Sonntag, 24. Juni 2012

Atlan in der SOL 67

Wie kürzlich im neuen Blog der Perry Rhodan-Fanzentrale (PRFZ) verkündet, wird die kommende Ausgabe der SOL (Nr. 67) wieder einmal eine Kurzgeschichte von mir enthalten. Sie spielt im Jahre 3582 a.D. und beschäftigt sich mit Ereignissen während des Rückflugs der SOL von der heimatlichen Milchstraße zum Mahlstrom der Sterne. Als sie der Spur verschollener Schiffskameraden folgen, sehen sich der Unsterbliche Atlan und eine junge Korvettenkommandantin mit Rätseln kosmischer Bedeutung konfrontiert - und mit einer geheimnisvollen Person, die sich selbst "Hütchenspieler" nennt.

Nicht ohne Grund, wie bald deutlich wird ...

Details zur kommenden Ausgabe der SOL finden sich hier.

Mittwoch, 20. Juni 2012

Beim Stöbern gefunden: Endzeit

Manchmal lässt mich eine Idee nicht mehr so richtig los - etwa die, eine Fortsetzung meines Perry Rhodan-Planetenromans Halo 1146 zu schreiben, der unter der Bandnummer 375 bei Heyne erschienen war. Und zwar ganz ungeachtet der Tatsache, dass es weder einen Auftrag dazu gab, noch - letztendlich - die Buchreihe, da sie eingestellt wurde. Es war sozusagen eine Art Hobby ... Und da ein Manuskript erst dann "statisch" oder "vollendet" ist, wenn es veröffentlicht wurde, erfuhr der Text immer wieder Veränderungen und Neufassungen, wie eine Fingerübung am Klavier, die man mal so, und mal so spielt. Vermutlich hätte ich in der Zeit auch vier Bücher schreiben können, und vermutlich wäre das auch besser gewesen, aber so war es eben.

Das Bild stammt aus einer "Interpretation" des Textes als "Online-Roman". Es zeigt Anarax, dem wir gleich begegnen werden ...  

Endzeit: Prolog

Im Leerraum zwischen Milchstrasse und Andromeda, 1162 NGZ

Es war das letzte Aufbäumen vor der Dunkelheit. Das letzte Licht für lange Zeit.
Hoch über dem einsamen Beobachter griff Eiseskälte nach dem Planeten. Störungsfronten tupften die Tropopause mit weißen Wolkenwirbeln, umgeben von Schleiern aus Eis, in denen sich der Sonnenuntergang zu rubinroten Skulpturen und  Vorhängen aus glühendem Karneol verfing, bis die Farben zu dunklem Amethyst und dem schwachen Widerschein fallender Schneeflocken verblassten. Das Licht schwand, die Nacht begann; minus 123 Grad Celsius, glomm ein Display im Blickfeld des einsamen Beobachters, und der Außendruck unterschritt gerade den tausendsten Teil einer Atmosphäre.
Der Beobachter – Kortrax – senkte den Blick. Am Himmel über ihm würde sich nun endlose Finsternis ausbreiten, eine Schwärze ohne Sterne, ohne Nebel, ohne den tröstlichen Schein eines Mondes, denn dort oben gab es nichts, was zwischen ihm und dem Abgrund stehen könnte, jener Leere, die ganze Galaxien verschluckte. Er wusste, dass er diesen Anblick nicht ertragen würde, und so schloss er die Augen.
Sollte er nicht einfach den Helm öffnen? – ein Griff, ein Schrei, Agonie ... und alles wäre ausgestanden und vorbei?
Wie so oft glitten seine Finger über den Öffnungsmechanismus seines Helmes.
Aber wie so oft zögerte er auch diesmal einen Atemzug zu lange.
Denn da war plötzlich ein neues Licht. Er presste die Augen zu, doch da dieses Licht mit dem Prozess des Sehens nichts gemein hatte, blieb es eine fruchtlose Geste; das, was er erst als einen verwaschenen Fleck wahrnahm, dann als eine Qualle, die aus dunkelster Tiefe aufstieg, um zu versengen und zu töten, entstand mitten in seinem Kopf, wo elektrische Entladungen zu einer unendlich langsamen Explosion aus Schmerz und Farbe anschwollen.
Abhrandor glitt über den Horizont.
Seine Finger, noch immer am Auslöseknopf, verkrampften sich in Spasmen, doch es gelang ihm nicht, den Knopf zu drücken, es gelang ihm nicht, den Helm zu öffnen und sich die Maske vom Gesicht zu reißen, die ihn zwang, all dies zu erdulden, es gelang ihm nicht, der Symbiose ein Ende zu bereiten, die so unabwendbar schien wie die Unendlichkeit des Weltalls, es gelang ihm nicht, seine Augen vor dem Licht zu verschließen und taub zu werden für die Stimmen, die nun in seinem Kopf zu singen begannen, zu einem Chor anschwollen, dessen erratische Melodie noch schwerer zu ertragen war als das grauenhafte Licht.
Doch die Hochphase ging vorüber, ohne dass er starb. Abhrandor entließ ihn wieder in seine eigene Realität. Als dies geschah, schmeckte er Blut auf seinen Lippen; alle seine Muskeln waren verkrampft, sein Herz schlug wie rasend, seine Lungen schrien nach Luft, denn er hatte ganz vergessen, zu atmen. All diesen Empfindungen spürte er nach, bis das Wissen um seine qualvolle Realität endlich den Albtraum Abhrandors vertrieb, und er es schließlich wagte, die Augen zu öffnen.
Um ihn herum war es finster. Der Anzug bemerkte seine geöffneten Augen und aktivierte die Lampen, sodass ihn aus der Dunkelheit heraus eine graue, verfallene Mauer ansprang. Als er den Kopf hob, schälten sich weitere Ruinen aus der Ungewissheit, große, schwere Steinquader, die Stümpfe zweier Türme, und dahinter schließlich weite, graue Dünenfelder, auf denen Blumen aus atmosphärischem Schnee erblüht waren – Atmosphärendruck: Praktisch Null. Temperatur: Minus 250 Grad Celsius. Er drehte sich einmal um seine Achse, bis er eine zweite Person in einem dunklen Kampfanzug entdeckte – Anarax, den Soldaten, der sich allmählich erholte, und dessen Qual er in einem winzigen Teil seines Gehirns eingesperrt hielt, wo sie an ihren Ketten zerrte wie ein gefangenes Raubtier.
Dann erst nahm er allen Mut zusammen und sah zum Himmel hinauf.
Den Kopf in den in den Nacken gelegt, den Geist so weit geöffnet, wie es ihm nur möglich war, spürte er, lauschte er in die absolute Dunkelheit hinein.
Und da waren sie: Fremde Gedankenmuster.
Stimmen, Bilder, Namen strömten auf ihn ein: Sanchez, Torn Deja, Ker'Kir ... so deutlich, dass er sich fast körperlich bei ihnen wähnte, er fast den Geruch von Metallplastik schmecken konnte. Kursvektoren entstanden in seinem Kopf, Energiebilanzen, die orbitale Mechanik einer Anflugparabel; Energieströme wurden überwacht, ein Lineartriebwerk in den Ruhezustand versetzt, ein letztes Bremsmanöver eingeleitet. Wer auch immer dort oben die Ortungsanlagen bediente, konnte auf dieser toten Welt kein Leben entdecken, keine Energiemuster und kein Licht; es gab dort nichts außer einem ausgedehnten Ruinenfeld rings um die Stümpfe zweier Türme, und so sanken Geschwindigkeit und Abstand weiter, auf 500.000 Kilometer, 300.000, 100.000. Schließlich kletterte das Objekt über den Horizont, ein Kugelraumer im Landeanflug. Seine Positionslampen blinkten träge, aus seinen Ringwulst flackerten die Flammen von Impulsmotoren, und als sich das Schiff den Türmen näherte, rissen seine Landescheinwerfer grelle Lichtfurchen in die Finsternis.
«Sieh gut hin, Anarax», flüsterte Kortrax: «Dies dort ist unsere letzte Chance.»
Anarax antwortete nichts.

Sonntag, 3. Juni 2012

Geheimer Perry-Rhodan Con in Schwanstetten (FrankenCon 2012)

Hier ein paar kurze Impressionen vom Perry Rhodan-Con in Schwanstetten. Der Con stand unter dem Motto "Area-51: Was uns verschwiegen wurde". Entsprechend hart waren schon die Eingangskontrollen, denn alle Zugänge wurden von "Men in Black" bewacht.
Man in Black und Seuchenkommando im Einsatz
Es war - wie schon in der Vergangenheit - ein Con der Geheimnisse. Wie man unschwer an den Gesichtern des Organisationskomitees ablesen kann, herrschte gelegentlich Nervosität, ob ES ihnen das nicht verübeln würde. Aber alles funktionierte prima, nachdem erst einmal gewisse schädliche Einflüsse außerirdischer Technologien überwunden waren. Die "Men in Black" hatten da einiges zu tun, und vorallem die gestressten Mitarbeiter der Seuchenkontrolle (Gernot Semmer). Schließlich wimmelt es in einer solchen Halle der Geheimnisse von Ungeziefer ...
Gazelle in der Area 51 - sie sind tatsächlich da!
Nach dem Intro folgten viele längere und kürzere Vorträge, die ich mir diesmal auch ausgiebig angesehen habe (normalerweise verschwinde ich immer zum Kaffeetrinken und Ratschen).

Ganz besonders gefallen haben mir die Beiträge von Risszeichner Bernard Stoessel über Area 51, geheime Flugzeugprojekte, Missinterpretationen (von Fischen) und ... Angela Merkel. Sehr kurzweilig und humorvoll, und obwohl ich dachte, mich einigermaßen mit der Geschichte des Flugzeugbaus auszukennen, erfuhr ich doch so manch interessantes Detail. Roger Schulz lieferte sodann einen interessanten Kurzvortrag über 2650 Hefte Perry Rhodan, wobei er sein Versprechen einhielt, das alles in 30 Minuten zu absolvieren. So extrem gerafft, zeigten sich einige interessante Meta-Strukturen.
Roger Schulz und Michel Thiessen, nach getaner Arbeit
Dann ging ich aber doch zum Kaffeetrinken und Rauchen, denn das Wetter war gut geworden. Michael Thiessen und ich diskutierten über den kommenden Band 3 der Atlan-Polychora Trilogie, an dessen Exposee ich gerade arbeite, und wie die ganze Geschichte um geschwärzt und geschwärzt in geschwärzt weitergehen könnte. Er hatte da einige tolle Ideen, die mit Sicherheit einfließen werden, sofern Sabine und der Verlag mich lassen ... Aber primär ging es eben um Band 3, denn die Uhr tickt. Womit ich auch so meine Geheimnisse hatte, auf diesem Con. Schließlich überredete mich Michael, mir den Vortrag von Dr. Johannes Rüster über Perry und Heldenfiguren anzuhören - und es war ein wirklich toller, interessanter Vortrag.

Dieter Reich im Einsatz
Weiter ging's mit Geheimnissen. Wie immer gab es ein tolles Bühnenbild und humorvolle, mit Liebe zum Detail vorgebrachte Showeinlagen. Die Beiträge, in denen Walter Sehrer den Superintelligenzen-Psychiater spielt, werden in einem Film zusammengefasst, weshalb ich sie hier ausspare - aber sie sind sehr sehenswert geworden! Sobald der Film verfügbar ist, werde ich es hier vermelden.

Der Tag näherte sich schnell und unterhaltsam seinem Ende. Hier wurde wie immer viel Arbeit investiert, um den Besuchern immer neue Facetten des Perry Rhodan-Universums nahezubringen - und es ist gelungen. Zu meiner großen Freude wurde endlich auch ein dunkles Geheimnis der Serie gelüftet, beispielsweise, warum sich niemand mehr an Dimetrans- Dimesexta oder gar Septadimparallelspurtriebwerke erinnert. Hier sehen wir den Schuldigen, auf frischer Tat ertappt:

Die Vernichtung der Konstruktionsunterlagen
Ich werde meine Besuche auf dem Nürnberger PR-Stammtisch wohl weiterhin dazu benutzen, das Con-Team zu einem neuen Con zu ermuntern. Vielleicht gelingt es mit vereinten Kräften ja eines Tages sogar, ein paar Franken mehr zu einem Besuch in Schwanstetten zu animieren. Die Mannen (und Frauen) des Nürnberger Clubs hätten es wirklich verdient.

Kurz: Die Reise hat sich gelohnt. Ich werde sie wieder antreten, so ich Gelegenheit dazu bekomme!