Donnerstag, 22. November 2012

Atlan Polychora Band 3 erschienen

Mit "Versprengte der Unendlichkeit" ist heute der 3. und abschliessende Band der Atlan-Trilogie "Polychora" aus der Feder von Dennis Mathiak erschienen. Natürlich kenne ich das Manuskript schon länger und bin deshalb auch schon seit längerem gespannt darauf, wie die Leser das Ende von Atlans Reise durch die Super-Arche Polychora aufnehmen werden - ich hoffe, uns sind dazu einige überraschende Facetten und Wendungen eingefallen. Wie die diversen Buchankündigungen schon andeuten: Fremde Raumschiffe und ungewöhnliche Aliens werden zum "Zünglein an der Waage", während die Ereignisse Atlan und seinen Begleitern alles abfordern, was sie an Wagemut und Entschlossenheit aufzubringen verstehen - und doch ist ein Entkommen nicht garantiert, und doch gibt es sie, die "Versprengten der Unendlichkeit". Was, so viel kann ich verraten, keineswegs ein Titel ist, der übertriebene Erwartungen wecken soll ...

Auch wenn die drei Bände - der ursprünglichen Konzeption folgend - von der Handlungszeit her gesehen sehr dicht aufeinanderfolgen, hat sich das reale Erscheinen der "Polychora"-Trilogie durch den Verlagswechsel doch etwas in die Länge gezogen, . Ich freue mich schon darauf, sie nun "am Stück" anzugehen - und dann einmal die mittlerweile doch schon etwas älteren, ersten Konzeptskizzen herauszuholen. Ich glaube, die Geschichte um Galverin Schmidt, den Unsterblichen Atlan, die "Piratenlady" Tipa Riordan, die Besatzung der verschollenen WAV-E, Aliens und fremde Raumschiffe und nicht zuletzt eine Wissenschaft, an der man sich nicht nur die Finger verbrennen kann, hat doch eine ganz eigentümliche Entwicklung erfahren.

Doch dazu - vielleicht - später einmal mehr. Ach ja, und die "Nose-Art", die ich in einem früheren Beitrag erwähnt habe, liefere ich auch gleich mit. Wenn man genau hinsieht, erkennt man sie euf der rechte Flanke des anfliegenden Shifts. Sie stammt von PR 209 (C) VPM

Dienstag, 13. November 2012

Frankencon 2012 - Nachlese

Nachdem ich es schon ewig nachreichen wollte: Hier mein kleiner Beitrag zum diesjährigen Franken-Con in Schwanstetten. Auf dem ersten Blick sieht es aus wie eine Fortführung der "Space Jet-Story" für den WeltCon 2012, doch in Wirklichkeit ...

Nun, Schwanstetten ist immer von Geheimnissen umgeben. Ich kann mich an einen Con erinnern, da hetzten den ganzen Tag Autoren und Redakteure der Perry Rhodan-Serie von einem Geheimtreffen zum anderen - und erzählten einfach NICHTS. Wenn mein Gedächtnis nicht trügt, lag damals die neue Atlan-Heftserie in der Luft. Ein anderer Con wiederum war so geheim, dass (leider) kaum ein Fan den Weg dorthin fand. Der diesjährige stand dann auch folgerichtigerweise unter dem Motto "Area 51 - was uns verschwiegen wurde".

Und mein ganz persönliches Geheimnis?

Ich finde den Weg nicht. Es muss da im schönen Frankenland ein Loch im Kontinuum geben, eine Unstetigkeit im Geflecht der Raumzeit (okay, das ist ein Wiederspruch ...), verwirrende, von Fans verdrehte Verkehrsschilder oder völlig unergründliche Ergebnisse der letzten Gebietsreform - etwas, das bis hinauf in den geostationären Orbit reicht, um dort die Signale der GPS-Satelliten zu stören, denn selbst mit Navigationssystem scheitern mein Auto und ich, den Weg nach Schwanstetten zu finden ...

Ergo ... habe ich diesmal eine andere Anreisemethode gewählt. Aber bitte nicht dem Verlag verraten; ich beabsichtige, die Dinger bald in Großserie zu produzieren, um mir endlich eine schöne, ruhige (und warme) Insel leisten zu können ...

Montag, 8. Oktober 2012

Titelbild Atlan Polychora Teil 3

Allmählich neigt sich das Jahr seinem Ende entgegen, und damit steht auch das Erscheinen des abschließenden 3. Teils der Atlan-Polychora Trilogie vor der Türe. Hier, als Appetithappen, schon einmal das Titelbild, das wieder aus der Feder von Arndt Drechsler stammt.

Es zeigt aber weder den "fremdartigen Außerirdischen", noch das "lebendige Raumschiff", die beide laut Verlagstext zu entscheidenden Faktoren werden - was absolut richtig ist -, sondern prominent die "Vehikel" der herbeieilenden USO-"Kavallerie". Wer ganz genau hinsieht, entdeckt auf der rechten Rumpfseite eine "Nose-Art" alter Schule, die einem frühen Titelbild der PR-Serie entlehnt ist. Mehr wird dazu allerdings vorerst nicht verraten!

Und sollte sich jemand für die Zusammenarbeit von Expo und Autoren/Zeichnern interessieren, hier noch das Entwurfs-Rendering des Shifts aus dem Exposee. Wie immer obliegt es Arndt, aus solchen Skizzen ein lebendiges, dynamisches Design zu schaffen, was ihm auch diesmal wieder toll gelungen ist!


Ganz am Anfang stand übrigens eine Zeichnung von Georg Joergens André Höller (Danke für den Hinweis, Georg) aus dem Perry Rhodan-Report von Band 1612, die einen Shift der Version VII zeigte - einen APC 494 Retaliator, auch "Shogun" genannt. Ich weiß, ich weiß, der stammt aus dem Jahr 1265 NGZ und ist damit für den Atlan der Polychora-Trilogie noch reine "Zukunftstechnologie", aber Arndt hat sehr gut das organische, panzerartige Designs "alter" Shifts mit der heraufziehenden "Moderne" verbunden und damit sozusagen den "Urvater" des APC 494 geschaffen. Das passt, finde ich, gut zum Handlungszeitraum, in dem viele alte Strukturen und Technologien des Perry Rhodan-Kosmos allmählich durch neue ersetzt werden.
 
 

Dienstag, 21. August 2012

SOL 67 - Hanns Kneifel und Atlan

Heute ist die aktuelle SOL bei mir eingetroffen. Wie üblich und vom Magazin der Perry Rhodan-Fanzentrale auch zu erwarten, beschäftigt sich auch Ausgabe 67 hauptsächlich mit der größten Weltraumserie der Welt. Neben aktuellen Themen rund um die Erstauflage der PR-Serie bildet diesmal jedoch das Gedenken an den verstorbenen Hanns Kneifel einen wichtigen, wenn auch betrüblichen Schwerpunkt.

Passend zum Werk Hanns Kneifels, der in unzähligen Zeitabenteuern den Arkondiden Atlan schriftstellerisch quer durch die Menschheitsgeschichte begleitete (und dabei ganz wesentlich und sehr "menschlich" formte), beschäftigt sich Ausgabe 67 jedoch auch mit Atlan und seinen derzeitigen Abenteuern in der Arche "Polychora". Christian Kathan bespricht Band 1 von Achim Mehnert "Die geträumte Welt", der ihm, wie ich Christians Worten entnehme, wohl durchaus zugesagt hat, während Rüdiger Schäfer in "Der Quantengott" von seiner Arbeit am 2. Band "Kommandofehler" berichtet, und wie es dazu kam, dass sein Wunschtitel nur diesen Artikel, nicht aber den Buchdeckel ziert. Solche Beiträge - die ich natürlich nicht vorab zu sehen bekomme - interessieren mich immer brennend, denn sie verraten mir etwas darüber, wie andere unsere gemeinsame Arbeit wahrnehmen, und manchmal gelingt es mir sogar, daraus etwas zu lernen. Aber auch ich konnte mich nicht zurückhalten, weshalb eine ziemlich lange Kurzgeschichte ihren Weg in die SOL fand, in der es Atlan (indirekt) mit den Gegensätzen zwischen Ordnung und Chaos, Gut und Böse, und schließlich - in der Tradition von Hanns Kneifel - auch Liebe und Haß zu tun bekommt. Die ganze Geschichte entstand denn auch nur wegen einer einzigen Szene ... gut, auch das kleine Geplänkel zwischen Perry Rhodan und Atlan wollte einmal kurz geschrieben werden.

 

Der dunkle Fluss (Auszug)


Atlan musterte seinen Freund misstrauisch. Ihm war natürlich sofort aufgefallen, dass auf dem Tisch zwar zwei der kostbaren, antiken Kaffeetassen bereitstanden, es aber nur einen Stuhl gab. Perry Rhodan hatte seine Sticheleien über die Jahrhunderte hinweg wahrlich verfeinert. Und ein guter Lehrer, raunzte sein Extrasinn mit grimmiger Genugtuung, trug das Seine dazu bei.
Atlan seufzte und ließ sich auf einer besonders dicken Wurzel nieder. Durch eine Lücke im Blätterdach brannte die Sonne auf sein Genick, doch der sanfte Wind brachte ausreichend Linderung, um es hier eine Weile lang auszuhalten. Er rutschte hin- und her, bis alles zu seiner Zufriedenheit war, und angelte sich die Tasse, die Perry Rhodan mittlerweile mit Kaffee gefüllt hatte. Jamaica Blue Mountain. Er ließ das heiße Getränk über seine Zunge rinnen. Der Kaffee der Könige.
„Also: Was sollte SENECA markieren? Ich hatte dich unterbrochen. Und du hast Orangensaft am Kinn, Häuptling aller Barbaren.“
Nicht ein einziger Muskel im Gesicht des Perry Rhodan zuckte, obgleich er sich den Tropfen mit dem Zeigefinger abwischte und diesen dann ablutschte. „Wie du weißt, haben wir auf dem Hinweg vom Mahlstrom in die Milchstraße ein paar unserer Beiboote verloren. Manche leider mitsamt ihrer Besatzung.“


Mir persönlich gefällt diese Ausgabe der SOL wieder einmal sehr gut - und besonders für die Atlan-Fans unter uns steckt sie auch voller neuer Informationen..

PS: Rechtschreib- und Formulierungsfehler waren die Katze, die wiedermal auf der Tastatur herumtrampelt ...

Mittwoch, 8. August 2012

Zur Urlaubszeit: Basteln mit Perry

Auf den Perry Rhodan-Cons faszinieren mich immer wieder die Modellbauten ... Die Autoren beschreiben die Technik der fernen Zukunft, Risszeichner und Titelbildzeichner bannen sie auf's Papier, und die Modellbauer machen sie zu einer Realität, die man in die Hand nehmen kann (aber meistens nicht darf ...)

Na, dann baue ich eben mein eigenes Modell. Allerdings ist das mit dem Klebstoff und dem Messer so eine Sache ...

Hier also mein Blender-Modell eines "Raumboots" vom Typ "Gazelle", strikt nach der Zeichnung meines Lieblings-Risszeichners Christoph Anczykowski. Es ist ein, Zitat: "Fernaufklärer an Bord des Superschlachtschiffes TITAN während des Vorstoßes nach Arkon im Jahre 1984".

Was hätte ich als Jugendlicher darum gegeben, so etwas machen zu können, damals, als Perry im fernen Jahr 1984 nach Arkon flog ...

Montag, 6. August 2012

Curiosity ist sicher gelandet

Nach einem der waghalsigsten Flugmanöver der Raumfahrtgeschichte ("Seven Steps of Terror") ist die amerikanische Sonde Curiosity heute morgen sicher auf dem Mars gelandet. Das Unternehmen lief so schnell ab, dass man, wie Dep. Administrator der NASA Lori Gardner es formulierte, "tatsächlich die ganze Zeit über die Luft hätte anhalten können". Es verblieben gerade einmal 1 kg(*)Treibstoff in den Tanks - Maßarbeit!

Hier einige Bilder aus dem Kontrollraum während der Landung (alle (C) NASA TV):












(*) Update: Anderen Quelle zufolge waren noch 140 kg übrig ("wir haben die Tanks etwas überdimensioniert") - aber diese Details werden in den nächsten Tagen sicher noch geklärt. Und außerdem sind sie nicht wichtig. Hauptsache, das Ding ist unten

Sonntag, 29. Juli 2012

Kleine Sticheleien

Immer diese kleinen Sticheleien ...

Überhaupt: Woher kennen die Macher des neuen Perry Rhodan-Forums meine Gesichtsfarbe, wenn ich an Expos für Atlan arbeite?

Liegt hier etwa ein Hinweis auf Spionage vor? Nehmen sich Redaktion und Autoren das allgemeine Setting der Atlan-Serie (USO, Agenten, Spionage, vedeckte Einsätze usw.) vielleicht etwas zu sehr zu Herzen und haben die Kamera meines Laptops angezapft?

Besonders die Autoren habe ich da in Verdacht. Ihre Vorstellung eines Expokraten hat Johnny Bruck schon im Juli 1964 bildhaft verewigt - womit wir es auch noch mit einem Hinweis auf einen Zeitschleifen-Komplott Marke "Langzeitplan" zu tun haben, denn im Juli 1964 war ich ja noch gar nicht geboren!

(C) Pabel-Moewig Verlag GmbH

Donnerstag, 19. Juli 2012

Im Handel: Atlan Polychora "Kommandofehler"

Jetzt ist er im Handel, der 2. Band der Atlan-Trilogie "Polychora". Rüdiger Schäfer setzt darin die Abenteuer des unsterblichen Arkoniden in jener unüberschaubar großen, gleichnamigen Arche  fort, die ihn schließlich zu einer Kolonie von Menschen führten, deren Vorfahren vor Jahrhunderten in einer der unzähligen Lebenssphären strandeten. Obwohl dies ein Ort grenzenloser Wunder ist, schweben diese Menschen in Gefahr, vom unkontrollieren Quantenschaum gefressen zu werden, der die Grundsubstanz aller Dinge darstellt - und außerdem hat sich einer aus ihren Reihen zu einem Mächtigen aufgeschwungen, zu einem Unterdrücker der Freiheit, der seine Fähigkeiten skrupellos einsetzt, wenn er dies für richtig hält. Atlan muss sich mit seinen wenigen Begleitern nicht nur der Frage stellen, wie man all die Menschen aus Polychora herausschaffen könnte, sondern sieht sich auch in einen persönlichen Konflikt mit einem Totgeglaubten verwickelt, dessen Machenschaften immer neue Gefahren heraufbeschwören.

Und Hilfe ist fern ... Kann die dringend benötigte Unterstützung zu Atlan vordringen? Welche Rolle spielt Tipa Riordans Entdeckung - für Atlan, aber auch für die Existenz der unzähligen Lebenssphären? Erweisst sich Atlans Vertrauen in Angen-Math als Fehler?

Hier noch ein paar "Produktionsskizzen" - die eine oder andere ist ja schon bekannt:

Polychora. Die "Stadt aus Eis und Stahl"
System Gainbal, Gasriese Nancanor. Im Vordergrund die Station Asther


Die Station Ashter. Sie wird auch im Abschlussband
"Versprengte der Unendlichkeit" von Bedeutung sein
Der Torus, in dem sich die Menschen der WAV-E niedergelassen haben, kurz vor dem Zusammenbruch
Ein fremdes Raumschiff, das eine unrühmliche Rolle spielen wird.

PS: Alle Renderings mit Blender. Ist einen Besuch wert!




Donnerstag, 12. Juli 2012

Eine Reise durch das Universum

(C) Cary und Michael Huang
Sehr schön und anschaulich gemacht präsentiert sich hier eine Reise durch die Größenordnungen des Universums - von diesem selbst bis hinab zur Planck-Länge und der (angenommenen) Ausdehnung von Strings.

Das könnte auch Leser der aktuellen Atlan-Trilogie "Polychora" interessieren, in der es Atlan mit Manipulationen auf der Ebene des Quantenschaums zu tun bekommt. Diesen Quantenschaum findet man hier ebenfalls, und zwar ganz, ganz "links".

PS: Dank an Casaloki für den Link!

Mittwoch, 4. Juli 2012

Atlan Polychora Band 3: Versprengte der Unendlichkeit

Noch steht das Erscheinen von Rüdiger Schäfers zweitem Band der Polychora-Trilogie aus, da wurde bereits der Titel des des dritten und abschliessenden Bandes publik: Versprengte der Unendlichkeit. Ich hoffe ja, dass Exposee und Roman diesem Titel auch gerecht werden. Auf jeden Fall wird sich Atlan mit einigen unerwarteten Wendungen und Veränderungen der Geschichte (und seiner Wahrnehmung derselben) konfrontiert sehen, die ihn in eine Reihe komplizierter Situationen bringen werden. Um das zu überstehen, sind Erfahrung, Entschlossenheit und Leidensfähigkeit notwendig, denn was nicht gut begonnen hat, muss auch nicht gut enden - zumindest für die Namensgeber des Romans nicht.

Sonntag, 24. Juni 2012

Atlan in der SOL 67

Wie kürzlich im neuen Blog der Perry Rhodan-Fanzentrale (PRFZ) verkündet, wird die kommende Ausgabe der SOL (Nr. 67) wieder einmal eine Kurzgeschichte von mir enthalten. Sie spielt im Jahre 3582 a.D. und beschäftigt sich mit Ereignissen während des Rückflugs der SOL von der heimatlichen Milchstraße zum Mahlstrom der Sterne. Als sie der Spur verschollener Schiffskameraden folgen, sehen sich der Unsterbliche Atlan und eine junge Korvettenkommandantin mit Rätseln kosmischer Bedeutung konfrontiert - und mit einer geheimnisvollen Person, die sich selbst "Hütchenspieler" nennt.

Nicht ohne Grund, wie bald deutlich wird ...

Details zur kommenden Ausgabe der SOL finden sich hier.

Mittwoch, 20. Juni 2012

Beim Stöbern gefunden: Endzeit

Manchmal lässt mich eine Idee nicht mehr so richtig los - etwa die, eine Fortsetzung meines Perry Rhodan-Planetenromans Halo 1146 zu schreiben, der unter der Bandnummer 375 bei Heyne erschienen war. Und zwar ganz ungeachtet der Tatsache, dass es weder einen Auftrag dazu gab, noch - letztendlich - die Buchreihe, da sie eingestellt wurde. Es war sozusagen eine Art Hobby ... Und da ein Manuskript erst dann "statisch" oder "vollendet" ist, wenn es veröffentlicht wurde, erfuhr der Text immer wieder Veränderungen und Neufassungen, wie eine Fingerübung am Klavier, die man mal so, und mal so spielt. Vermutlich hätte ich in der Zeit auch vier Bücher schreiben können, und vermutlich wäre das auch besser gewesen, aber so war es eben.

Das Bild stammt aus einer "Interpretation" des Textes als "Online-Roman". Es zeigt Anarax, dem wir gleich begegnen werden ...  

Endzeit: Prolog

Im Leerraum zwischen Milchstrasse und Andromeda, 1162 NGZ

Es war das letzte Aufbäumen vor der Dunkelheit. Das letzte Licht für lange Zeit.
Hoch über dem einsamen Beobachter griff Eiseskälte nach dem Planeten. Störungsfronten tupften die Tropopause mit weißen Wolkenwirbeln, umgeben von Schleiern aus Eis, in denen sich der Sonnenuntergang zu rubinroten Skulpturen und  Vorhängen aus glühendem Karneol verfing, bis die Farben zu dunklem Amethyst und dem schwachen Widerschein fallender Schneeflocken verblassten. Das Licht schwand, die Nacht begann; minus 123 Grad Celsius, glomm ein Display im Blickfeld des einsamen Beobachters, und der Außendruck unterschritt gerade den tausendsten Teil einer Atmosphäre.
Der Beobachter – Kortrax – senkte den Blick. Am Himmel über ihm würde sich nun endlose Finsternis ausbreiten, eine Schwärze ohne Sterne, ohne Nebel, ohne den tröstlichen Schein eines Mondes, denn dort oben gab es nichts, was zwischen ihm und dem Abgrund stehen könnte, jener Leere, die ganze Galaxien verschluckte. Er wusste, dass er diesen Anblick nicht ertragen würde, und so schloss er die Augen.
Sollte er nicht einfach den Helm öffnen? – ein Griff, ein Schrei, Agonie ... und alles wäre ausgestanden und vorbei?
Wie so oft glitten seine Finger über den Öffnungsmechanismus seines Helmes.
Aber wie so oft zögerte er auch diesmal einen Atemzug zu lange.
Denn da war plötzlich ein neues Licht. Er presste die Augen zu, doch da dieses Licht mit dem Prozess des Sehens nichts gemein hatte, blieb es eine fruchtlose Geste; das, was er erst als einen verwaschenen Fleck wahrnahm, dann als eine Qualle, die aus dunkelster Tiefe aufstieg, um zu versengen und zu töten, entstand mitten in seinem Kopf, wo elektrische Entladungen zu einer unendlich langsamen Explosion aus Schmerz und Farbe anschwollen.
Abhrandor glitt über den Horizont.
Seine Finger, noch immer am Auslöseknopf, verkrampften sich in Spasmen, doch es gelang ihm nicht, den Knopf zu drücken, es gelang ihm nicht, den Helm zu öffnen und sich die Maske vom Gesicht zu reißen, die ihn zwang, all dies zu erdulden, es gelang ihm nicht, der Symbiose ein Ende zu bereiten, die so unabwendbar schien wie die Unendlichkeit des Weltalls, es gelang ihm nicht, seine Augen vor dem Licht zu verschließen und taub zu werden für die Stimmen, die nun in seinem Kopf zu singen begannen, zu einem Chor anschwollen, dessen erratische Melodie noch schwerer zu ertragen war als das grauenhafte Licht.
Doch die Hochphase ging vorüber, ohne dass er starb. Abhrandor entließ ihn wieder in seine eigene Realität. Als dies geschah, schmeckte er Blut auf seinen Lippen; alle seine Muskeln waren verkrampft, sein Herz schlug wie rasend, seine Lungen schrien nach Luft, denn er hatte ganz vergessen, zu atmen. All diesen Empfindungen spürte er nach, bis das Wissen um seine qualvolle Realität endlich den Albtraum Abhrandors vertrieb, und er es schließlich wagte, die Augen zu öffnen.
Um ihn herum war es finster. Der Anzug bemerkte seine geöffneten Augen und aktivierte die Lampen, sodass ihn aus der Dunkelheit heraus eine graue, verfallene Mauer ansprang. Als er den Kopf hob, schälten sich weitere Ruinen aus der Ungewissheit, große, schwere Steinquader, die Stümpfe zweier Türme, und dahinter schließlich weite, graue Dünenfelder, auf denen Blumen aus atmosphärischem Schnee erblüht waren – Atmosphärendruck: Praktisch Null. Temperatur: Minus 250 Grad Celsius. Er drehte sich einmal um seine Achse, bis er eine zweite Person in einem dunklen Kampfanzug entdeckte – Anarax, den Soldaten, der sich allmählich erholte, und dessen Qual er in einem winzigen Teil seines Gehirns eingesperrt hielt, wo sie an ihren Ketten zerrte wie ein gefangenes Raubtier.
Dann erst nahm er allen Mut zusammen und sah zum Himmel hinauf.
Den Kopf in den in den Nacken gelegt, den Geist so weit geöffnet, wie es ihm nur möglich war, spürte er, lauschte er in die absolute Dunkelheit hinein.
Und da waren sie: Fremde Gedankenmuster.
Stimmen, Bilder, Namen strömten auf ihn ein: Sanchez, Torn Deja, Ker'Kir ... so deutlich, dass er sich fast körperlich bei ihnen wähnte, er fast den Geruch von Metallplastik schmecken konnte. Kursvektoren entstanden in seinem Kopf, Energiebilanzen, die orbitale Mechanik einer Anflugparabel; Energieströme wurden überwacht, ein Lineartriebwerk in den Ruhezustand versetzt, ein letztes Bremsmanöver eingeleitet. Wer auch immer dort oben die Ortungsanlagen bediente, konnte auf dieser toten Welt kein Leben entdecken, keine Energiemuster und kein Licht; es gab dort nichts außer einem ausgedehnten Ruinenfeld rings um die Stümpfe zweier Türme, und so sanken Geschwindigkeit und Abstand weiter, auf 500.000 Kilometer, 300.000, 100.000. Schließlich kletterte das Objekt über den Horizont, ein Kugelraumer im Landeanflug. Seine Positionslampen blinkten träge, aus seinen Ringwulst flackerten die Flammen von Impulsmotoren, und als sich das Schiff den Türmen näherte, rissen seine Landescheinwerfer grelle Lichtfurchen in die Finsternis.
«Sieh gut hin, Anarax», flüsterte Kortrax: «Dies dort ist unsere letzte Chance.»
Anarax antwortete nichts.

Sonntag, 3. Juni 2012

Geheimer Perry-Rhodan Con in Schwanstetten (FrankenCon 2012)

Hier ein paar kurze Impressionen vom Perry Rhodan-Con in Schwanstetten. Der Con stand unter dem Motto "Area-51: Was uns verschwiegen wurde". Entsprechend hart waren schon die Eingangskontrollen, denn alle Zugänge wurden von "Men in Black" bewacht.
Man in Black und Seuchenkommando im Einsatz
Es war - wie schon in der Vergangenheit - ein Con der Geheimnisse. Wie man unschwer an den Gesichtern des Organisationskomitees ablesen kann, herrschte gelegentlich Nervosität, ob ES ihnen das nicht verübeln würde. Aber alles funktionierte prima, nachdem erst einmal gewisse schädliche Einflüsse außerirdischer Technologien überwunden waren. Die "Men in Black" hatten da einiges zu tun, und vorallem die gestressten Mitarbeiter der Seuchenkontrolle (Gernot Semmer). Schließlich wimmelt es in einer solchen Halle der Geheimnisse von Ungeziefer ...
Gazelle in der Area 51 - sie sind tatsächlich da!
Nach dem Intro folgten viele längere und kürzere Vorträge, die ich mir diesmal auch ausgiebig angesehen habe (normalerweise verschwinde ich immer zum Kaffeetrinken und Ratschen).

Ganz besonders gefallen haben mir die Beiträge von Risszeichner Bernard Stoessel über Area 51, geheime Flugzeugprojekte, Missinterpretationen (von Fischen) und ... Angela Merkel. Sehr kurzweilig und humorvoll, und obwohl ich dachte, mich einigermaßen mit der Geschichte des Flugzeugbaus auszukennen, erfuhr ich doch so manch interessantes Detail. Roger Schulz lieferte sodann einen interessanten Kurzvortrag über 2650 Hefte Perry Rhodan, wobei er sein Versprechen einhielt, das alles in 30 Minuten zu absolvieren. So extrem gerafft, zeigten sich einige interessante Meta-Strukturen.
Roger Schulz und Michel Thiessen, nach getaner Arbeit
Dann ging ich aber doch zum Kaffeetrinken und Rauchen, denn das Wetter war gut geworden. Michael Thiessen und ich diskutierten über den kommenden Band 3 der Atlan-Polychora Trilogie, an dessen Exposee ich gerade arbeite, und wie die ganze Geschichte um geschwärzt und geschwärzt in geschwärzt weitergehen könnte. Er hatte da einige tolle Ideen, die mit Sicherheit einfließen werden, sofern Sabine und der Verlag mich lassen ... Aber primär ging es eben um Band 3, denn die Uhr tickt. Womit ich auch so meine Geheimnisse hatte, auf diesem Con. Schließlich überredete mich Michael, mir den Vortrag von Dr. Johannes Rüster über Perry und Heldenfiguren anzuhören - und es war ein wirklich toller, interessanter Vortrag.

Dieter Reich im Einsatz
Weiter ging's mit Geheimnissen. Wie immer gab es ein tolles Bühnenbild und humorvolle, mit Liebe zum Detail vorgebrachte Showeinlagen. Die Beiträge, in denen Walter Sehrer den Superintelligenzen-Psychiater spielt, werden in einem Film zusammengefasst, weshalb ich sie hier ausspare - aber sie sind sehr sehenswert geworden! Sobald der Film verfügbar ist, werde ich es hier vermelden.

Der Tag näherte sich schnell und unterhaltsam seinem Ende. Hier wurde wie immer viel Arbeit investiert, um den Besuchern immer neue Facetten des Perry Rhodan-Universums nahezubringen - und es ist gelungen. Zu meiner großen Freude wurde endlich auch ein dunkles Geheimnis der Serie gelüftet, beispielsweise, warum sich niemand mehr an Dimetrans- Dimesexta oder gar Septadimparallelspurtriebwerke erinnert. Hier sehen wir den Schuldigen, auf frischer Tat ertappt:

Die Vernichtung der Konstruktionsunterlagen
Ich werde meine Besuche auf dem Nürnberger PR-Stammtisch wohl weiterhin dazu benutzen, das Con-Team zu einem neuen Con zu ermuntern. Vielleicht gelingt es mit vereinten Kräften ja eines Tages sogar, ein paar Franken mehr zu einem Besuch in Schwanstetten zu animieren. Die Mannen (und Frauen) des Nürnberger Clubs hätten es wirklich verdient.

Kurz: Die Reise hat sich gelohnt. Ich werde sie wieder antreten, so ich Gelegenheit dazu bekomme!

Donnerstag, 31. Mai 2012

Der Drache ist gelandet!

Dragon im Pazifik. Credit: Mike Altenhofen/SpaceX
Heute um 17:42 MESZ beendete "Dragon" mit einer erfolgreichen Wasserung im Pazifik die Mission COTS 2+ (vormals COTS 2/3, eine Kombination der Demo-Missionen 2 und 3). Sowohl Trägerrakete als auch Raumfahrtzeug haben nach Angaben von SpaceX und der NASA fehlerlos und einwandfrei funktioniert - eine fabelhafte Leistung der Teams von SpaceX und NASA!

Damit dürfte vermutlich noch in diesem Jahr die Serie kommerzieller Transportflüge zur internationalen Raumstation ISS im Rahmen des CRS-Programms (Commercial Resupply Service) beginnen.

Und es ist davon auszugehen, dass SpaceX seine weiteren Pläne ebenso zielstrebig und professionell angehen wird, wie die Entwicklung von Falcon 9/Dragon: "DragonRider", die bemannte Version der Dragon ist in Vorbereitung und gilt als einer der Favoriten für das bemannte, kommerzielle Programm  der NASA (CCDev/CCP), "Falcon Heavy", eine Kombination dreier Falcon 9 zu einer Schwerlastrakete, steht für 2013 an und gewann bereits einen wichtigen Auftrag von Intelsat, und zuletzt dürfen noch dieses Jahr die Testflüge mit "Grashopper"  beginnen, hinter dem sich aller Wahrscheinlichkeit nach ein Testvehikel einer vollständig wiederverwendbaren Erststufe verbirgt - ein wichtiger Schritt in Richtung des erklärten Ziels von SpaceX, den Transport in den Orbit deutlich zu verbilligen.

Für heute jedoch genügt es, dass Dragon alle Aspekte seiner anspruchsvollen Testmssion mit Bravour erfüllte. Das ist genug Anlass für eine richtig große Feier! Gratulation!

Samstag, 26. Mai 2012

Der Drache ist am Ziel

Dragon am Roboterarm der ISS (C) NASA
"Wir haben den Drachen am Schwanz gepackt" - Zitat der Besatzung der internationalen Raumstation ISS, als der Roboterarm am Raumtransporter "Dragon" der Firma SpaceX angekoppelt hatte.
Dazu musste sich "Dragon" exakt an der richtigen Position befinden, was auch wunderbar funktionierte, obwohl ein solches Manöver im Orbit deutlich schwieriger ist, als man sich das normalerweise vorstellt, denn ISS und Raumtransporter umkreisen die Erde nicht etwa auf der gleichen Umlaufbahn, sondern "untereinander" auf leicht unterschiedlichen Umlaufbahnen mit spezifischen Geschwindigkeiten.
Von da an war es Sache der ISS, den Transporter am Roboterarm zu drehen und die Kopplung durchzuführen. Dieser Vorgang des "Berthings" (nicht "Dockings", wie es die russische Sojus durchführt) glückte. Nach einer weiteren Überprüfung aller Systeme wurde schließlich die Verbindungsschleuse geöffnet - und die Astronauten und Kosmonauten der ISS berichteten von einem Geruch "wie von einem brandneuen Auto".
Der Drache hat es also vollbracht: Der Start gelang, die vielen neuen Systeme für den Einsatz im Orbit - Solarzellen, Navigation, Steuerung, Manöverführung, automatische Überwachung, Laser-Radar, Funkverbindung zur ISS usw. usf. - funktionierten alle fehlerfrei, und die ISS ist erreicht.
In den kommenden Tagen bleibt der "Drache" angedockt und wird entladen, bevor man ihn dann am 31.05.2012 mit neuer Fracht den Heimweg schicken wird.
Eine historische Leistung wurde hier vollbracht. Sollte nun auch noch das Ablegemanöver und die Rückkehr zur Erde fehlerfrei gelingen, hat SpaceX eine wirklich enorme Leistung vollbracht und die Messlatte für andere kommerzielle Anbieter wie die Orbital Science Corp. extrem hoch gelegt.
Wer Gelegenheit hatte, sich die Pressekonferenz kurz nach dem "Berthing" anzusehen, der wird nachvollziehen können, wie alle Beteiligten das bisher erreichte - und die außerordentliche Qualität dieser Leistung - einschätzen: Ein nahezu wortloser Elon Musk, eine ausgelassene Präsidentin Gwynne Shotwell und ein überglücklicher Alan Lindenmoyer, Programmdirektor der NASA im Jubelbad der SpaceX-Mannschaft: Das zu beobachten ist besser als jedes Motivationstraining.

Donnerstag, 24. Mai 2012

Drache im Orbit

Der Drache nähert sich seinem Ziel. (C) NASA
Dragon ist im Orbit und schlägt sich dort extrem wacker. Alle bisherigen Tests verliefen sehr erfolgreich, sodass vermutlich morgen der Andockvorgang selbst in Angriff genommen werden kann. Der Beginn des Manövers ist für 11:00 MESZ geplant, die Übergabe an den robotischen Greifer für 15:00 MESZ. Mit ein bisschen Glück schaffe ich es vielleicht, diese historischen Momente live mitzuerleben.

Unten auf dem Bild sieht man übrigens Dragon mit ausgebreiteten (Solarzellen-) Flügeln. Habe ich schon erwähnt, dass ich völlig fasziniert von dem bin, was SpaceX da auf die Beine gestellt hat?

Mittwoch, 23. Mai 2012

SpaceX. Und wieder fliegt der Drache!

Leider komme ich heute aus beruflichen (und anderen) Gründen nicht dazu, das Thema näher zu beleuchten - aber das tun zahllose Webseiten ja sowieso. Falcon9/Dragon ist heute morgen um 09:44 MESZ pünktlich und erfolgreich in den Orbit gestartet; derzeit laufen geplante Versuche mit den Manövertriebwerken und dem Verhalten des Raumfahrzeugs "Dragon" - und alles sieht vielversprechend aus, was die kommenden Aufgaben betrifft: Nachweis der sicheren Manövrierfähigkeit, der autonomen Navigation und Steuerung und schließlich dem Andocken ("berthing") an die ISS.
Ein toller Tag. Ich fühle mich irgendwie, als wäre ich wieder zehn Jahre alt ...

Samstag, 19. Mai 2012

SpaceX Falcon9/Dragon COTS2/3-Mission abgebrochen

Sekunden nach der Zündung der neun Haupttriebwerke um 10:55 MESZ wurde die Startsequenz der Falcon9/Dragon-COTS 2/3 Mission vom Bordcomputer abgebrochen. Die Sensoren in Triebwerk Nummer 5 meldeten einen erhöhten Brennkammerdruck, und das Fahrzeug wurde in einen sicheren Zustand überführt.

Aufgrund himmelsmechanischer Anforderungen für den Anflug an die ISS kann der Startversuch heute nicht mehr wiederholt werden. Nächstes Startfenster ist Dienstag, der 22.05.2012.

Dienstag, 24. April 2012

Verrücktes Zeugs der Gegenwart Teil 14: SF und Realität

Derzeit lese ich abends den Roman "Leviathan erwacht" von James S. A. Corey, der bis jetzt ganz unterhaltsam ausfällt, an sich aber einen typische "Menschen leben in den Asteroiden"-Hintergrund präsentiert, wie ihn Larry Niven (und natürlich auch andere) schon lange ausgearbeitet haben. Coreys "Gürtler" (bei Niven beliess man es bei dem englischen "Belter") bewohnen ausgehölte Asteroiden wie Ceres, fliegen mit Fusionsantrieben herum und verdienen ihr Geld damit, in treibenden Gesteinsbrocken nach Edelmetallen zu schürfen (Helium-3, seit Schätzigs Roman "Limit" deutlich mehr Menschen ein Begriff, tauchte jedoch noch nicht auf). An sich nichts Aufregendes, aber flüssig zu lesen, logisch, und ohne gravierenden Verstöße gegen die bekannte Physik.

Spannender wird die Sache jedoch vor dem Hintergrund der Tatsache, dass seit "praktisch heute" eine Firma existiert, die sich einem Ziel verschrieben hat, dass die Phantasie eines Hern Corey - oder Niven, Baxter, Reynolds, und wie sie alle heißen - Wirklichkeit werden lassen könnte. Planetary Resources tritt mit dem Ziel an, die Schätze treibender Asteroiden zu erschließen und dem Begriff der "natürlichen Ressource" neu zu definieren. Da wartet alle Welt auf den für den 30. April geplanten Start von SpaceX zur ISS, da betritt völlig unerwartet ein ganz neuer Spieler die Arena.

Der Plan von Planetary Resources besteht darin, Asteroiden einzufangen und in einen geeigneten Orbit um die Erde zu verfrachten, wo dann verschiedenste Rohstoffe extrahiert werden sollen - Platin, zum Beispiel. Viele der Substanzen, auf die man es abgesehen hat, existieren nur deshalb auf der Erde, weil sie einmal in Form eines Meteroiten abgestürzt sind. Andere, wie Wassereis, könnten in Verbindung mit Solarenergie eine sehr wertvolle Quelle für Treibstoff werden, ein knappes Gut im All, und aufgrund der hohen Transportkosten in eine Erdumlaufbahn ein limitierender Faktor der Erkundung und Erschließung des Weltalls.
Vorgesehen sind jedoch zunächst keine menschlichen Aktivitäten. Die Erkundung möglicher Ziele soll durch ein weltraumbasiertes Teleskop erfolgen, während die Mission, Asteroiden einzufangen und zur Erde zu transportieren, ebenso von robotischen Systemen durchgeführt werden soll, wie die Gewinnung der Rohstoffe selbst - interessant ist dazu auch eine erst kürzlich vom Keck-Institut veröffentlichte Studie, die einen Überblick über Technologien, Kosten und mögliche Gewinne eines solchen Unternehmens bietet. Zwar handelt es sich um keine Publikation von Planetary Resources, aber die technischen Möglichkeiten erlauben nun einmal keine allzu tiefgreifenden Innovationen, und damit dürfte feststehen, dass auch Planetary Resouces einige Milliarden Dollar wird aufbringen müssen, um einen veritablen Brocken in eine erdnahe Umlaufbahn zu schleppen.

Die Kosten jedoch könnten unter Umständen nicht zum größten Problem werden, denn zu den Gründern zählen Eric Anderson, Gründer von SpaceAdvantures, sowie Peter H. Diamandis, Begründer des Ansari X-Price. James Cameron gehört ebenso zu den finanzkräftigen Unterstützern wie einige große Kapitalgeber, die ihr Engagement als Investition in die Zukunft betrachten.

Es wird spannend sein, ihren Weg zu verfolgen. Denn wenn man erst einmal seine Operationen in einer hohen Umlaufbahn um die Erde verlagern kann, ändern sich die Kostenstrukturen der Raumfahrt gewaltig. Teuer ist es immer, Masse zunächst einmal in die Erdumlaufbahn zu wuchten. Von dort aus gilt es zwar noch immer, das berühmte "Delta-v" zu erreichen (die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Start-und Zielumlaufbahn), aber das kann über lange Zeit und mit Hilfe sehr effektiver elektrischer Antriebe erfolgen. Oder aber man hat zufällig eine "Tankstelle" für Sauerstoff-Wasserstoff. Beide Aspekte hat man im Fokus: Die Gewinnung von Treibstoff wie auch die Erzeugung wichtiger Raumschiffskomponenten direkt im Orbit.

Wie Corey und andere hat auch James Cameron solche Konzepte künstlerisch verarbeitet, zuletzt in "Avatar". Nun scheint er sich daran zu machen, diese Ideen in die Wirklichkeit zu tragen. Vielleicht ist das ja die noch fehlende Kundschaft für Bigelows private, aufblasbare Raumstationen und für das Raumtaxi "Dragon" von SpaceX. Vielleicht ...

Donnerstag, 19. April 2012

Frankencon 2012


Nach längerer Schaffens- und Kreativpause findet vom 2.-3. Juni 2012 in Schwanstetten bei Nürnberg endlich wieder ein Perry Rhodan-Con in Franken statt. Es ist nun schon der insgesamt vierte Frankencon, und mein persönlich dritter. An die beiden vorangegangenen erinnere ich mich immer wieder sehr gerne zurück, auch wenn ich annehme, dass dieser Con weniger "lang" ausfallen wird als seine Vorgänge (die Bilder mit Achim Mehnert und dem Alien kann ich leider aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht veröffentlichen - das Alien hat Einwände erhoben). Man wird ja auch nicht jünger. Nichtsdestotrotz bin ich überzeugt, wieder einen sehr gut organisierten, sehr familiären und vorallem sehr unterhaltsamen Con zu erleben. Die PR-Fans vom Nürnberger Stammtisch und Club Arge Festak legen sich garantiert wieder ins Zeug, was Kostüme und Aufführungen betrifft, womit für das seelische Heil gesorgt sein dürfte, und für das körperliche Wohl sorgt die schöne Location, wie man heute sagt. Verhungert sind wir jedenfalls nicht, während Pläne zu Atlan-Serien geschmiedet wurden und alle anwesenden PR-Autoren "unter dem Siegel der Verschwiegenheit" standen, bis Gerüchte über weltumspannende Konspirationen aufkamen. Das wirklich, wirklich einzige Manko des Franken-Cons, das diesmal hoffentlich nicht erneut auftreten wird, ist die etwas geringe Besucherzahl - Leute, das haben Con und Veranstalte einfach nicht verdient! Also: Liebe Franken unter den Lesern dieses Blog-Eintrags: Lasst euere typisch ruhige Art hinter euch und strömt herbei - und für die anderen: Schwanstetten ist auch ohne PikoSyn zu finden - eine Navi oder ein paar gute Pfadfinder reichen!
Ach, und der Teaser bezieht sich auf das diesjährige Motto: Area 51. Ich wusste doch, dass die Franken etwas zu verbergen haben!

Donnerstag, 22. März 2012

Verrücktes Zeugs der Gegenwart Teil 13: Survival of the Fittest

Mit diesem Thema habe ich mich schon das eine oder andere Mal beschäftigt: Leben an Orten, an denen man kein Leben erwarten würde. Dazu gehören hermetisch isolierte Felsschichten, tausende Meter unter der Oberfläche Südafrikas, die Abklingbecken nuklearer Friedhöfe in Amerika, oder heiße Quellen, aus denen bunte Säure sprudelt. Vielleicht liegt es ja an der nahen Universität Regensburg, wo Karl Stetter, heute emeritiert, seine Extremophilen erforschte - oder auch nur an der Vorstellung, dass Lebensformen an extremsten Orten der Erde möglicherweise etwas über die Wahrscheinlichkeit aussagen, mit der Leben auch auf anderen Planeten existieren könnte.Nun gibt es einen weiteren Eintrag in die lange Liste lebensfeindlicher Orte, um deren Lebensfeindlichkeit sich das Leben nicht sonderlich schert: Das Innere eines laufenden Raster-Elektronenmikroskops. Dieser Ort weist physikalisch bedingt zwei durchaus unangenehme Eigenschaften auf. Da wäre zum einen die harte Elektronenstrahlung - darin besteht ja der Sinn der Anlage, Zielobjekte mit Elektronen zu bombardieren, um faszinierende Einblicke in den Mikrokosmos zu eröffnen. Und zum anderen das durchaus harte Vakuum. Zusammen machen sie allen lebenden Wesen den Garaus.

Bis heute. Bis Yasuhito Ishigaki von der Medizinischen Universität von Kanazawa eines Morgens in seinem Rasterelektronenmikroskop ein paar Zecken entdeckte, und beschloss - Zecken sind ja nicht gerade die beliebtesten Zeitgenossen - einmal nachzusehen, wie es den kleinen Mistdingern im laufenden Betrieb der Anlage ergehen würde.

Wie sich herausstellte, wunderbar. Was uns die ersten Aufnahmen von lebenden Wesen unter einem Raster-Elektronenmikroskop einbrachte, und anscheinend handelt es sich dabei nicht um eine Fälschung oder einen Aprilscherz. Jetzt wissen wir, wie es aussieht, wenn uns im Sommer die Zecken attackieren. (Weitere Informationen: www.popsci.com)

Donnerstag, 15. März 2012

Atlan Polychora: Kommandofehler

Okay, Amazon war schneller: Wie erst heute von mir bemerkt, ist Band 2 der Atlan-Trilogie "Polychora" bereits bei Amazon in der Vorankündigung. Damit sind zwei Katzen aus dem Sack: Der Roman trägt den Titel "Kommandofehler", und er stammt aus der bewährten und stets gut gespitzen Feder von Rüdiger Schäfer.

So lakonisch der Titel vielleicht klingen mag, verbergen sich dahinter doch eine ganze Reihe (hoffentlich) dramatischer Ereignisse. Entscheidungen sind zu treffen, Wege sind zu beschreiten, Schicksale stehen auf dem Spiel. Besonders in undurchsichtigen und gefährlichen Situationen erweist sich die scheinbar richtige Vorgehensweise manchmal als der falsche Weg, und Fehler eröffnen Möglichkeiten, mit denen man nicht rechnen konnte. Wie hat man es mir einmal erklärt: Eine Strategie zu entwickeln, besteht darin, Optionen zu eliminieren, bis nur noch eine einzige Option übrig bleibt. Manchmal muss dies überstürzt geschehen, und das hat dann Folgen ...

So, bevor ich mich jetzt weiter in Andeutungen ergehe, überlasse ich Sabine Kropp und dem Ulisses-Verlag die Bühne. Ach ja, Bühne ... Das Titelbild stammt wieder von Arndt Drechsler, und dem ist, glaube ich, nichts hinzuzfügen. 

Freitag, 9. März 2012

Hanns Kneifel ist tot ...

Hanns Kneifel - entnommen www.perry-rhodan.net
Nach kurzer Krankheit verstarb am 07.03.2012 der deutsche Science-Fiction und langjährige Perry Rhodan-Autor Hanns Kneifel in seiner Heimatstadt München.
Ich hatte nicht nur das Vergnügen, ihn als einen interessanten, liebenswerten und engagierten Menschen kennenzulernen, sondern auch mit ihm arbeiten zu dürfen - von mir stammten die Exposees zu zwei seiner Atlan-Romane ("Echo der Verlorenen" aus dem Monolith-Zyklus sowie "Dämmerung über Höllenwelt" aus der Höllenwelt-Trilogie). Für mich bedeutete dies einen gänzlich unerwarteten Kontakt zu einer Legende meiner Jugendzeit - ich kann mich noch lebhaft an einige seiner Romane erinnern, an Reisen mit dem Raumschiff Orion, an Streifzüge durch das Universum Seite an Seite mit Perry Rhodan und an bunte Abenteuer in der Vergangenheit unter dem Schirm des unsterblichen Atlan, der zu seinen absoluten Lieblingsfiguren zählte. Zu sagen, dass es mir leid tut, mich nun nicht mehr intensiv mit Hanns Kneifel über die künftigen Abenteuer des alten Arkoniden austauschen zu können, wäre zu kurz gegriffen, aber um auszudrücken, was ich empfinde, fehlen mir die Worte. Wer hätte gedacht, dass wir uns nicht wider treffen würden - vor ein paar Tagen erst saßen wir gemeinsam auf dem Podium des Perry Rhodan-Weltcon.
Nun ist er gegangen.

Mittwoch, 7. März 2012

Verrücktes Zeugs der Gegenwart Teil 12: Unsichtbarkeit

Ohne Werbung machen zu wollen (obwohl coole Ideen es ja verdient haben, dass man für sie die Werbetrommel rührt), hier ein kleines Video zum Thema ... Unsichtbarkeit.
Okay, Ziel des ganzen ist nicht Unsichtbarkeit, sondern der Einsatz von Brennstoffzellen im Automobilbau, und ganz neu ist die Idee ja auch nicht - aber man muss sie umsetzen, in ein tolles Konzept packen, und schon hat mane einen echten ... Hingucker.
Ich sehe schon, ich gerate da eben an ein logisches Problem.
Naja, aber Spaß macht es doch.

Donnerstag, 16. Februar 2012

ATLAN Polychora Band 1 ist erschienen

Endlich ist es soweit: Mit dem Roman "Die geträumte Welt" aus der Feder  von Achim Mehnert ist (endlich!) der erste Band der neuen Atlan-Trilogie erschienen. Das freut mich sehr, den diesmal war es doch ein recht langer "Geburtsprozess". Ich hoffe, die Leser haben viel Freude an dem Roman; Achim Mehnert äußerst sich jedenfalls in einem Beitrag auf der Homepage von Perry Rhodan sehr positiv über den Schreibprozess. "Die geträumte Welt" bietet Abenteuer, Action, kosmische Rätsel und - nicht zuletzt in der Figur der Tipa Riordan und ihres "Gegenstücks", dem geheimnisvollen "Orakel" - auch Humor. Die allererste Leserstimme im Perry Rhodan-Forum lässt mich jedenfalls hoffen, dass das Konzept ankommt. Also, liebe Atlan-Fans: Zugreifen!
Und da ich das Titelbild des Romans nun wirklich schon oft genug gepostet habe, hier ein paar meiner Eindrücke aus der Entstehungszeit des Exposees - ein kleiner Blick "hinter die Kulissen" sozusagen, erstellt mit Blender (von dem ich ja auch schon gelegentlich berichtet habe):


(das Preview-Bild wird hoffentlich bald geändert!)

Freitag, 27. Januar 2012

Nur ein Job (Teil 2)

Und weiter geht's ... Hier der Link zu Teil 1

Diesmal benutzten wir sogar eine Feuerleiter. Im fünften Stock angekommen, hatte ich meine Höhenangst überwunden. Einen anderen Weg gab es nicht; die Türen weiter unten waren ausnahmslos alle verrammelt und vernagelt. Eine Katze hüpfte davon, über das Netzwerk aus stählernen Treppen und Armierungen, die  bröckelnde Backsteine am Einstürzen hinderten. Das Angenehmste an dem ganzen Unternehmen war noch die Gegenwart von Blümchenkleid, und die Aussicht, endlich diesen Stick in Händen zu halten, der sich binnen Stundenfrist in einen ansehnlichen Batzen Geld verwandeln würde, was meine Existenz sichern würde, und meinetwegen noch die einer ganzen Hundertschaft stiller Teilhaber in jedwedem Gewande.
„Da sind wir.“ Sie stieß eine Türe auf. Sie bestand aus Stahl; ihre Ecken waren mit Klemmvorrichtungen versehen, also war das ziemlich eindeutig eine Feuertüre aus dem letzten Jahrhundert. Na ja, man mußte alles einmal mit eigenen Augen gesehen haben.
Innen war es reichlich dunkel und ziemlich kühl. Ich fror sogar ein wenig. Wir gingen ein Stück, bis zu einem Raum mit großen, gläsernen Oberlichtern, die am dichten Befall mit Moos und Dreck erblindet waren. Blümchenkleid schien diesen Ort zu kennen, worüber ich wirklich froh war, denn wieder trottete ich durch ein stinkendes Labyrinth, das auch noch immer dunkler wurde, bis ein schwacher Lichtschein mein Herz erleichterte; wieder eine Stahltüre, aber sie stand ein Stück offen, und Blümchenkleid huschte hindurch. „Ah, Jerome!“, hörte ich sie sagen.
Jerome saß an einem großen Tisch voller Technik. Eine ziemliche Investition, denn alles war vom Feinsten. Anscheinend bezahle ich Jerome zu viel.
„Jerome, du Mistkerl“, sagte ich in einem müden Abklatsch von Ellies Zorn. „Es ist FAST ZWEI! Wo ist mein STICK?“
Jerome drehte sich von der Tastatur zu mir herum und rieb sich die Nase. Das Licht einer einzelnen Lampe fiel auf seine Brille und eine OneEye Zwo-15, das sich an seine linke Gesichtshälfte schmiegte wie ein Samthandschuh. Wirklich, ich zahle ihm ganz entschieden zu viel.
„Archer. Mein alter Freund und Vertragspartner!“
„Jerome, du unzuverlässiger Nichtsnutz!“
„Setz dich, Archer.“ Aus dem Halbdunkel rollte mir ein Stuhl entgegen. Blümchenkleid kicherte, an eine stählerne Säule gelehnt, die entweder dem Alptraum besoffener Designstudenten entsprungen war, oder einem alten Film.
Na gut, dann eben im Sitzen.
„Jerome. Es ist fast zwei. Wo ist mein Stick? Entschuldige die Weltbank-Geschichte. Dein Geld kommt morgen, versprochen. Ich war auf Papua. Das ist eine kleine Insel.“
„War es nett dort, auf Papua?“
„Geht so. Hör‘ mal. Laß uns über den Preis reden, okay? Bist du unzufrieden? Ich meine – eine Zwo-15. Wer kann sich das schon leisten? Aber wenn du unbedingt darauf bestehst, erhöhe ich …“
„Na ich kann mir das leisten, Archer. Mein Freund.“
Ich glaube, ich habe ihn angeglotzt. Er gab mir ein paar Sekunden Zeit, dann sagte er: „Hörst du mich, Archer? Ich kann es mir leisten. Verstehst du?“
Ich fühlte mich ein wenig verloren in diesem Moment. Was sollte das heißen? Blümchenkleid hörte auf zu kichern. Sie stand hinter mir, was ein angenehmes Gefühl war; irgendwie verband sie mich mit einer Welt, die ich noch verstehen konnte.
„Also, ja, ich glaube schon.“ Meine Kehle war ein wenig trocken. „Es ist also nicht der Preis. Aber was ist dann das Problem? Und wo ist mein Stick?“
„Es ist nicht der Preis.“ Er drehte sich herum auf seinem Stuhl, einmal im Kreis, und blickte mir dann lächelnd ins Gesicht: „Siehst du, Archer, du bist ein mieser Ausbeuter. Ein Schwein wie aus dem Bilderbuch. Aber eben ein Schwein mit Zertifikat. Darum bekommst du die Aufträge, und nur du. Aber da du ja bekanntlich zwar faul, aber nicht blöd bist, hängst du dich an die gleiche Masche wie all die anderen faulen, aber nicht blöden Schweine. Es weiß doch einfach jeder: Millionen von uns leben so lange von der Hand in den Mund, bis sie keinen Finger mehr finden, aber deswegen sind sie noch lange nicht dumm. Aber man braucht ein Zertifikat, und für ein Zertifikat bracht man Geld und die passenden Verbindungen ... Und ach ja, bevor ich es vergesse: auch noch das richtige Geschlecht, die richtige Hautfarbe, und wenn es geht, noch die passende Religion. Ohne Zertifikat läuft nichts.“
Mein Hirn sprang an, endlich: „Du möchtest also ein … Zertifikat?“ Wie bekam man ein Zertifikat? Es würde den Konkurrenzdruck erhöhen, ganz sicher, außerdem war es so illegal wie die Sprengung des Parlaments … Ein Zertifikat. „Ein Zertifikat. Warte. Da gibt es …“
Blümchenkleid kicherte im Hintergrund. Auch Jerome wirkte belustigt.
„ … Möglichkeiten.“
Er gab mir erneut die Zeit, auf den Nachhall meiner eigenen Worte zu lauschen. „Nein, Archer, du ausbeuterischer Hund … Nein.“ Er seufzte. „Bist wohl doch nicht so intelligent, wie ich angenommen hatte.“ Und an Blümchenkleid gerichtet: „Ist das nun gut, oder ist es schlecht?“
Tja. Das war die Frage.
Jeromes nächste Geste umfasste den Raum. „Sieh her!“, kommandierte er.
Ich glotzte wieder. Vermutlich wurde das zum Dauerzustand.
„Was siehst du?“
„Blümchenkleid“, sagte ich. „Und alten Müll. Ein Wunder, das dieses Gebäude noch steht. Die Wände gehören gestrichen.“
Jerome lachte. „Stahl, mein Freund Archer. Viel Stahl. Wände aus Stahl. Sie haben gut gebaut, damals.“ Sein Blick erinnerte mich an einen Haifisch – wo war das gleich gewesen, das mit dem Haifisch? Sydney? Oder doch Kapstadt? Aber warum sah der mich so an? – „Viel Stahl. Denk an die Schule, Archer. An den guten, alten Faraday. Das war der mit dem Käfig.“
„Käfig?“
„Funkwellen“, flötete mir Blümchenkleid ins Ohr, von ganz nah. Ich spürte die Berührung ... „Mensch, du bist ja begriffsstutzig, Archer. Funkwellen. Faraday. Käfig. Klingelt es? Die können da nicht durch!
Diesmal war Blümchenkleids Berührung kurz, aber intensiv. Ich fror und schwitzte zugleich, und verstand vor alldem kein Wort. „Du bist abgekoppelt“, sagte sie mit silberheller Stimme, direkt in mein Ohr: „Dein ganzer vernetzter Schnickschnack, der VirualCortex, das Wireless Global Network, TeleCall, Remote Biosensing and Control, Ortung, Überwachung … vergiss es. Kein Funk. Kein Kontakt. Du bist jetzt ganz alleine auf dieser Welt, und niemand kann dich hören. Bist eben abgekoppelt.“ Sie hauchte mir einen Kuss zu, der sich wie zuckersüße Verlockung über meinen Horror legte.
„Hör zu, Archer. Meine Schwester hier möchte dir sagen, dass du ein völliger Idiot bist. Ich meine, da ist dieses Projekt, Hochsicherheitsstufe. Soll ich dir die Bedingungen vorlesen? Persönliche Identifikation des Programmierers. Zwei-Augen-Prinzip bis zur lückenlos kontrollierten Übergabe an den Auftraggeber, garantiert durch permanente Überwachung von Fingerabdrücken und die eincodierte DNA-Sequenz, und was weiß ich nicht noch alles.“
Blümchenkleid trat von mir zurück, aber das bekam ich kaum noch mit. Jeromes Stimme hatte einen hypnotisierenden Tonfall angenommen: „Jahrelang“, fuhr er fort: „habe ich darauf gewartet. Viele Jahre. Habe für Kerle wie dich geschuftet, Ausbeuter und Sklavenhalter, Kerle, von denen die wenige Arbeit dort oben an die vielen Schlucker hier unten verteilt wird, habe ich gebuckelt vor Kerlen, die so fürchterlich global sind, während wir hier unten brav den ganz und gar lokalen Dreck fressen … Und endlich, endlich bin ich am Ziel. Endlich hat einer von ihnen diesen Fehler gemacht.“
Er sah Blümchenkleid hinter mir an, und sein Redeschwall verrann, wie die Wut plötzlich aus seinem Gesicht wich. Als er fortfuhr, grinste er stattdessen wie ein satter, fetter Kater.
„Was tue ich jetzt nur, Archer, mein Freund? Gib mir einen Rat.“
Ich konnte nicht. Ich lag im Sterben. Ich war abgekoppelt, von allen Netzen. Wie hatte das nur passieren können? Abgekoppelt – freiwillig! Ich war mitgegangen, ich Witz von einem …
„Da gibst du mir doch glatt deine Identität, Archer. Drückst sie mir quasi in die Hand, zwingst sie mir regelrecht auf, Fingerabdrücke, Blutprobe, all den ganzen Kram – nur damit ich deine Arbeit machen kann, während sich der Herr den Bauch streicheln läßt auf Papua Neuguinea, was übrigens eine beeindrucken große Insel ist. Derweil sitze ich hier herum, dumm, arm und hungrig, wie ich bin, und frage mich: Wie soll ich diese grenzenlose Dummheit bloß ausnutzen? Verkaufe ich nun diesen Hochsicherheitscode auf dem Schwarzmarkt – was mich reich machen würde, und dich zum Knastbruder für wenigstens hundert Jahre?“
Ich sank auf dem Stuhl zusammen.
„Oder“, grinste er Blümchenkleid an, die zu ihm trat, nicht ohne sehr langsam mit ihren Fingerspitzen über meinen Arm zu streichen, „oder gibt es da nicht noch weitaus bessere Möglichkeiten? Speziell jetzt, wo unser Freund Archer hier bei uns ist? Mitten in der Höhle des Löwen?“
Er lächelte.
Blümchenkleid lächelte.
„Was meinst du, mein Herzblut?“, fuhr er bedächtig fort, als habe er mich schon vergessen: Ich aber wusste genau, was nun kommen würde. Ich wusste genau, dass dies mein Ende war. Ich erstarrte. „Wie mag es sich wohl anfühlen, die Schwester von Archer zu sein. Von Archer, dem Großmaul, das den Job hat?“

ENDE

(C) G. Roderer 2003

Donnerstag, 26. Januar 2012

Nur ein Job

Eine "vergessene" Kurzgeschichte von 2003, die ich kürzlich auf der Festplatte gefunden habe. Da gibt es eine Stelle, die fast schon visionär ist ...

Nur ein Job


© Götz Roderer 2003


Das Problem war: Jerome hatte den Job. Nein, eigentlich hatte ich den Job – Jerome war es, der arbeitete. Das Appartement gehörte mir. Ebenso die Ausbildung. Und das Zertifikat. Jerome war nicht dumm, doch ohne Zertifikat ging eben nichts, also hatte ich den Job, und Jerome hatte die Arbeit.
Wo steckte der Kerl nur?
Die billige Sonnenbrille klarte langsam auf. Hinter mir ergoss die Sonne ihr grelles, scharfes Licht in die Straßenschluchten; es war heiß und stank nach Müll und gepantschtem Benzin. Vor mir erstreckte sich eine finstere Seitengasse mit einem Himmel aus verrotteten Balkonen, marode Sonnenzellen und armdicken Leitungsbündeln, an denen sie ihre Wäsche trockneten. Vorsichtig machte ich mich auf den Weg; die Aktienkurse, behauptete das Display der Brille, wären schon wieder gefallen, irgendein Krieg in Afrika oder so, nur der Ölpreis schoss wieder einmal hoch wie eine Rakete, aber ich wischte die Anzeige beiseite, denn augenblicklich hatte ich andere Probleme.
Nummer 17d, da war es. Ich starrte die Türe an – gab es hier keine Sensipads? Keine Fingerprint-Sensoren? Ich drückte die Klingel, und irgendwo in den Tiefen des baufälligen Blocks schrillte eine Glocke.
Jerome, Jerome. Das wird ein Nachspiel haben.
Eine dicke, alte Frau öffnete die Türe. Im Schatten hinter ihr verschwand eine jüngere, blitzende Beine in einem Blümchenkleid.
„Ich bin Archer. Wo ist Jerome.“
„Jerome ist nicht hier“, erwiderte sie schleppend.
„Was heißt, er ist nicht hier? Archer. Ich bin Archer. Klingelt was? Der, von dem das Geld stammt, verdammt. Archer! Hier, diese Hand füttert euch!“
Sie blickte auf meine Hand, auf die Finger, jeden einzelnen. Im Hintergrund raschelte es.
„Jerome nicht hier. Jerome fort.“
„Verdammt, ich brauche diesen Stick! Diesen M – E – M – O – S – T – I – C – K. Du verstehen? Nein? Kleines, silbernes Ding? Nein? Ich muß Jerome sprechen, sofort! Dieser verdammte Kerl!“
Sie starrte mich an wie eine Kuh. Hörte ich da etwas aus dem Hintergrund? Es klang fast wie ein Lachen. Kurz, aber silberhell.
Jerome!“, schob ich die Alte beiseite. Wirklich, man hatte nur Ärger. Den ganzen Tag. All diese Verpflichtungen, die Termine, die Verträge, und nur Ärger, Ärger und wieder Ärger. TransDataCorp würde toben! – bestenfalls. Ein Sicherheitscode für die transkontinentale Übertragung von Firmendaten, custom-programmiert, chaotisch gegen Codeflow-Analysen geschützt, Abgabetermin – die Uhr in der Brille zeigte 13:11 Uhr. In einer knappen Stunde also. Ich schob sie auf die Stirn. Die Uhr verschwand, das Display erlosch, nur meine Nervosität tat das leider nicht. Ich meine – da gab es Ratenzahlungen zu leisten. Und ein Renommee zu verlieren. Und Jerome, diesen Stümper, war fort.
Irgendwie lavierte ich mich an der Alten vorbei, die mich mit offenem Mund anstarrte, mal ins Gesicht, dann wieder auf meine Finger, als hätte ich eben ein lustiges, kleines Zauberkunststück gezeigt. Der Schatten der jungen huschte derweil lautlos eine Treppe empor. Es war kühl hier drinnen, gedämpftes Licht, recht angenehm eigentlich, wenn die Möbel nicht alle vom Sperrmüll geklaut worden wären, und zwar wenigstens zweimal, und wenn es diesen säuerlichen Geruch nach Mensch nicht gegeben hätte. Ich wünschte mich zurück in meine eigene Welt, so nüchtern und kunstvoll, oder wenigstens zurück in mein Auto, das mir immer das beruhigende Gefühl vermittelt, ständig mit einer riesigen, unaufhaltsam vorwärtsschreitenden Welt verbunden zu sein – und nicht ein Teilnehmer an einer Expedition in die Vergangenheit, dem die Rückfahrkarte abhanden gekommen ist. Ich meine – hier gab es Glühbirnen! Wenn sie nicht kaputt waren, würden sie wohl auch noch leuchten!
Unten gab es nur diesen einen Raum. Er musste also oben stecken. Ich lugte die Treppe hinauf. „Jerome? JEROME?“ Hoffentlich schwitzte er vor Angst.
Ein paar dunkle Augen sahen mir entgegen. Da lächelte jemand. Es konnte nicht Jerome sein, denn der trug nun wirklich keine Blümchenkleider. Niemand trug heutzutage Blümchenkleider.
„Er ist nicht da. Jerome. Er ist gegangen.“ Die Alte hatte sich endlich erholt. „Nicht da. Bitte geh. Archer.“
Ich knarzte die Treppe hinauf. Sie beschrieb einen viertel Wendung und endete in einem großen, fast leeren Zimmer – zwei Türen führten in weitere Räume. In der Mitte stand ein transportabler Wäscheständer, an dem Strümpfe und weibliche Unterwäsche hingen, und dann gab es da noch diesen Tisch, unter dem einzigen Fenster, so ein billiges Klappding aus billigem Rohr und billigem Press-Spahn. Zu meiner Verblüffung stand darauf ein ziemlich teuerer Rechner, vorletzte Mode, ein Drucker, ein Scanner. Kabel bildeten einen wirren Haufen und rangen mit Datenträgern, Sticks und Bergen von Papier um eine ökologische Nische. Über die Tastatur gebeugt saß die junge Frau, blitzte mich über die Schulter hinweg an und schob mit einer Hüftbewegung ihren Stuhl zurecht, während ihre Finger über die Tastatur rasten und sie leise in ein Mikro flüsterte.
„Jerome. Wo ist er. Ich habe es eilig.“
Sie tippte ein letztes Wort, traf sehr selbstbewusst die Enter-Taste, und drehte sich dann auf ihrem Bürostuhl zu mir um, die Beine übereinandergeschlagen.
„Wie meine Mutter schon sagte, er ist nicht hier.“
„Was heißt nicht hier? Natürlich ist er hier. Er muß hier sein – da steht sein Computer, seine Ausrüstung! Irgendwo da drinnen stecken MEINE DATEN …“ Ich mußte mich beruhigen. Langsam, altes Haus. Schöne Augen hatte sie. „Meine Daten. Ich benötige diesen Stick. Sonst gibt es Ärger, und keine Aufträge mehr von mir. Geh‘ und sag ihm das.“
Ihr Blick war nun sehr belustigt. Sie drehte sich einmal im Kreis, und sah mich dann an, wie man ein kleines, verzogenes Kind ansieht, das zu dumm ist, um auch nur zu ahnen, was es alles nicht weiß.
„Jerome“, sagte sie dann langsam, „lebt schon seit einem Jahr nicht mehr hier. Manchmal kommt er uns besuchen“, fügte sie hinzu, nachdem sie mein fassungsloses Minenspiel ausgekostet hatte: „Ist ausgezogen. Wollte nicht bei Mama und Schwester versauern. Männer sind so.“
Ich schnappte innerlich nach Luft.
„Und er schickt Arbeit. Für mich.“ Eine leichte Geste umfaßte den Tisch. „Ich arbeite für ihn. Er arbeitet für sie, Archer. Archer mit dem Job. Dem einen Job. Nett, sie kennenzulernen, Archer …“ Sie lächelte mich an, doch ehe dieses Lächeln seinen Beitrag zu meiner zugegebenermaßen beträchtlichen Verwirrung entfalten konnte, kühlte ihr Gesichtsausdruck auch schon wieder ab, bis aus Belustigung Ernst wurde, und ich irgendwie Geldscheine rieseln hörte konnte. Natürlich gab es die  nicht mehr. Mein Opa hatte Geldscheine gehabt. Sie jedem zugesteckt. Aber wie auch immer, jedenfalls ging es jetzt ums Geld.
„Archer“, benetzte sie sich die Lippen mit der Zungenspitze. „Mal sehen. Ah, ja. TransDataCorp. Hochrangsicherung. Abgabetermin heute. Sie haben übrigens den Weltbank-Auftrag von letztem Monat noch nicht bezahlt. Jerome ist wirklich ein verdammter Schlamper. Er hat den Stick letzte Woche abgeholt. Codeklasse 1, wie gewünscht. Ganz offiziell von ihnen selbst entwickelt. Strenges zwei-Augen-Prinzip. Genetische Sicherung, nach ihrem Genom. Alles getestet und validiert. Macht 250 Credits.“
Sie drehte sich wieder zu mir um. Ich habe sie wohl angestarrt wie ein Mondkalb, denn plötzlich begann sie wieder zu lächeln. „Wenn sie den Stick wollen, müssen sie zu Jerome. Ich, ich mache hier nur die Arbeit.“

Ich stolperte die Treppe hinab wie ein Schlafwandler. So war das also. Das Konzept des persönlichen Outsourcings nahm wirklich groteske Züge an: Archer an der Spitze der Pyramide, gebildet, mit Zertifikat versehen, Besitzer eines wirklich schicken Appartements und eines Autos, das selbst für ihn als teuer galt. Archer mit den sinnlosen Problemen: Wohin nur in den Urlaub fliegen? Ach, was soll die Frage – suborbital dauert die Reise sowieso nur eine Stunde. Da kann man sich doch ganz spontan entscheiden …
Und dann war da Jerome. Die Jeans immer etwas verschlissen, schlau, aber arm. Kein Zertifikat. Clever, also gab es Arbeit für ihn, von Archer, der mit dem Ruf, ein freischaffender Super-Programmierer zu sein, weiter an Jerome, und zwar steuerfrei.
Und von dort, wie ich heute gelernt hatte, weiter zu Blümchenkleid. Das waren dann die Fische, die ganz unten lebten, von dem, was zu Boden sank, zwischen Müll und alten Solarpaneelen und verwilderten Katzen.
Ich erreichte die Türe. Es war heiß, so ganz ohne Klimaanlage. Außerdem bekam ich es allmählich mit der Angst zu tun. Blümchenkleid wich nicht nur nicht von meiner Seite, nein, ihre Finger legten sich sanft, aber nachdrücklich um meinen Oberarm und dirigierten mich auf die Straße. und dort, als wäre ich eine Handpuppe, tiefer in ein Gewirr schmaler Gässchen. „Ich glaube sie heißt Ellie“, sagte sie dabei im Plauderton.
 Mir stand der Schweiß schon bis zum Hals. „Ellie. Noch so eine Schwester, die für ihn arbeitet?“
„Keine Schwester.“ Sie rieb sich mit der Freien Hand missmutig den Nasenrücken. „Ein Flittchen. Aber sie ist ganz nett, für Jeromes Verhältnisse. Vielleicht ist er bei ihr, vielleicht auch nicht. Aber Ellie könnte wissen, wo er steckt.“ Ihre Finger lenkten mich weiter. Ein alter Mann betrachtete uns, zuckte innerlich mit der Schulter, immer nur einen winzigen Schluck vom Vergessen entfernt. Licht und Schatten behandelten einander wie Erzfeinde, die Reviere säuberlich getrennt, und in den Schatten hausten die Ratten.
„Was tut Ellie denn so?“
„Ellie kauft und verkauft. Alles, was sie wollen.“
Ich sah der Begegnung wirklich gespannt entgegen. Inzwischen waren wir tief in einem Stadtviertel gestrandet, von dessen Existenz ich – und wohl auch so gut wie jeder sonst – noch nie etwas gehört hatte. Die Straßen waren eng, die Autos alt, es roch nach Abgasen. Ohne NaviSys wäre ich vollkommen verloren gewesen, sollte Blümchenkleid plötzlich beschließen, dass ich zu langweilig sei, um ihre Zeit an mich zu verschwenden.
Drei Wendungen des Schicksals später standen wir vor einer Türe. Blümchenkleid klingelte.
„Oh, wir haben Glück. Da kommt sie!“
Was hatte ich erwartet? Ellie trug kein Blümchenkleid. Für so eine schäbige Ecke wirkte Ellie sogar recht adrett, und Blümchenkleid rieb sich wieder die Nase und eröffnete den verbaler Eröffnungstanz zwischen den beiden Frauen. Die Zeit zerrann wie Butter in der Hitze, bis sich Ellie endlich dazu herabließ, auch meine Existenz zur Kenntnis zu nehmen. „Dein Name ist also Archer, eh? Jerome hat von Dir erzählt. Du arbeitest als freier, nicht wahr, und das ziemlich erfolgreich?“
„Ja“, sagte ich.
„Jerome hat mir von einem Projekt erzählt. Für TransData. Großer Fisch, nicht wahr? 1000 für Jerome, sagte er. Frage mich, sagte ich, wie viel Du dabei verdienst. Er wusste es natürlich nicht.“
Ich bemerkte, dass Blümchenkleid zu kichern begonnen hatte. „Nicht genug um mir hier die Füße in den Bauch zu stehen. Wo ist Jerome? Ich will ihn sprechen! Jetzt sofort!“
Die beiden Frauen starrten mich an.
„Ich dachte, es sei klar“, sagte Ellie; Ärger straffte ihre Gestalt. „Dieser Nichtsnutz ist abgehauen! Abgehauen! Wegen einer Anderen, der verdammte Mistkerl. Einer Blonden! Aber was“, tat sie es ab, indem sie die Hand heftig schüttelte, wie um ein klebriges Stück Dreck los zu werden, „interessiert mich noch Jerome? Oder“ – jetzt traf mich ihr Blick wie ein Dolch aus glühendem Eis – „oder Archer, der Ausbeuter? Was interessiert mich das alles? Verschwindet. Sucht meinetwegen unten im alten Werk nach ihm, aber lasst mich in Ruhe!“
Sie rauschte davon wie eine ganze Kohorte von Racheengeln, die man in eine Person gestopft hatte.
Ich schwitzte nun wirklich heftig. Blümchenkleid tätschelte meinen Arm. „Nimm’s nicht so schwer, Archer. Wir werden ihn schon noch finden.“
13:31 Uhr. Ja, ich hoffte, das würden wir tun.
Sie zog mich zurück auf die Straße. Unten in Richtung Hafen gab es noch ältere und noch schäbigere Gebäude, wer hätte das für möglich gehalten.
Ich trottete mit ihr.
„Wie heißt Du eigentlich?“
„Ist das wichtig, Archer?“

To be continued ...