Freitag, 12. November 2010

Papiertiger

Ich weiß nicht, ob die folgenden beiden Meldungen etwas über die Zukunft der Menschheit im All aussagen oder nicht, aber unterhaltsam finde ich sie trotzdem:
Das britische Fluggerät Vulture-1 hat erstmalig erfolgreich Bilder vom Rand des Weltalls übermittelt und diese Mission auch unbeschädigt abgeschlossen.
Ich weiß, das klingt jetzt nicht gerade aufregend, aber Vulture-1 ist keine Rakete und auch kein Höhenaufklärer, ist kein Geisteskind von Burt Rutan (Spaceship One) oder Elon Musk (Falcon 9), sondern ein ... Papierflugzeug. Aus - eben. Aus Papier. Etwas überdimensioniert, aber doch nur aus Papier. Damit wurde der erste Meilenstein des internationalen Unternehmens Paper Aircraft Released In Space (PARIS) erfolgreich absolviert, der auf eine japanische Initiative zurückgeht (genannt: Wir werfen Papierflieger aus der internationalen Raumstation ISS und lassen uns überraschen).
Sind das die Anfänge einer ganz neuen Technologie? Es könnte uns einiges bevorstehen, insbesondere, wenn man noch die zweite Meldung hinzunimmt: Diesmal geht es um leichtgewichtige Bauelemente für Raumstationen und Raumschiffe, die im All aus - nein, nicht aus Papier, sondern aus Rohstoffen gefertigt werden, die als platzsparendes Granulat von der Erde oder theoretisch auch dem Mond geliefert werden. Hintergrund sind bahnbrechende Weiterentwicklungen im Bereich des 3D-Drucks von komplexen mechanischen Baugruppen. Die neugegründete Firma Made in Space scheint ernsthaft gewillt zu sein, diesen revolutionären Ansatz in die Tat umzusetzen und sammelt derzeitig die benötigten Geldmittel ein, um einen ersten Drucker auf der ISS zu installieren.
Einen gewissen Charme kann man der Idee nicht absprechen. Immerhin besteht die Zukunft im Erfolgsfall dann nicht nur aus ... (politischem) Papier.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Verwirrung um die Nachbarn

Kann es tatsächlich Leben auf Gliese 581g geben - dem ersten erdähnlichen Planeten, der je in der bewohnbaren Zone um eine Sonne entdeckt wurde (mit Ausnahme der Erde natürlich)? Hat uns von dort tatsächlich schon vor zwei Jahren ein kurzer, intensiver Lichtpuls erreicht, wie der Astronom Ragbir Bhanthal vor wenigen Tagen meldete? Es wäre eine rasche Folge geradezu unglaublicher Entdeckungen, die unser Weltbild ...
Doch Halt. Die Frage lautet nicht, ob auf Gliese 581g Leben existiert, oder vielleicht sogar intelligentes Leben, sondern vielmehr, ob der Planet existiert oder nicht. Die Entdeckung von Gliese 581g geht auf langjährige Messungen am HIRES-Experiment am Keck-1 Teleskop sowie dem HARPS-Experiments des La Silla-Teleskops zurück. Doch hier geht es keineswegs um optische Bilder des Planeten (mitsamt Meeren und Gebirgen, wie Darstellungen in der Presse vermuten lassen), sondern um große, über Jahre gesammelte spektroskopische Datensätze, denen man anschließend mit statistischen Methoden zu Leibe rückt. Ausgerechnet die Wissenschaftler des HARPS-Experimentes behaupten jetzt jedoch, in ihren Daten keine Spuren von Gliese 581g finden zu können.
Was nicht bedeutet, dass es Gliese 581g deswegen nicht gibt. Man ist sich lediglich darüber nicht mehr einig.
Was wieder einmal ein bezeichnendes Licht auf die Gefahren der indirekten, statistischen Datenanalyse wirft. "Wer misst, misst Mist", pflegte mein Professor immer zu sagen, und, ja, er hatte Recht damit. "Ungezielte" Messungen und nachfolgende, statistische Auswertung sind immer eine sehr, sehr, sehr gefährliche Sache - ob es nun um fremde Planeten geht, das Klima, das Wetter oder - sehr weit verbreitet - Studien zu soziologischen Themen.
Immerhin streiten sich die Astronomen nun öffentlich, und mit allen Daten auf dem Tisch

Sonntag, 19. September 2010

Austria-Con 2010


Zurück vom Austria-Con 2010 bleibt die Erinnerung an ein rundum gelungenes Wochenende -und wunde Füße vom langen Stehen im Conlokal, tief im historischen Untergrund von Wien. Das Programm war bunt und abwechslungsreich, die Organisation hervorragend, die Menschen wie immer gut gelaunt und die Gespräche interessant (und manchmal auch sehr ausgedehnt). Über vieles könnte man berichten, zum Beispiel das geniale "Panini-Album", das vermutlich bei zukünftigen Versteigerungen hohe Erlöse einbringen wird (besonders, wenn auch die selteneren Bilder vorhanden sind), oder die Pläne, arkonidische Leibwächterinnen für den Weltcon 2011 zu organisieren ... und keine Naats. Es gab Einblicke in die virtuellen Welten der Zukunft (Marcus Hinterthür) und Ausblicke auf die zukünftige Handlung in der Perry Rhodan-Serie (Uwe Anton), aber auch Rückblicke und schmunzelndes Augenzwinkern (Kabarettprogramm). Das kommende Heyne-Taschenbuch Jupiter wurde natürlich thematisiert, und sogar einen "Tauchgang mit Atlan und Perry" fand statt, bei dem Achim Mehnert, Marc A. Herren und ich über unsere gemeinsame Arbeit für die Atlan-Taschenbuchserie bei Fanpro berichteten (ins Schwimmen kamen wir zwar schon, aber abgetaucht sind wir dann doch nicht). Angelockt von diesem Angebot fanden sich sogar Perry mit Freundin sowie Gucky und Icho Tolot ein, der dann aber doch nicht ins Lokal passte (Raimund Peter).
Wie immer war es ein ausgesprochenes Vergnügen, mit Freunden und Kollegen zusammenzukommen und in unserer gemeinsamen Faszination zu schwelgen, und das in einer so schönen Stadt wie Wien - die es sich auch noch anders überlegte und uns den prognostizierten Regen einfach ersparte.
Alles in allem: Danke, Austria-Con-Team!

Leider hat der hochmoderne Lithium-Ionen-Akku meiner Kamera mal wieder nicht mitgehalten. Für den Weltcon im kommenden Jahr werde ich mir wohl eine neue kaufen müssen.

Dienstag, 7. September 2010

Globalisierung

Bin über den Blog von Charless Stross (SF-Autor, sehr zu empfehlen) beim diesjährigen AussieCon 4 in Australien gelandet.
Programmpunkt für "Friday, 5. September, 10 a.m. - 5 p.m.": Kaffeeklatsches
Beruhigend, wie ähnlich sich die Menschen doch sind.

http://www.aussiecon4.org/

Dienstag, 31. August 2010

Eintrittspreise ...

Während ich mit leichten Erfrierungserscheinungen ringe (Ibiza: 30°C, Regensburg: 10), rückt der Austria-Con näher. Teile des Alternativprogramms für die mitreisende Familie nehmen Form an, speziell ein Musical-Besuch (Tanz der Vampire, glaube ich, darf mich da aber nicht zu den Experten zählen). Was die nagende Frage aufwirft, ob die nicht alle einen an der Waffel haben. Angesichts dieser Eintrittspreise (die vermutlich kaum ihren Weg in die Taschen der hüpfenden und röchelnden Künstler finden werden) frage ich mich doch, ob gewisse Berufsentscheidungen nicht schlicht falsch gewesen sein könnten ... Glücklicherweise heilt mich der Gedanke an ein rosa ... Pütpüt? sowie der vermutete Wahrheitsgehalt der eingeschobenen Anmerkung doch rasch von solchen existenziellen Zweifeln. Na denn, also weiter Autos bauen ... und ein wenig SciFi, zur Entspannung ...

Freitag, 27. August 2010

Anstehend: ATLAN


Zurück aus dem Kurzurlaub im sonnigen Süden stehen einige Themen an, die noch schnell erledigt werden wollen, bevor wieder der Arbeitsalltag beginnt. Allen voran geht es dabei um ein Konzeptpapier für eine neue ATLAN-Trilogie. Ein erstes Konzept liegt Sabine Kropp bereits vor, aber verschiedene Telefonate und Gespräche mit Michael Marcus Thurner auf dem Colonia-Con brachten doch neue Ideen, die ich jetzt einarbeiten muss. Bis jetzt existieren nur Skizzen in meinem Notizbuch (ein Begleiter zwischen den Tauchgängen, falls ich in 27 Metern Wassertiefe plötzlich eine Eingebung haben sollte). Ich bin schon jetzt auf Sabines Rückmeldung gespannt!

Eine Figur, über deren Schicksal ich dabei nachdenke, ist im Bild im Hintergrund zu sehen (verfremdet anhand einer Bleistiftzeichnung unserer Tochter nach ATLAN-Monolith Band 2: Todeszone Zartiryt von Rüdiger Schäfer).

Samstag, 7. August 2010

Vorurlaubsim- oder Depressionen?

So ein Blog ist ja, wie der Name schon sagt, eine Art Tagebuch. Da schreibt man also rein, was einen so über den Tag bewegt, zum Nachdenken bringt, interessiert oder auch mal verärgert. Aber was tun, wenn sich die Tage häufen, an denen nun wirklich nix passiert außer dem alltäglichen ... Wahnsinn? So ein Blog sollte doch auch ein Thema haben, oder nicht? Und wenn dieser Wahnsinn nun mal nicht zum Thema passt?
Dann gehen einem die Posts aus.
Eigentlich sollte ich mich langsam auf den nahenden Austria-Con in Wien freuen - ein Event mit der ganzen Familie, die sich dann in der Stadt verstreut, um ihren spezifischen Vorlieben zu frönen (Lipizzianer und Einkaufsbummel sind nichts für mich, ich wandere also in die Kavernen des Con-Lokals). Ich müsste für den Con noch ein Arbeitspapier zum Thema ATLAN vorbereiten, so war's mit der Redaktion besprochen. Und schließlich ist da auch noch ein anderes - ich mag die Bezeichnung nicht, aber sie umschreibt es treffend - Projekt, das kurz vor dem Ende der "primären Schaffensphase" steht, interner Zieltermin: klar, der Austria-Con.
Aber wofür geht meine ganze Energie drauf? Ich will ja nicht jammern, aber diese Woche hat die Industrie, soweit es mich betrifft, irgendwie den Vogel abgeschossen: Zeitgleich in Osteurope und in Deutschland zu sein, ist ja das eine, aber dann auch noch ein, zwei Tage zuvor in Südamerika anzulanden, um von dort zwei Tage später bitteschön in die USA zu fliegen, macht vier Termine an zwei Tagen auf, naja, drei Kontinenten, das ist eine klare Steigerung ...
Gut, dass der liebe Gott WebEx, Telefonkonferenzen, Visafristen und sogar die Einsicht ins Unmögliche erfunden hat. Letzteres wohl zähneknirschend.
Aber dann, nach dieser Woche, wenn endlich der Urlaub anfängt, und kein Termin irgendwo zwischen hier und dem Schleier-Nebel hineinplatzt, dann beschäftige ich mich mit dem Austria-Con. Und mit meinem Freund ATLAN. Der kann dann an meiner Statt durchs Universum jetten ... Der arme Kerl.