Manchmal gibt es Ideen, die irgendwo auf dem Weg vom Expokraten (welch handlicher Begriff!) zum Autor leider etwas an Charme verlieren. So erging es mir auch mit einer Szene im 1. Band von ATLAN MONOLITH: "Planet der Silberherren". Atlan und Santjun müssen auf besagten Planeten hinunter - natürlich in aller Heimlichkeit, denn wo Atlan persönlich in Erscheinung tritt, da zittert jeder Bösewicht, und alle kriminellen Machenschaften kommen schlagartig zum Erliegen, was nicht gerade spannungsförderlich ist. Aber wie soll das geschehen? Ihnen steht ein Kreuzer zur Verfügung, 100 Meter groß, außerdem eine winzige Space-Jet und sogar ein klassischer Raumjäger (wir schreiben das Jahr 3112 alter Zeitrechnung, was es mir erlaubt, mit der Technik meiner persönlichen PR-Hochzeit zu spielen). Rein handlungstechnisch gesehen bietet sich natürlich ein verdeckter Anflug im Planetenschatten sowie ein rasches Landemanöver an, wie in der klassischen Serie des Öfteren geschildert.
Aber genau das stieß mir auf. Außerdem hatte ich Atlan bewusst auf ein einziges 100-Meter-Schiff beschränkt und musste mit den Beibooten haushalten, von denen man ja nicht allzu viele in eine so kleine Schiffszelle packen kann (die Risszeichnungen von R. Zengerle lassen da leider kaum Spielräume). Und Atlan würde das wenige Material noch dringend benötigen ... Dumm nur, dass die zum Gegner übergelaufenen USO-Agenten unten auf Thanaton zuallererst die geheime Transmitter-Verbindungen kappten, um sich ihren Dienstherren vom Hals zu halten ...
Da entstand vor meinem inneren Auge das Bild zweier Kampfanzüge, die, von glühenden Plasmafahnen umgeben, in Thanatons Atmosphäre eintauchen. Schillernde Schutzschirme, wütende Böen aus Feuer - das müsste doch funktionieren! So gleiten nur Helden zu Boden, Helden mit einem ernsten Auftrag ...
Uwe Anton gefiel die Idee nicht so sehr wie mir, weshalb sie auch im fertigen Roman nicht gerade viel Platz einnimmt. Das ist schade, denn zum einen stammt sie von der NASA, die in den 60er Jahren (des vergangenen Jahrhunderts ...) tatsächlich über derartige Rückkehrsysteme für einzelne Astronauten nachdachte - Bremsrakete, Hitzeschutzschild und ein Fallschirm, wenn man so möchte -, und zum anderen bereitet sich der Abenteuerer Felix Baumgartner derzeit auf einen Sprung aus 40 Kilometern Höhe vor. 40 Kilometer Höhe zählen zwar noch nicht zum Weltraum, aber diese Unterscheidung ist eher eine Formalie als ein Garant für das Überleben, sollte der Helm offen stehen.
Es wird sicher ein spektakulärer Ritt, so ganz ohne Kapsel aus den oberen Atmosphärenschichten zu Boden zu segeln, zu beobachten, wie die Erde von einer Kugel zur Scheibe wird, zu einem Mosaik aus Braun- und Grüntönen, zu harten Felsen, die vermutlich wahnsinnig schnell größer werden - ganz so, wie es Atlan und Santjun in "Planet der Silberherren" erlebten (oder ein paar Raumkadetten in Larry Niven/Jerry Pournelle: "Der Splitter im Auge Gottes", denn es gibt nichts Neues mehr in der Welt).
Montag, 12. Juli 2010
Sonntag, 4. Juli 2010
Altersvorsorge
Heiß ist es heute, unerträglich heiß. Ich verstecke mich im Schatten eines ziemlich knorrigen Apfelbaums und blättere im heutigen Posteingang herum. Phantastisch! Nr. 39 und SOL Nr. 59 sind darunter, im Doppelpack - das verspricht interessanten Lesestoff. Für beide Magazine durfte ich in der Vergangenheit das eine oder andere Stückchen Text beisteuern - ist diesmal etwas dabei (die Redaktion teilt mir das nicht immer vorher mit)? Ja! Die SOL enhält eine Kurzgeschiche von mir. Sie trägt den Titel "Altersvorsorge" und entstand an einem ähnlich heißen Tag vor fast genau einem Jahr. Gegenstand ist ein Zukunftsszenario, das meiner Meinung nach nicht so abwegig ist, wie es zunächst klingen mag - die notwendige Technologie rückt es beständig näher, und gesellschaftlich ... nun, wenn manch einer könnte, wie er wollte ... Ursprünglich hatte ich das Thema für die Wissenschafsrubrik von Phantastisch! vorgemerkt, aber dann, ganz plötzlich, entstand daraus diese kurze Geschichte über ein Exoskelett und eine Frau, die ...Nein, mehr verrate ich nicht.
Die ganze Sache wollte sofort niedergeschrieben werden; das waren zwanzig hektischen Minuten an einem heißen Tag. "Altersvorsorge" ist übrigens meine bislang achte Kurzgeschichte für die SOL - und, was mich besonders freut, die erste ganz ohne jeden Bezug zu Perry und Co. Nur, dass sie etwas zu meiner Altersvorsorge beiträgt, das bezweifle ich doch sehr ...
Altersvorsorge (Auszug)
„Sind sie sicher?“
„Absolut. Ein Spitzenmodell.“
Ich betrachtete das glänzende, zu einem Haufen von Gestängen, Servomotoren und künstlichen Muskeln zusammengesunkene Gebilde. Eigentlich habe ich ja eine Abneigung gegen Spinnen und anderes Getier mit zu vielen Beinen und zu wenig weichem Fell, doch waren es nicht die Assoziationsketten in Richtung niederer Kerbtiere, die mir ein schwerfälliges Kopfschütteln entlockten, sondern die aufdringlichen Chrombeschläge.
„Selbstverständlich wird die Halsmuskulatur ebenfalls unterstützt!“ sah sich mein Gegenüber zu einer Erläuterung herausgefordert.
„Das ist es nicht.“
Behaupten sie ruhig, ich hätte eine allzu weiche Seele – das habe ich! –, denn ich tätschelte beruhigend die Hand des Verkäufers, jung und glatt und so viel hübscher als die meine. „Glauben sie mir, ich hege keinerlei Zweifel an der Qualität und Eignung des von ihnen vorgeschlagenen Produktes. Es liegt nur am Finish. Ist mir ein wenig zu … auffällig.“
Mein Blick huschte durch den Raum – langsam, viel langsamer als in meiner Blütezeit, und ich fragte mich zum x-ten Mal, wie mir das, was ich mittlerweile als „Phasenübergang“ bezeichnen möchte, eigentlich so lange hatte verborgen bleiben können – kurz: in welcher Scheinwelt hatte ich nur gelebt? Was hatte mir meine Innenansicht noch alles vorgegaukelt, ehe ich sie als jene groteske Verzerrung der Realität entlarvte, die sie war? Warum war mir die Veränderung in meinem Umfeld nicht aufgefallen, speziell die Vorteile nicht, die sich daraus für jemanden wie mich ergeben konnten?
...
Magazin SOL - zu beziehen über http://www.prfz.de/ oder über http://www.ahavemann.de/
Sonntag, 13. Juni 2010
Auftakt und ein Blick zurück
Das erste deutsche Spiel der WM 2010 ist vorbei - 4:0 gegen "Down Under" -, und sogar bei mir setzt das Fußball-Fieber allmählich ein. Dazu kommen die Erinnerungen an meine eigene Zeit in Südafrika, diesem Land, das mich immer so an die Textzeilen von Johnny Clegg erinnert: "it's a strange, crazy, beautiful world", und mich fast 14 Jahre später noch ein eigentümliches Heimweh empfinden lässt. Wenn es einen Ort auf dieser Welt gibt, der mich als Fremden sofort aufgenommen und ins Herz geschlossen hat (und ich ihn), dann ist das Südafrika. Trotzdem fiebere ich natürlich mit dem heimischen Team mit - das ausgesprochen gut gespielt hat. Während des (legendären) Rugby-World Cups in Südafrika war das noch anders: Da spielen keine Deutschen mit, und meine Loyalität war klar: "Springboks"!
Aber ob World Cup, WM oder einfach nur so: Dieses tolle Land mit seiner so dunklen Geschichte und seiner so farbigen, zerrissenen, hoffnungsvollen Gegenwart ist immer eine Reise wert. Zur Einstimmung empfehle ich Johnny Clegg & Savuka (Ohr-kompatibel zu Europäern) oder Bayete. Und: Niemals in Gegenden gehen, von denen die Einheimischen abraten. Sie wissen meistens, warum sie das tun.
Dank Street-View stand ich jetzt sogar vor meinem alten Haus, bestaunte unter heftigem Reiben der Augen die Hausnummer (114) und was der Besitzer in der Zwischenzeit alles verändert hat. Ist schon komisch, virtuell durch altbekannte Straßen zu wandern und vor altbekannten Kneipen zu stehen.
Lieber würde ich freilich mit ein paar alten Freunden hineingehen und ein ganz reales Bier trinken (Castle, Bavaria Brew oder doch ein Black Label?)
Aber ob World Cup, WM oder einfach nur so: Dieses tolle Land mit seiner so dunklen Geschichte und seiner so farbigen, zerrissenen, hoffnungsvollen Gegenwart ist immer eine Reise wert. Zur Einstimmung empfehle ich Johnny Clegg & Savuka (Ohr-kompatibel zu Europäern) oder Bayete. Und: Niemals in Gegenden gehen, von denen die Einheimischen abraten. Sie wissen meistens, warum sie das tun.
Dank Street-View stand ich jetzt sogar vor meinem alten Haus, bestaunte unter heftigem Reiben der Augen die Hausnummer (114) und was der Besitzer in der Zwischenzeit alles verändert hat. Ist schon komisch, virtuell durch altbekannte Straßen zu wandern und vor altbekannten Kneipen zu stehen.
Lieber würde ich freilich mit ein paar alten Freunden hineingehen und ein ganz reales Bier trinken (Castle, Bavaria Brew oder doch ein Black Label?)
Freitag, 4. Juni 2010
Falcon 9 fliegt
Eben live verfolgt - der erfolgreiche Erstflug der FALCON 9 bis in den Orbit um die Erde.
Und wir gehen jetzt auf den Vorcon.
YEEP
Und wir gehen jetzt auf den Vorcon.
YEEP
Danke, Köln!
Es war fast wie bei Stargate - man steigt auf einem blöden, verregneten Planeten ins Flugzeug, und wenn man herauskommt: SONNENSCHEIN, lächelnde Menschen (manche ein wenig seltsam, aber gut, wir kommen ja auch aus der Provinz), kaltes Bier - ein Paradies! Danke, Köln, für diesen Empfang.
Sind den ganzen Tag durch die Stadt gerannt (Sightseeing, looking at an awful lot of people, und was man sonst so macht in einer fremden Stadt), und bereiten uns nun seelisch-moralisch auf den Vorcon des Colonia-Con 19 vor. Preisfrage: Was meint der Veranstalter mit "Voranmeldung zwingend erforderlich"? Gibt's da einen Polizeikordon, um die Groupies zu bändigen?
Wir werden sehen.
Und kühles Bier genießen.
Sind den ganzen Tag durch die Stadt gerannt (Sightseeing, looking at an awful lot of people, und was man sonst so macht in einer fremden Stadt), und bereiten uns nun seelisch-moralisch auf den Vorcon des Colonia-Con 19 vor. Preisfrage: Was meint der Veranstalter mit "Voranmeldung zwingend erforderlich"? Gibt's da einen Polizeikordon, um die Groupies zu bändigen?
Wir werden sehen.
Und kühles Bier genießen.
Mittwoch, 26. Mai 2010
Seltsame Erklärungen
Seltsamerweise kam diese Erklärung gerade bei der anderen Hälfte der Menschheit niemals sehr gut an, was vielleicht die Nachwuchsschwierigkeiten unter den Physikern erklären könnte.
Die Jahre vergehen, aber manches bleibt doch wie es schon immer war. Zum Beispiel sitze ich vor meinem Kalender und möchte den Termin des legendären Grillfests der Arge Festak (PR-Club Nürnberg) eintragen, der ob des obligatorischen Schokoladenbrunnens vorallem bei unserem Nachwuchs für Begeisterung sorgt - um festzustellen, dass der Termin nicht im Juni sein wird, sondern bereits im Mai war.
Tja, Leute. Danke für die Einladung. Mea culpa. Das kostet wohl eine Runde beim nächsten Stammtisch in Nürnberg. Ich verkneife mir die lahmen Entschuldigungen. Aber nächstes Jahr, nächstes Jahr wird alles besser.
Dabei hätte ich sogar die eine oder andere klitzekleine Neuigkeit im Gepäck gehabt.
Mittwoch, 5. Mai 2010
Kriegstrommeln
"Dam tam, tada Dam", macht mein alter Freund Klaus - Klaus Bollhöfener - und wedelt mit den Armen. Kriegstrommeln. Es geht um Kriegstrommeln. Um Filmmusik, um Hollywood-Scores.
"Das wäre dann ja wohl Hans Zimmer", erwiedere ich, ein klein wenig angenagt (siehe unten) und nippe an meinem Gerstensaft: "Pirat der Karibik. Schon mal sein Studio gesehen? Nein? Weist Du, wieviel Hans Zimmer kostet?"
"Tadaa daa ... Gefühle, sage ich! Gefühle - auf den Punkt gebracht! Nicht breit getreten. Da DAAA! Studios? Alles nur Ausreden."
Die Perry Rhodan-Cons sind immer eine willkommene Auszeit für mich, fern ab meines doch eher spröde-technischen Alltags. Ganz andere Menschen, ganz andere Arbeitsweisen; ich lerne jedesmal etwas dazu, auch deshalb gehe ich so gerne hin. Zum Beispiel, wie wichtig es ist, Dinge auf den Punkt zu bringen.
"Auf den Punkt. Das ist die Kunst", sagt mein Freund Klaus.
Recht hat er.
Wie so oft dreht sich das Gespräch darum, den Held unser beider Kindheit namens Perry Rhodan vom Papier auf die Leinwand zu hieven. Um das immense Potential mancher Fans im Bereich Video - Raimund Peter beispielsweise, dessen Arbeiten (wie das Video zum Perry Rhodan Zyklus "Negasphäre") mich regelmäßig vom Hocker hauen. Aber Klaus, ganz Medienmann, hat einen sehr, sehr pointierten Blick - "Da TAAA!" - was ihn zum inspirierenden Antagonisten mutieren lässt (für Stiere: ein rotes Tuch).
Ich mache ja keine Videos, also kann ich ganz beruhigt mitreden. "Set-Designer", leiere ich, einen Becher Gerstensaft in der Hand, die Liste der Talente herunter, die man in einem einzigen Menschen vereinigten müsste, um George Lucas wirklich Konkurrenz zu machen: "Computer Animation Specialists, Regisseur, Produzent, Cutter, Skript-Schreiber, Pre- und Post-Producer, Tonmeister, Kameramann, Geräuschemacher, Komponist, Score-Writer und Orchester und so weiter."
"Ach Quatsch!" kontert mein Freund Klaus: "Auf den Punkt muss es gebracht werden! Du", sagt er, und ja, es war auch Bier im Spiel: "machst doch auch immer nur so langweilige Musik. Fahrstuhlmusik."
"Bin ja auch nicht Hans Zimmer!" grummle ich, aber der Stachel sitzt.
"Ach was. Ist das ein Grund?"
Tja. Da hat er mich. Mangelndes Talent ist ein Grund - aber "es ist ja nur ein Hobby" rechtfertigt selbstverständlich kein Totalversagen. Und über dieser Einsicht reift im weiteren Verlauf des Abends ein höchst bierseliger Entschluss: Battlerstar Galactica - was für ein irrer Opener! Den Score kann man heraushören, alles kein Problem. Und zu Hause steht ein PC, mit Cubase (SE, was bedeutet, dass die Effekte nicht die allerbesten sind) und ein Yamaha Motif. Ein echt piip Teil. Eine Music-Workstation! Wenn da der Name nicht Programm ist! Streicher, Hörner - typisch Fimscore von heute -, alles da ...
Dann geht's los: Ein EMail-Austausch mit Raimund, ob er sich vorstellen könne, Bildmaterial aus seinem Negasphäre-Video für ein Experiment freizugeben. Der Erwerb von "Voices of Passion", einem wahnsinnigen Plugin (für Laien: Software-Synthesizer) für weibliche Stimmen. Und so weiter ... Viele Cut-Versuche (auch so ein Thema), viel hin und her, und einiges an Arbeit - Score heraushören, die Harmonien verändern, eine andere Lead-Melodie, Kriegstrommeln aus Quantum Leaps "Stormdrums 2", die im BSG-Stil gehalten sind, aber eben keine einfache Kopie, ein Vorspann, ein klein wenig Handlung (um den Opener komplett zu machen) und dann rein zu YouTube.
Jetzt hat das kurze Video die 1000 Hits geschafft, und zwar ganz ohne Werbung. Und meine Hochachtung vor Hans Zimmer und Bear McCreary ist ein riesiges Stück gewachsen. Aber ich hab's probiert.
Allerdings höre ich nun manches mit anderen Ohren - Bear McCreary benutzt tatsächlich "Voices of Passion" - ganz charakteristische Phrasen kommen bei BSG immer wieder vor. Nur klingt es bei ihm ganz, ganz anders: Mischer, verlängert sich die Liste, Mastering-Ingenieur ...
http://www.youtube.com/user/calipher14
"Das wäre dann ja wohl Hans Zimmer", erwiedere ich, ein klein wenig angenagt (siehe unten) und nippe an meinem Gerstensaft: "Pirat der Karibik. Schon mal sein Studio gesehen? Nein? Weist Du, wieviel Hans Zimmer kostet?"
"Tadaa daa ... Gefühle, sage ich! Gefühle - auf den Punkt gebracht! Nicht breit getreten. Da DAAA! Studios? Alles nur Ausreden."
Die Perry Rhodan-Cons sind immer eine willkommene Auszeit für mich, fern ab meines doch eher spröde-technischen Alltags. Ganz andere Menschen, ganz andere Arbeitsweisen; ich lerne jedesmal etwas dazu, auch deshalb gehe ich so gerne hin. Zum Beispiel, wie wichtig es ist, Dinge auf den Punkt zu bringen.
"Auf den Punkt. Das ist die Kunst", sagt mein Freund Klaus.
Recht hat er.
Wie so oft dreht sich das Gespräch darum, den Held unser beider Kindheit namens Perry Rhodan vom Papier auf die Leinwand zu hieven. Um das immense Potential mancher Fans im Bereich Video - Raimund Peter beispielsweise, dessen Arbeiten (wie das Video zum Perry Rhodan Zyklus "Negasphäre") mich regelmäßig vom Hocker hauen. Aber Klaus, ganz Medienmann, hat einen sehr, sehr pointierten Blick - "Da TAAA!" - was ihn zum inspirierenden Antagonisten mutieren lässt (für Stiere: ein rotes Tuch).
Ich mache ja keine Videos, also kann ich ganz beruhigt mitreden. "Set-Designer", leiere ich, einen Becher Gerstensaft in der Hand, die Liste der Talente herunter, die man in einem einzigen Menschen vereinigten müsste, um George Lucas wirklich Konkurrenz zu machen: "Computer Animation Specialists, Regisseur, Produzent, Cutter, Skript-Schreiber, Pre- und Post-Producer, Tonmeister, Kameramann, Geräuschemacher, Komponist, Score-Writer und Orchester und so weiter."
"Ach Quatsch!" kontert mein Freund Klaus: "Auf den Punkt muss es gebracht werden! Du", sagt er, und ja, es war auch Bier im Spiel: "machst doch auch immer nur so langweilige Musik. Fahrstuhlmusik."
"Bin ja auch nicht Hans Zimmer!" grummle ich, aber der Stachel sitzt.
"Ach was. Ist das ein Grund?"
Tja. Da hat er mich. Mangelndes Talent ist ein Grund - aber "es ist ja nur ein Hobby" rechtfertigt selbstverständlich kein Totalversagen. Und über dieser Einsicht reift im weiteren Verlauf des Abends ein höchst bierseliger Entschluss: Battlerstar Galactica - was für ein irrer Opener! Den Score kann man heraushören, alles kein Problem. Und zu Hause steht ein PC, mit Cubase (SE, was bedeutet, dass die Effekte nicht die allerbesten sind) und ein Yamaha Motif. Ein echt piip Teil. Eine Music-Workstation! Wenn da der Name nicht Programm ist! Streicher, Hörner - typisch Fimscore von heute -, alles da ...
Dann geht's los: Ein EMail-Austausch mit Raimund, ob er sich vorstellen könne, Bildmaterial aus seinem Negasphäre-Video für ein Experiment freizugeben. Der Erwerb von "Voices of Passion", einem wahnsinnigen Plugin (für Laien: Software-Synthesizer) für weibliche Stimmen. Und so weiter ... Viele Cut-Versuche (auch so ein Thema), viel hin und her, und einiges an Arbeit - Score heraushören, die Harmonien verändern, eine andere Lead-Melodie, Kriegstrommeln aus Quantum Leaps "Stormdrums 2", die im BSG-Stil gehalten sind, aber eben keine einfache Kopie, ein Vorspann, ein klein wenig Handlung (um den Opener komplett zu machen) und dann rein zu YouTube.
Jetzt hat das kurze Video die 1000 Hits geschafft, und zwar ganz ohne Werbung. Und meine Hochachtung vor Hans Zimmer und Bear McCreary ist ein riesiges Stück gewachsen. Aber ich hab's probiert.
Allerdings höre ich nun manches mit anderen Ohren - Bear McCreary benutzt tatsächlich "Voices of Passion" - ganz charakteristische Phrasen kommen bei BSG immer wieder vor. Nur klingt es bei ihm ganz, ganz anders: Mischer, verlängert sich die Liste, Mastering-Ingenieur ...
http://www.youtube.com/user/calipher14
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