Vor lauter Terminen in der letzten Zeit habe ich es ganz vergessen: In der aktuellen Ausgabe von phantastisch! findet sich ein Interview, das ich mit Hannu Rajaniemi führte, dem Autor des vielgelobten Debütromans "Quantum". Beides hat mir viel Vergnügen bereitet: den Roman zu lesen ebenso wie dieses Gespräch zu führen. Natürlich geht Hannu auf seine aktuelle Arbeit an neuen Romanen um den Meisterdieb Jean le Flambeur ein, aber auch abseits davon weiss er so manches interessante Detail aus seinem Werdegang zu berichten. Meine Empfehlung: Ausgabe 44 von phantastisch! ordern und das Interview lesen! Montag, 24. Oktober 2011
Interview in phantastisch!
Vor lauter Terminen in der letzten Zeit habe ich es ganz vergessen: In der aktuellen Ausgabe von phantastisch! findet sich ein Interview, das ich mit Hannu Rajaniemi führte, dem Autor des vielgelobten Debütromans "Quantum". Beides hat mir viel Vergnügen bereitet: den Roman zu lesen ebenso wie dieses Gespräch zu führen. Natürlich geht Hannu auf seine aktuelle Arbeit an neuen Romanen um den Meisterdieb Jean le Flambeur ein, aber auch abseits davon weiss er so manches interessante Detail aus seinem Werdegang zu berichten. Meine Empfehlung: Ausgabe 44 von phantastisch! ordern und das Interview lesen! Sonntag, 23. Oktober 2011
Verrücktes Zeugs der Gegenwart Teil 8 - HDTV und Audio
Habe heute versucht, ein Home Cinema Audio System an unseren (endlich) erworbenen HDTV-Fernseher anzuschließen - ich glaube, ich gehörte zu den letzten zehn Menschen auf Erden, die noch "in die Röhre glotzten", und neun davon sind älter als 93 Jahre. Aber geistig scheine ich durchaus zu ihnen zu gehören, denn das Durcheinander aus Standards, halbgaren technischen Lösungen, verkrüppelten Systemansätzen und nicht-ganz-kompatiblen-Formaten ist einfach atemberaubend. Da investiert man als Gesellschaft Unsummen in ein ach-so-herrlich-modernes TV-Format ... und bleibt dann bei ARTE hängen. Nichts gegen ARTE, aber man muss nicht das ganze Leben hochintellektuell angehen (zur Definition eines Intellektuellen siehe Wikipedia). Nein, es gibt auch richtig gute Serien, die man hier aber leider nicht auf DVB-T in HD zu sehen bekommt, weil irgendein sesselpf...der Senderat sie wohl für zu albern hält.
Gut, dachte ich mir, dann schleife ich halt das gute, alte Kabelfernsehen mit ein. Ein Schachzug, den wohl kein Hersteller moderner TV-Geräten auch nur im Entferntesten erwogen hat, was zu einem derartigen Kuddelmuddel in den Senderlisten führt, dass nicht nur die Damen in diesem Haushalt auf die Barrikaden steigen. Abgesehen davon, dass Kabel (ohne Zusatzkosten) ja gar kein HD sendet, und der ganze Kram deshalb eine unsinnige Investition war, sofern man nicht noch extra Geld hinterherwirft. Ach, ja, bleibt noch Satellit - nur haben wir dieses Haus gemietet, und der Vermieter wäre wohl nicht erfreut, wenn ich alle Wände aufstemmen würde, nur um die benötigten Kabel reinzukriegen ... Also nur ARTE in HD, ok. Der Rest bleibt wie gehabt. Schon verstanden.
Aber was haben die nur mit dem Timing zwischen Bild und Ton angestellt? Vielleicht bin ich ja überempfindlich, aber mein Musik-Setup kann unmerkliche Latenzen bei voller Synchronität garantieren, und was Windows hinbekommt, sollte doch nun wirklich ein spezialisiertes Gerät auch hinkriegen ... Nach einigem Herumgefummel (bei dem ich um einige Jahre gealtert bin), klappts ja auch. Herrgott, warum nicht gleich ...
Nun bekommt aber das Audio-System die Daten digital, was es auch soll, um den tollen Raumklang hinzuzaubern - und da öffnet sich das nächste Loch im Boden der Technik. Natürlich haben die sich nicht auf einen Standard einigen können, bei dem der gewünschte Lautstärkelevel vom Fernseher zum Audio-Setup übertragen wird (ist ja nur digital-optisch, da muss man ja Bits sparen, so eng geht das mit den Daten zu - Ironie aus). Ergo schert sich die Audio-Mühle nicht um den Lautstärkewunsch des Zuschauers (nicht nur den der besagten Damen), was unweigerlich zur Diskussion führt, ab welcher Anzahl von Fernbedienungen das Wohnzimmer in den Garten hinaus erweitert werden müsse. Aber halt - der Hersteller der Audio-Mühle hat mitgedacht und liefert eine formschöne und perfekt programmierbare Fernbedienung mit, die alle Probleme erschlägt (warum sein Gerät nicht auf die Fernbedienungen der anderen Hersteller eingerichtet werden kann, hat einen plausiblen Grund, den zu erläutern ich mir jedoch erspare). Klappt ja auch alles ganz toll. Nur eine Taste wird nicht unterstützt .Und zwar die, die ... Tusch: Ordnung in die wirren Senderlisten bringt. Agnnn. Und ohne die droht Meuterei.
Bleibt nur, auf die digitale Verbindung zu verzichten. Dann halt kein 5.1-Audio vom Fernsehen, sondern konventionell Stereo. Das ist regelbar. Sogar von der TV-Fernbedienung aus. Doch halt - der Hersteller des Fernsehers hat auf den entsprechenden Ausgang verzichtet. Braucht ja eh' keiner mehr. Man hat ja ... Tusch: Digital.
Oh Mann, was für eine Sch ... Bin ich jetzt zu doof, oder haben all die Millionen Kunden vor mir ihr sündhaft teures 5.1-Equipment an normalen Stereo-Signalen hängen? Ohne vollen Nutzen? Oder verwenden sie jeden Abend 27 Fernbedienungen, sozusagen als Gehirn-Jogging? Oder bin ich einfach nur ein Relikt aus dem letzten Jahrtausend? Aber laut Internet bin ich nicht alleine ...
Aber ich habe eine Lösung gefunden. Hahaha (hallendes, dioablisches Gelächter). Ich bring einfach alles zum Händler zurück und kauf' mir einen riesen Haufen guter Bücher.
Gut, dachte ich mir, dann schleife ich halt das gute, alte Kabelfernsehen mit ein. Ein Schachzug, den wohl kein Hersteller moderner TV-Geräten auch nur im Entferntesten erwogen hat, was zu einem derartigen Kuddelmuddel in den Senderlisten führt, dass nicht nur die Damen in diesem Haushalt auf die Barrikaden steigen. Abgesehen davon, dass Kabel (ohne Zusatzkosten) ja gar kein HD sendet, und der ganze Kram deshalb eine unsinnige Investition war, sofern man nicht noch extra Geld hinterherwirft. Ach, ja, bleibt noch Satellit - nur haben wir dieses Haus gemietet, und der Vermieter wäre wohl nicht erfreut, wenn ich alle Wände aufstemmen würde, nur um die benötigten Kabel reinzukriegen ... Also nur ARTE in HD, ok. Der Rest bleibt wie gehabt. Schon verstanden.
Aber was haben die nur mit dem Timing zwischen Bild und Ton angestellt? Vielleicht bin ich ja überempfindlich, aber mein Musik-Setup kann unmerkliche Latenzen bei voller Synchronität garantieren, und was Windows hinbekommt, sollte doch nun wirklich ein spezialisiertes Gerät auch hinkriegen ... Nach einigem Herumgefummel (bei dem ich um einige Jahre gealtert bin), klappts ja auch. Herrgott, warum nicht gleich ...
Nun bekommt aber das Audio-System die Daten digital, was es auch soll, um den tollen Raumklang hinzuzaubern - und da öffnet sich das nächste Loch im Boden der Technik. Natürlich haben die sich nicht auf einen Standard einigen können, bei dem der gewünschte Lautstärkelevel vom Fernseher zum Audio-Setup übertragen wird (ist ja nur digital-optisch, da muss man ja Bits sparen, so eng geht das mit den Daten zu - Ironie aus). Ergo schert sich die Audio-Mühle nicht um den Lautstärkewunsch des Zuschauers (nicht nur den der besagten Damen), was unweigerlich zur Diskussion führt, ab welcher Anzahl von Fernbedienungen das Wohnzimmer in den Garten hinaus erweitert werden müsse. Aber halt - der Hersteller der Audio-Mühle hat mitgedacht und liefert eine formschöne und perfekt programmierbare Fernbedienung mit, die alle Probleme erschlägt (warum sein Gerät nicht auf die Fernbedienungen der anderen Hersteller eingerichtet werden kann, hat einen plausiblen Grund, den zu erläutern ich mir jedoch erspare). Klappt ja auch alles ganz toll. Nur eine Taste wird nicht unterstützt .Und zwar die, die ... Tusch: Ordnung in die wirren Senderlisten bringt. Agnnn. Und ohne die droht Meuterei.
Bleibt nur, auf die digitale Verbindung zu verzichten. Dann halt kein 5.1-Audio vom Fernsehen, sondern konventionell Stereo. Das ist regelbar. Sogar von der TV-Fernbedienung aus. Doch halt - der Hersteller des Fernsehers hat auf den entsprechenden Ausgang verzichtet. Braucht ja eh' keiner mehr. Man hat ja ... Tusch: Digital.
Oh Mann, was für eine Sch ... Bin ich jetzt zu doof, oder haben all die Millionen Kunden vor mir ihr sündhaft teures 5.1-Equipment an normalen Stereo-Signalen hängen? Ohne vollen Nutzen? Oder verwenden sie jeden Abend 27 Fernbedienungen, sozusagen als Gehirn-Jogging? Oder bin ich einfach nur ein Relikt aus dem letzten Jahrtausend? Aber laut Internet bin ich nicht alleine ...
Aber ich habe eine Lösung gefunden. Hahaha (hallendes, dioablisches Gelächter). Ich bring einfach alles zum Händler zurück und kauf' mir einen riesen Haufen guter Bücher.
Freitag, 21. Oktober 2011
Zeitnot, Weltcon, Youtube
Nicht nur die Zeit ist relativ, sondern auch ihr empfundener Ablauf. Je schneller die Dinge im beruflichen Leben ablaufen (man könnte auch sagen, sich überschlagen), desto langsamer tun sie es für alle anderen Aktivitäten - als gäbe es für jeden Menschen eine konstante Summe an Zeitablauf (Zeit pro Zeiteinheit?), die nicht überschritten werden kann. Jetzt liegt der Perry-Rhodan Weltcon in Mannheim schon drei Wochen zurück, und heute bin ich erst dazu gekommen, meinen Beitrag zum "Stardust-Award" auf Youtube hochzuladen. Es war nicht überraschend, dass ich damit keine Preis (oder Blumentopf) gewonnen habe - andere haben viel mehr von dieser seltsamen Erscheinung namens "Talent", von der es wohl auch eine höchst ungerecht verteilte, feste Summe gibt. Aber auch ich wollte mich filmisch vor den Erfindern, Machern und Kreativen der Serie verbeugen, indem ich die von Christoph Anzykowski designte Tsunami-Jet (Datenblatt in PR 1496) von der Erde zu einer geheimen USO-Basis schicke. Hier nun also die "fertige" Zusammenstellung mit allen Fehlern und Schnitzern und amateurhaften Eigenschaften. Die Musik ist eine ältere Komposition, bei der ich da erste Mal den "Absynth" von Native Instruments eingesetzt habe, und zwar nicht in seiner Hauptfunktion als Pad-Stimme, sondern als Lead-Instrument - und das ist verteufelt schwer abzumischen.
Viel Spaß!
Viel Spaß!
Montag, 10. Oktober 2011
Sonntag, 2. Oktober 2011
Zurück vpm Perry Rhodan Weltcon in Mannheim
Donnerstag, 29. September 2011
Verrücktes Zeugs der Gegenwart Teil 7 - SpaceX wiederverwendet
Es gibt Geschichten, die scheinen einer anderen Welt entsprungen zu sein. Die von SpaceX ist ein Beispiel: Verlacht und immer wieder in Frage gestellt, ist es der (anfangs) kleinen Firma von Elon Musk innerhalb weniger Jahre gelungen, mit der Falcon 1 ein Satellitentransportsystem auf die Rampe zu stellen und, nach einigen Fehlschlägen, allerdings ohne die für Raketenbauer fast schon obligatorische Explosion, in den Orbit zu schießen. Es war das erste Mal, dass dies einem nichtstaatlichen Unternehmen geglückt ist. Kurz darauf brachten sie die viel, viel größere Falcon 9 an den Start - und wieder gelang das Unternehmen. Aber damit nicht genug: Parallel zu Falcon 1 und Falcon 9 wurde auch eine Raumkapsel entwickelt, ein unbemannter Raumtransporter mit der Fähigkeit zur Rückkehr zur Erde. "Dragon" flog erfolgreich, inklusive einer hübschen Wasserung (der Käse an Bord überstand den Flug unbeschadet) und wiederholte damit eine Leistung, die sonst gerade einmal die Amerikaner, die Russen und die Chinesen zustande bringen - Nationen, die ganz sicher auf weitaus größere finanzielle und technische Ressourcen zurückgreifen können, als eine kleine Privatfirma.
Getragen vom Erfolg, der sich hoffentlich wiederholen lässt, was den Beginn regelmässiger Versorgungsflüge zur ISS bedeuten würde - ging SpaceX sofort das Thema einer bemannten Kapsel an. Basierend auf der unbemannten, wiederverwendbaren Dragon-Kapsel kann man natürlich nicht einfach nur die (uralt-) Technik der oben angeführten Nationen kopieren - nein, die finanzielle Schwachstelle dieser Klasse von Raumfahrtzeugen (Apollo, Sojuz, Shenzen) war rasch identifiziert: Das Rettungssystem, eine eigene Rakete am oberen Ende der Kapsel. Wie zwei Vorfälle mit der russischen Sojuz zeigten (ein Rettungsmanöver nach einem abgebrochenen Start, eines nach einem Triebwerksproblem mit der zweiten Stufe - beide Crews überlebten), funktioniert dieses System zwar sehr gut, muss aber, und das ist das Problem, irgendwann aus Gründen der Aerodynamik abgesprengt werden - man hat eine Menge Gewicht umsonst mit sich herumgeschleppt, und obendrein eine Menge Geld einfach weggeworfen.
Während Europa noch über Sinn und Zweck bemannter Systeme grübelt, ging SpaceX mit hochgekrempelten Ärmeln eine grundsätzlich andere Art von Rettungssystem an, das die Kapsel von hinten antreibt (bezeichnet als "Pusher"-Konfiguration). Freilich bleibt auch bei dieser Lösung das Problem des unnützen Mehrgewichts erhalten. Also beschloss man kurzerhand, diese Triebwerke auch für eine gesteuerte Landung einzusetzen - wenn alles glatt ging, wurden sie vorher ja nicht benutzt, und wenn nicht, benötigt man sie sowieso zur Landung. Man hatte dies im Rahmen des Programms "Delta-Clipper" untersucht, aber die Entwicklungslinie wegen Geldmangel aufgegeben. SpaceX allerdings scheint Fortschritte zu machen, nicht nur darin, die Konkurrenz wieder einmal zu düpieren.
Aber die Entwicklung leistungsstärkerer Triebwerke, einer bemannten Kapsel mit "Pusher"-Rettungssystem und der Fähigkeit zur gesteuerten Landung sowie die laufenden Vorbereitungen zur nächsten Demonstrationsmission zur ISS scheint die Mannschaft von SpaceX noch längst nicht auszufüllen. Als nächstes ließ man verlauten, 2012 eine Schwerlastrakete bestehend aus drei gekoppelten Falcon-9 an den Start zu bringen. Äußerlich einer Ariane-V nicht unähnlich, steckt der Unterschied im Detail: Statt auf die üblichen Feststoffboostern, die, einmal gezündet, auf Gedeih und Verderb bis zum bitteren Ende brennen müssen, setzt man auf die Flüssigkeitstriebwerke der Falcon 9. Um die Leistungsfähigkeit zu erhöhen, sind aber die Tanks der drei Einheiten miteinander gekoppelt, was die zentrale Stufe nach Abwurf der beiden Booster sozusagen "mit vollen Tanks" ins Rennen schickt; das gab es einmal bei einer russischen Rakete (ich glaube, es war die wenig erfolgreiche N1 in den 60er Jahren), aber seitdem hat sich niemand mehr an das Prinzip des "Cross-Feedings" herangetraut.
Ich nehme an, die Konkurrenz wird langsam ärgerlich. Laut Medienberichten haben die Arbeiten am neuen Startkomplex bereits begonnen - die Jungs und Mädels buddeln schon die Startlöcher, was sie vermutlich nicht tun würden, würde man bei der Technik der Rakete keine Fortschritte machen.
Was aber soll nun das "wiederverwendet" im Threat-Titel bedeuten? Ganz einfach: Heute ließ SpaceX verlauten, wie ihre Pläne für die Zukunft der Firma und der Raumfahrt aussehen. Ein Video unter http://www.spacex.com/npc-luncheon-elon-musk.php zeigt den Ablauf: Falcon 9 besteht darin plötzlich aus einer rückflugfähigen und landefähigen Hauptstufe inklusive Landebeinen, sowie einer Oberstufe ebenfalls mit Landebeinen und einem PICA-X Hitzeschild. Eine solcherart voll wiederverwendbare Trägerrakete (Dragon selbst ist ebenfalls wiederverwendbar) hätte gewaltige Auswirkungen auf die Raumfahrt: Die Kosten für Treibstoff sind bei weitem nicht mit den Kosten für das Fahrzeug zu vergleichen; selbst wenn nach der Rückkehr umfangreiche Reparaturen nötig wären, würden die Kosten auf möglicherweise 10-20% des heutigen Preisniveaus fallen ... SpaceX hat bereits Antrag gestellt, die nötigen Technologien an seinem Standort in Texas zu erproben. Sie machen ernst, die Leute von Elon Musk.
Jedenfalls beflügeln sie die Phantasie nicht nur von SF-Fans, die in Zeiten der Mondlandungen aufgewachsen sind. Bleibt nur zu hoffen, dass sich SpaceX mit diesem Programm nicht verhoben hat - denn solten sie erfolgreich sein muss ich vielleicht nicht mehr 488 Jahre auf eine Reise zu Robert Bigelows Touristen-Raumstation sparen, sondern nur noch ... ach, was soll's!
Getragen vom Erfolg, der sich hoffentlich wiederholen lässt, was den Beginn regelmässiger Versorgungsflüge zur ISS bedeuten würde - ging SpaceX sofort das Thema einer bemannten Kapsel an. Basierend auf der unbemannten, wiederverwendbaren Dragon-Kapsel kann man natürlich nicht einfach nur die (uralt-) Technik der oben angeführten Nationen kopieren - nein, die finanzielle Schwachstelle dieser Klasse von Raumfahrtzeugen (Apollo, Sojuz, Shenzen) war rasch identifiziert: Das Rettungssystem, eine eigene Rakete am oberen Ende der Kapsel. Wie zwei Vorfälle mit der russischen Sojuz zeigten (ein Rettungsmanöver nach einem abgebrochenen Start, eines nach einem Triebwerksproblem mit der zweiten Stufe - beide Crews überlebten), funktioniert dieses System zwar sehr gut, muss aber, und das ist das Problem, irgendwann aus Gründen der Aerodynamik abgesprengt werden - man hat eine Menge Gewicht umsonst mit sich herumgeschleppt, und obendrein eine Menge Geld einfach weggeworfen.
Während Europa noch über Sinn und Zweck bemannter Systeme grübelt, ging SpaceX mit hochgekrempelten Ärmeln eine grundsätzlich andere Art von Rettungssystem an, das die Kapsel von hinten antreibt (bezeichnet als "Pusher"-Konfiguration). Freilich bleibt auch bei dieser Lösung das Problem des unnützen Mehrgewichts erhalten. Also beschloss man kurzerhand, diese Triebwerke auch für eine gesteuerte Landung einzusetzen - wenn alles glatt ging, wurden sie vorher ja nicht benutzt, und wenn nicht, benötigt man sie sowieso zur Landung. Man hatte dies im Rahmen des Programms "Delta-Clipper" untersucht, aber die Entwicklungslinie wegen Geldmangel aufgegeben. SpaceX allerdings scheint Fortschritte zu machen, nicht nur darin, die Konkurrenz wieder einmal zu düpieren.
Aber die Entwicklung leistungsstärkerer Triebwerke, einer bemannten Kapsel mit "Pusher"-Rettungssystem und der Fähigkeit zur gesteuerten Landung sowie die laufenden Vorbereitungen zur nächsten Demonstrationsmission zur ISS scheint die Mannschaft von SpaceX noch längst nicht auszufüllen. Als nächstes ließ man verlauten, 2012 eine Schwerlastrakete bestehend aus drei gekoppelten Falcon-9 an den Start zu bringen. Äußerlich einer Ariane-V nicht unähnlich, steckt der Unterschied im Detail: Statt auf die üblichen Feststoffboostern, die, einmal gezündet, auf Gedeih und Verderb bis zum bitteren Ende brennen müssen, setzt man auf die Flüssigkeitstriebwerke der Falcon 9. Um die Leistungsfähigkeit zu erhöhen, sind aber die Tanks der drei Einheiten miteinander gekoppelt, was die zentrale Stufe nach Abwurf der beiden Booster sozusagen "mit vollen Tanks" ins Rennen schickt; das gab es einmal bei einer russischen Rakete (ich glaube, es war die wenig erfolgreiche N1 in den 60er Jahren), aber seitdem hat sich niemand mehr an das Prinzip des "Cross-Feedings" herangetraut.
Ich nehme an, die Konkurrenz wird langsam ärgerlich. Laut Medienberichten haben die Arbeiten am neuen Startkomplex bereits begonnen - die Jungs und Mädels buddeln schon die Startlöcher, was sie vermutlich nicht tun würden, würde man bei der Technik der Rakete keine Fortschritte machen.
Was aber soll nun das "wiederverwendet" im Threat-Titel bedeuten? Ganz einfach: Heute ließ SpaceX verlauten, wie ihre Pläne für die Zukunft der Firma und der Raumfahrt aussehen. Ein Video unter http://www.spacex.com/npc-luncheon-elon-musk.php zeigt den Ablauf: Falcon 9 besteht darin plötzlich aus einer rückflugfähigen und landefähigen Hauptstufe inklusive Landebeinen, sowie einer Oberstufe ebenfalls mit Landebeinen und einem PICA-X Hitzeschild. Eine solcherart voll wiederverwendbare Trägerrakete (Dragon selbst ist ebenfalls wiederverwendbar) hätte gewaltige Auswirkungen auf die Raumfahrt: Die Kosten für Treibstoff sind bei weitem nicht mit den Kosten für das Fahrzeug zu vergleichen; selbst wenn nach der Rückkehr umfangreiche Reparaturen nötig wären, würden die Kosten auf möglicherweise 10-20% des heutigen Preisniveaus fallen ... SpaceX hat bereits Antrag gestellt, die nötigen Technologien an seinem Standort in Texas zu erproben. Sie machen ernst, die Leute von Elon Musk.
Jedenfalls beflügeln sie die Phantasie nicht nur von SF-Fans, die in Zeiten der Mondlandungen aufgewachsen sind. Bleibt nur zu hoffen, dass sich SpaceX mit diesem Programm nicht verhoben hat - denn solten sie erfolgreich sein muss ich vielleicht nicht mehr 488 Jahre auf eine Reise zu Robert Bigelows Touristen-Raumstation sparen, sondern nur noch ... ach, was soll's!
Montag, 26. September 2011
Perry Rhodan Weltcon-Programm
Heute wurde es offiziell: Das Programm des Perry Rhodan-Weltcons nächstes Wochenende in Mannheim steht fest. Wer sich für Atlan und sein weiteres Schicksal interessiert:
Samstag, 01.10.2011 um 17:00 im Musensaal:
ATLAN – Neues vom Kristallprinzen
Mit Sabine Kropp,Hans Kneifel, Götz Roderer, ArndtDrechsler, Rainer Castor;
Moderation: Rüdiger Schäfer
Man sieht sich!
Samstag, 01.10.2011 um 17:00 im Musensaal:
ATLAN – Neues vom Kristallprinzen
Mit Sabine Kropp,Hans Kneifel, Götz Roderer, ArndtDrechsler, Rainer Castor;
Moderation: Rüdiger Schäfer
Man sieht sich!
Abonnieren
Posts (Atom)

