (Dragon selbst ist ebenfalls wiederverwendbar) hätte gewaltige Auswirkungen auf die Raumfahrt: Die Kosten für Treibstoff sind bei weitem nicht mit den Kosten für das Fahrzeug zu vergleichen; selbst wenn nach der Rückkehr umfangreiche Reparaturen nötig wären, würden die Kosten auf möglicherweise 10-20% des heutigen Preisniveaus fallen ... SpaceX hat bereits Antrag gestellt, die nötigen Technologien an seinem Standort in Texas zu erproben. Sie machen ernst, die Leute von Elon Musk.
Jedenfalls beflügeln sie die Phantasie nicht nur von SF-Fans, die in Zeiten der Mondlandungen aufgewachsen sind. Bleibt nur zu hoffen, dass sich SpaceX mit diesem Programm nicht verhoben hat - denn solten sie erfolgreich sein muss ich vielleicht nicht mehr 488 Jahre auf eine Reise zu Robert Bigelows Touristen-Raumstation sparen, sondern nur noch ... ach, was soll's!

Montag, 26. September 2011

Perry Rhodan Weltcon-Programm

Heute wurde es offiziell: Das Programm des Perry Rhodan-Weltcons nächstes Wochenende in Mannheim steht fest. Wer sich für Atlan und sein weiteres Schicksal interessiert:

Samstag, 01.10.2011 um 17:00 im Musensaal:

ATLAN – Neues vom Kristallprinzen
Mit Sabine Kropp,Hans Kneifel, Götz Roderer, ArndtDrechsler, Rainer Castor;
Moderation: Rüdiger Schäfer

Man sieht sich!

Freitag, 23. September 2011

Verrücktes Zeug der Gegenwart Teil 6 - Alles an einem Tag ...

An manchen Tagen überschlagen sich die Neuigkeiten in der Presse ... sogar für jemanden wie mich, den die Ereignisse während der aktuellen Casting-Show kaum tangieren, und der die Verwirrungen der aktuellen politischen Schaubühne allmählich leid ist. Nein, an manchen Tagen gibt es wissenschaftliche Neuigkeiten, über die man lange nachdenken könnte. Heute trudelten sogar derlei zwei ein:

Es begann mit Neutrinos, die sich einfach mal eben schneller bewegen als das Licht (also Photonen), auch wenn der Vorsprung nicht gerade groß ausfällt - ein paar Nanosekunden (ca. 60, um genau zu sein ;-) bei einer Flugzeit von 2.4 Millisekunden. Das sind Welten, die geeignete Messapparatur vorausgesetzt. Der Effekt könnte alle möglichen Gründe haben, manche davon kaum geeignet, um sich damit einen Nobelpreis zu verdienen, aber die Verzweiflung der beteiligten Wissenschaftler am CERN und in Gran Sasso scheint doch groß genug zu sein, um sich mit der Bitte um Verifikation an die wissenschaftliche Welt zu wenden. Das ist prinzipiell ein Standard-Verfahren (jedenfalls außerhalb der Klimawissenschaften, die lieber auf ihren Daten hocken bleiben und magische Formeln murmeln), denn das ist es, was früher oder später irgend eine andere Forschungsgruppe sowieso tun wird, und wenn sie selbst über Jahre hinweg das Experiment nachstellen müssten: Hinweise auf gänzlich unerwartete Phänomene werden ebenso pedantisch unter die Lupe genommen, wie man sich der Bestimmung der nächstkleineren Dezimalstelle von Naturkonstanten widmet, und sei es ein ruhmreiches Leben lang. Diese Leute stehen also vor dem Problem, entweder etwas "großes" entdeckt, oder einen noch gigantischeren Fehler übersehen zu haben - nach einem Jahr, in dem sie sich wohl mit kaum etwas anderem beschäftigt haben dürften, als alle möglichen Fehlerquellen zu finden und aus ihren Ergebnissen zu eliminieren ... Aber was, wenn es kein Fehler war? Was könnte dann der Grund sein? Wenn ich dazu eine Spekulation abgeben könnte, die der (theoretischen) Wahrheit auch nur halbwegs und ein klein wenig nahe kommt, dann hätte ich mein Leben besser in den Katakomben des CERN verbracht, weil ich dann nämlich ein wahnsinnig toller Physiker wäre. Denn sollten diese Dinger tatsächlich die Barriere der Lichtgeschwindigkeit in Frage stellen, so dürfte der Grund dafür kaum in bisher übersehenen Aspekten der altbekannten Theorien liegen, sondern weit jenseits davon, in den Zonen, die man Stand heute als Zone des "Unwissens" bezeichnen muss ("Schafft Wissen"). Was wohl in den Köpfen der beteiligten Wissenschaftler gerade ablaufen mag??

Obwohl - zumindest diese Frage könnte bald geklärt werden. Ob sie es wollen oder nicht. Denn nicht nur die Sache mit den Neutrinos gibt es heute zu vermelden, nein: Da gab es auch noch die Nachricht, dass es Jack Gallant am University College in Berkeley gelungen ist, die Gehirnströme eines Probanden mit einer solchen Auflösung und Genauigkeit auszulesen, dass man aus ihnen Bilder rekonstruieren konnte, die einem dem Probanden vorgeführten Film entstammten. In phantastisch! (und später in Faszinierende Wissenschafte") hatte ich mich dem Thema schon einmal gewidmet, wobei man damals gerade so herausfinden konnte, ob der Proband gerade senkrechte oder waagrechte Linien sah - aber das ist ein Problem ganz ähnlich dem des Übergangs vom Schwarz-Weiß-Fernsehen ("Enterprise") zum HDTV (ebenfalls "Enterprise", aber Uhura kommt einfach schärfer heraus) - also ein primär technisches Problem, und kein wissenschaftliches (kommt Zeit, kommt Ingenieur).

Ah, manchmal denke ich, ich sollte doch mal wieder einen Artikel dazu schreiben. Fehlt nur noch die Erfindung der "Zeitschindungsmaschine" - aus 24 mach 48 Stunden, wirksam aber nur zwischen 19:00 und 08:00 Uhr.

Donnerstag, 15. September 2011

Verrücktes Zeugs der Gegenwart Teil 5 - Handys

Es ist spät. Allmählich reichlich spät sogar, wenn ich bedenke, dass ich um 5 Uhr aufstehen und mich zum Bahnhof bewegen muss, um mich in das Mekka des Elektromobilitätsgedönses dieser Tage zu begeben, ganz sachlich selbstverständlich und mit Krawatte. Und was tue ich? Seit 2 1/2 Stunden beobachte ich mein funkelniegelnagelneues Handy dabei, wie es versucht, den neuesten Sicherheitsupdate aufzuspielen, wohlgemerkt am Tag 0.2 seit Erhalt durch die Hand unseres versierten Handy-IT-Experten, der sein Bestes getan hat, um in kürzester Zeit all unsere Wünsche zu erfüllen (es kam eine ganze Wagenladung dieser Dinger an, kurz vor "Dienstschluss", und wie der Teufel so will, begibt sich die praktisch komplette Wagenladung der ehrfurchtsvollen Neubesitzer, allesamt eher von der "ich manage-das-jetzt-mal-aus-dem-Weg ... Bitte"-Riege, mit mir auf besagte Dienstreise und "wollte die Zeit im Zug nutzen, um mit diesem neumodischen Zeugs zu üben" - Zitat des Kollegen: "Keine Hektik, machen Sie einfach meines zuerst fertig). Dazu gehören natürlich Internet, Geo-Dienste, Mails abrufen, "wo photographiert man da eigentlich" und die ganze Liste moderner Features, ohne die der Mensch einfach nicht mehr existieren kann. Zwar residiert das Ding noch in der Tasche, aber das allgewaltige Wikipedia ist nun jederzeit verfügbar, wenn man sich denn telefonierenderweise und blind für die Umwelt verlaufen hat und plötzlich irgendwelche Fossilien identifizieren will, während der Routenplaner den Fußweg von hier nach Brake berechnet (das ist bei Bremerhaven, sollte das jemand wissen wollen. Es sind viele, viele Stunden). Wir leben wirklich im Zeitalter der Information, auch wenn diese Information noch mit gespitzem Fingern über Touchpads eingegeben werden will, und das Herauslesen wichtiger Fakten mich mittlerweile zum Gebrauch einer achaischen Brille zwingt (wo sind die hauchdünnen Gebilde aus nanometerdicken metamaterialien, die mir die Physikalischen Blätter seit Jahren versprechen? Wo die direkte Eingabe von Informationen in das Seh- oder sonstwas-Zentrum; ah, darüber müsste ich mal wieder einen Artikel schreiben, das ist ein spannendes Thema)? Aber die Zukunft beginnt, und sie ist bunt und verspielt und hat 6GB Speicher eingebaut. Aber was ist, wenn wir eines nicht so fernen Tages ganz kurz vor der Singularität stehen, in der wir dann mit unserer gewaltigen Rechnerkapazität verschmelzen, um uns zu posthumanen Formen aufzuschwingen - und dann mit den doch noch nicht ganz beseitigten Kehrseiten der Technik konfrontiert werden? Dauert es dann auch etliche Stunden, nur um den einen, ganz wichtigen Update auszuführen, der unerwartet zwischen einem selbst und seiner Lieblingsmusik steht? Das wäre mal was für SF: Technikversagen auf elementarster Ebene, ein hyperaktives Superhirn, abgeschnitten von der Kommunikation, und außerdem von jedwedem Wikipedia ... nur weil Zune den Update vermasselt hat. Naja, ich werde schon mal im Vorgriff müde, denn das ganze dauert hier wohl noch Stunden, und ich darf laut Bildschirmaufschrift dieses flache, schwarze Ding bis zum finalen "Ping" nicht einmal mehr anrühren - an Schlaf ist da nicht zu denken. Die Technik schreitet auf chiesischen Füßen voran - aber wohin genau?
Oh, es hat "Ping" gemacht.
Und"Wrrt Wrrrt Wrrrrt".
Na denn ...

Donnerstag, 8. September 2011

Programmpunkt Atlan beim Perry Rhodan-Weltcon

Am Samstag wird es ab 17:00 in einem kleineren Saal des Weltcons einen Programmpunkt zum Thema Atlan geben: »Neues vom Kristallprinzen«. Und ich werde dabei sein! Der letzte Weltcon war schon ein faszinierendes und tolles Erlebnis, und dieser wird die Erfahrung ganz sicher noch weot übertreffen - zumal dann, wenn man für eine halbe Stunde selbst ein Teil der größten Weltraumserie der Welt sein darf! Das gilt auch natürlich auch dann, wenn im großen Saal nebenan der Konkurrenz-Programmpunkt ausgerechnet ... »Perry Rhodan NEO« lautet ...
Na, ich habe mich schon immer gerne mit Sabine Kropp, dem Altmeister Hanns Kneifel, Rainer Castor und Rüdiger Schäfer unterhalten; uns wird's da oben also schon nicht langweilig werden, selbst wenn die Fans vor der äußerst schwierigen Entscheidung zwischen ATLAN und Perry Rhodan himself in seiner neuen Ausprägung NEO stehen (he, Leute: ATLAN, das bedeutet Abenteuer! Reisen durch Raum und Zeit! Epische Verwicklungen! Knallharte Agenteneinsätze! Kosmische Rätsel! Thrill ohne Ende! Schöne Frauen, ich versprech's! Strömt herbei in Schaaren!)