Dienstag, 15. November 2011

Die Furcht des Expokraten vor dem Roman

Schauplatz. Prinzipskizze. Wird wohl ganz anders aussehen
Die Spannung steigt nicht etwa langsam an, nein, sie überfällt mich ganz plötzlich, heftig, und - immerhin ist das schon eine gewisse Verbesserung - nicht mehr ganz so unvorbereitet. Das erste Exposee zur neuen Atlan-Trilogie hat seinen Weg zum Autoren gefunden, und dieser - um genau zu sein, Achim Mehnert aus Köln - arbeitet nun eifrig daran, das, was ich mir da in meinem Stübchen ausgedacht habe, in ein buntes, spannendes und rasantes Science Fiction-Abenteuer umzusetzen.

Ich hege ja so meine Hoffnungen, dass er es wieder einmal schaffen wird, meine Fehler oder Entscheidungen ihn also nicht zu sehr behindert haben; Fallstricke gibt es jedoch viele, ob nun durch die Komplexität des Perry Rhodan-Universums bedingt, oder durch jene schleierhaften, nur intuitiv erfassbaren Mechanismen, die eine Geschichte zu einer guten Geschichte machen (oder das Gegenteil bewirken). Aber eine Garantie gibt es natürlich nicht. Also frage ich mich, meistens nachts um Eins: Wird der Leser nachvollziehen können, was sich in der Figur des XXX abspielt, und welche Gefühle er dabei durchlebt? Kann sich dieser Leser, oder diese Leserin, in die Gruppe von Menschen versetzen, die da so plötzlich abhanden kommt? Bindet YYY die Altleser, während ZZZ auch neuen Lesern einen Ansatzpunkt für ihre Phantasie bietet?

Über dieses und ähnliche Themen habe ich schon des öfteren im Magazin SOL der Perry Rhodan-Fanzentrale laut nachgedacht, aber was leider noch nicht geschehen ist, das war die Ankunft eines Briefes mit dem folgenden Text: "Lieber Herr Roderer! Nachdem ich nun seit einiger Zeit Ihre Bemühungen um Dramaturgie, Szenengestaltung und Figurenentwicklung beobachtet habe, möchte ich Ihnen hiermit die fünf ultimativen Tipps mitteilen, die in diesem Geschäft garantiert zum Erfolg führen. Betrachten Sie es als ein altes, von Generation zu Generation überliefertes Geheimnis, in dessen Genuss sie nach all dem von Ihnen vergossenen Schweiß nun kommen. Erstens ..."
Und mit diesem Gedanken schlafe ich dann irgendwann ein.

Aber Träume sind eben Schäume, und wenn dann abends das Telefon klingelt, oder ich meine Mails abrufe, beschleicht mich immer wieder eine gewisse Beklemmung. Das legt sich erst in dem Moment, wenn ich dann das fertige Buch in den Händen halte. Und meinen Hut vor den Autoren ziehe, die alles ausbügeln, was ich so in die Expos hineingefehlert habe.

Und dann denke ich: Naja, man lernt nie aus, und ran geht's an das nächste Expo.

Kommentare:

  1. Seh's positiv: Alle warten gespannt aufs Ergebnis. Nicht nur Du, auch ich, auch die Leser ...

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