Dienstag, 29. November 2011

Verrücktes Zeugs der Gegenwart Teil 10: Schon wieder Roboter

Ich glaube, ich werde alt. Oder langsam. Oder phantasielos. Möglicherweise auch alles gleichzeitig. Jedenfalls beginnen die Entwicklungen unserer Zeit mich zu "überollen". Klar, selbstverständlich kann ich mir vorstellen, im Falle eines Erdbebens von kleinen Roboter-Kreaturen gerettet zu werden - zuerst ein paar, die in meiner Vorstellung aussehen wie etwas groß geratene Ameisen (wegen der nicht-Miniaturisierung), gefolgt von größeren, die hinter ihren Raupenkörpern Luftschläuche (hoffentlich angenehm angewärmt; es soll ja in zusammengestürzten Gebäuden manchmal recht kalt werden), Wsaserschläuche und vielleicht sogar Nahrungsschläuche herziehen, bis hin zu einem Typ, den ich mir als eine Art Tintenfisch mit den Fähigkeiten eines Wagenhebers vorstelle, der dem eigentlichen Rettungskommando aus Menschen den Weg bereitet. All diese Dinge - Ameisen, Würmer und Tintenfische aus Karbon, Blech und Silizium bevölkern mittlerweile in Form lustiger Filme über die ersten Prototypen das Internet, und mit einiger Sicherheit bald auch die reale Welt. Auch den Luftraum werden sie erobern und als Bienen oder Schmetterlinge getarnt auf Terroristenjagd gehen, oder welcherart Feind sich das System auch sonst aussucht. Interessant, wenn auch bizarr, fand ich auch den Gedanken, anstelle künstlicher Roboter doch gleich echte Lebewesen zu verwenden, denn die haben in Sachen Energieversorgung und Autonomie und, soweit es Kakerlaken betrifft, auch Haltbarkeit so ihre Vorteile. Gut, hier rühren wir dann doch möglicherweise an Dingen, die man erst einmal lang und breit diskutieren sollte ... Es gibt eine Menge SF, die mögliche Folgen aufgreift, gute SF, auch wenn unsere Eltern das nicht sehen konnten, vor lauter mordenden, künstlich gesteuerten Viechern.
Also habe ich die diversen Versuche verfolgt, Elektroden in das Gangliensystem von Insekten zu implantieren, wonach sich diese mehr oder weniger protestlos der Fernsteuerung durch den Menschen ergaben. Ich muss dabei aber übersehen haben, wie weit die Entwicklung schon gediehen ist. Gedankenkontrolle, drängt sich mir da ein Begriff auf - das ist es, was die amerikanische DARPA mittlerweile bei Käfern erreicht.
Zwei Forscher der Universitäten von Michigan und Utah gingen jetzt noch einen Schritt weiter, den ich, irgendwie, fast tragisch-komisch finde (zumindest handelt es sich um ein Empfindungsgemenge ...) Das Problem ist nämlich, die winzige, implantierte Elektroik mit Strom zu versorgen. Biologischen Systemen genügen da ein paar Tropfen Zuckerwasser oder ein Stückchen von meiner Torte - aber Elektroniken benötigen Batterien, die leider nicht in der passenden Größe verfügbar sind. Macht nix, dachten sich die Forscher Ethem Erkan Aktakka und Hanseup Kim: Da konstruieren wir doch einfach einen Generator, den wir an den Flügelmuskeln anbringen (oder in sie implantieren), und schon erzeugt das arme Viech gleich den Strom für seine eigene ... Versklavung.
Gesagt, getan.

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