Sonntag, 19. September 2010

Austria-Con 2010


Zurück vom Austria-Con 2010 bleibt die Erinnerung an ein rundum gelungenes Wochenende -und wunde Füße vom langen Stehen im Conlokal, tief im historischen Untergrund von Wien. Das Programm war bunt und abwechslungsreich, die Organisation hervorragend, die Menschen wie immer gut gelaunt und die Gespräche interessant (und manchmal auch sehr ausgedehnt). Über vieles könnte man berichten, zum Beispiel das geniale "Panini-Album", das vermutlich bei zukünftigen Versteigerungen hohe Erlöse einbringen wird (besonders, wenn auch die selteneren Bilder vorhanden sind), oder die Pläne, arkonidische Leibwächterinnen für den Weltcon 2011 zu organisieren ... und keine Naats. Es gab Einblicke in die virtuellen Welten der Zukunft (Marcus Hinterthür) und Ausblicke auf die zukünftige Handlung in der Perry Rhodan-Serie (Uwe Anton), aber auch Rückblicke und schmunzelndes Augenzwinkern (Kabarettprogramm). Das kommende Heyne-Taschenbuch Jupiter wurde natürlich thematisiert, und sogar einen "Tauchgang mit Atlan und Perry" fand statt, bei dem Achim Mehnert, Marc A. Herren und ich über unsere gemeinsame Arbeit für die Atlan-Taschenbuchserie bei Fanpro berichteten (ins Schwimmen kamen wir zwar schon, aber abgetaucht sind wir dann doch nicht). Angelockt von diesem Angebot fanden sich sogar Perry mit Freundin sowie Gucky und Icho Tolot ein, der dann aber doch nicht ins Lokal passte (Raimund Peter).
Wie immer war es ein ausgesprochenes Vergnügen, mit Freunden und Kollegen zusammenzukommen und in unserer gemeinsamen Faszination zu schwelgen, und das in einer so schönen Stadt wie Wien - die es sich auch noch anders überlegte und uns den prognostizierten Regen einfach ersparte.
Alles in allem: Danke, Austria-Con-Team!

Leider hat der hochmoderne Lithium-Ionen-Akku meiner Kamera mal wieder nicht mitgehalten. Für den Weltcon im kommenden Jahr werde ich mir wohl eine neue kaufen müssen.

Dienstag, 7. September 2010

Globalisierung

Bin über den Blog von Charless Stross (SF-Autor, sehr zu empfehlen) beim diesjährigen AussieCon 4 in Australien gelandet.
Programmpunkt für "Friday, 5. September, 10 a.m. - 5 p.m.": Kaffeeklatsches
Beruhigend, wie ähnlich sich die Menschen doch sind.

http://www.aussiecon4.org/

Dienstag, 31. August 2010

Eintrittspreise ...

Während ich mit leichten Erfrierungserscheinungen ringe (Ibiza: 30°C, Regensburg: 10), rückt der Austria-Con näher. Teile des Alternativprogramms für die mitreisende Familie nehmen Form an, speziell ein Musical-Besuch (Tanz der Vampire, glaube ich, darf mich da aber nicht zu den Experten zählen). Was die nagende Frage aufwirft, ob die nicht alle einen an der Waffel haben. Angesichts dieser Eintrittspreise (die vermutlich kaum ihren Weg in die Taschen der hüpfenden und röchelnden Künstler finden werden) frage ich mich doch, ob gewisse Berufsentscheidungen nicht schlicht falsch gewesen sein könnten ... Glücklicherweise heilt mich der Gedanke an ein rosa ... Pütpüt? sowie der vermutete Wahrheitsgehalt der eingeschobenen Anmerkung doch rasch von solchen existenziellen Zweifeln. Na denn, also weiter Autos bauen ... und ein wenig SciFi, zur Entspannung ...

Freitag, 27. August 2010

Anstehend: ATLAN


Zurück aus dem Kurzurlaub im sonnigen Süden stehen einige Themen an, die noch schnell erledigt werden wollen, bevor wieder der Arbeitsalltag beginnt. Allen voran geht es dabei um ein Konzeptpapier für eine neue ATLAN-Trilogie. Ein erstes Konzept liegt Sabine Kropp bereits vor, aber verschiedene Telefonate und Gespräche mit Michael Marcus Thurner auf dem Colonia-Con brachten doch neue Ideen, die ich jetzt einarbeiten muss. Bis jetzt existieren nur Skizzen in meinem Notizbuch (ein Begleiter zwischen den Tauchgängen, falls ich in 27 Metern Wassertiefe plötzlich eine Eingebung haben sollte). Ich bin schon jetzt auf Sabines Rückmeldung gespannt!

Eine Figur, über deren Schicksal ich dabei nachdenke, ist im Bild im Hintergrund zu sehen (verfremdet anhand einer Bleistiftzeichnung unserer Tochter nach ATLAN-Monolith Band 2: Todeszone Zartiryt von Rüdiger Schäfer).

Samstag, 7. August 2010

Vorurlaubsim- oder Depressionen?

So ein Blog ist ja, wie der Name schon sagt, eine Art Tagebuch. Da schreibt man also rein, was einen so über den Tag bewegt, zum Nachdenken bringt, interessiert oder auch mal verärgert. Aber was tun, wenn sich die Tage häufen, an denen nun wirklich nix passiert außer dem alltäglichen ... Wahnsinn? So ein Blog sollte doch auch ein Thema haben, oder nicht? Und wenn dieser Wahnsinn nun mal nicht zum Thema passt?
Dann gehen einem die Posts aus.
Eigentlich sollte ich mich langsam auf den nahenden Austria-Con in Wien freuen - ein Event mit der ganzen Familie, die sich dann in der Stadt verstreut, um ihren spezifischen Vorlieben zu frönen (Lipizzianer und Einkaufsbummel sind nichts für mich, ich wandere also in die Kavernen des Con-Lokals). Ich müsste für den Con noch ein Arbeitspapier zum Thema ATLAN vorbereiten, so war's mit der Redaktion besprochen. Und schließlich ist da auch noch ein anderes - ich mag die Bezeichnung nicht, aber sie umschreibt es treffend - Projekt, das kurz vor dem Ende der "primären Schaffensphase" steht, interner Zieltermin: klar, der Austria-Con.
Aber wofür geht meine ganze Energie drauf? Ich will ja nicht jammern, aber diese Woche hat die Industrie, soweit es mich betrifft, irgendwie den Vogel abgeschossen: Zeitgleich in Osteurope und in Deutschland zu sein, ist ja das eine, aber dann auch noch ein, zwei Tage zuvor in Südamerika anzulanden, um von dort zwei Tage später bitteschön in die USA zu fliegen, macht vier Termine an zwei Tagen auf, naja, drei Kontinenten, das ist eine klare Steigerung ...
Gut, dass der liebe Gott WebEx, Telefonkonferenzen, Visafristen und sogar die Einsicht ins Unmögliche erfunden hat. Letzteres wohl zähneknirschend.
Aber dann, nach dieser Woche, wenn endlich der Urlaub anfängt, und kein Termin irgendwo zwischen hier und dem Schleier-Nebel hineinplatzt, dann beschäftige ich mich mit dem Austria-Con. Und mit meinem Freund ATLAN. Der kann dann an meiner Statt durchs Universum jetten ... Der arme Kerl.

Montag, 12. Juli 2010

Höhenflüge

Manchmal gibt es Ideen, die irgendwo auf dem Weg vom Expokraten (welch handlicher Begriff!) zum Autor leider etwas an Charme verlieren. So erging es mir auch mit einer Szene im 1. Band von ATLAN MONOLITH: "Planet der Silberherren". Atlan und Santjun müssen auf besagten Planeten hinunter - natürlich in aller Heimlichkeit, denn wo Atlan persönlich in Erscheinung tritt, da zittert jeder Bösewicht, und alle kriminellen Machenschaften kommen schlagartig zum Erliegen, was nicht gerade spannungsförderlich ist. Aber wie soll das geschehen? Ihnen steht ein Kreuzer zur Verfügung, 100 Meter groß, außerdem eine winzige Space-Jet und sogar ein klassischer Raumjäger (wir schreiben das Jahr 3112 alter Zeitrechnung, was es mir erlaubt, mit der Technik meiner persönlichen PR-Hochzeit zu spielen). Rein handlungstechnisch gesehen bietet sich natürlich ein verdeckter Anflug im Planetenschatten sowie ein rasches Landemanöver an, wie in der klassischen Serie des Öfteren geschildert.

Aber genau das stieß mir auf. Außerdem hatte ich Atlan bewusst auf ein einziges 100-Meter-Schiff beschränkt und musste mit den Beibooten haushalten, von denen man ja nicht allzu viele in eine so kleine Schiffszelle packen kann (die Risszeichnungen von R. Zengerle lassen da leider kaum Spielräume). Und Atlan würde das wenige Material noch dringend benötigen ... Dumm nur, dass die zum Gegner übergelaufenen USO-Agenten unten auf Thanaton zuallererst die geheime Transmitter-Verbindungen kappten, um sich ihren Dienstherren vom Hals zu halten ...

Da entstand vor meinem inneren Auge das Bild zweier Kampfanzüge, die, von glühenden Plasmafahnen umgeben, in Thanatons Atmosphäre eintauchen. Schillernde Schutzschirme, wütende Böen aus Feuer - das müsste doch funktionieren! So gleiten nur Helden zu Boden, Helden mit einem ernsten Auftrag ...

Uwe Anton gefiel die Idee nicht so sehr wie mir, weshalb sie auch im fertigen Roman nicht gerade viel Platz einnimmt. Das ist schade, denn zum einen stammt sie von der NASA, die in den 60er Jahren (des vergangenen Jahrhunderts ...) tatsächlich über derartige Rückkehrsysteme für einzelne Astronauten nachdachte - Bremsrakete, Hitzeschutzschild und ein Fallschirm, wenn man so möchte -, und zum anderen bereitet sich der Abenteuerer Felix Baumgartner derzeit auf einen Sprung aus 40 Kilometern Höhe vor. 40 Kilometer Höhe zählen zwar noch nicht zum Weltraum, aber diese Unterscheidung ist eher eine Formalie als ein Garant für das Überleben, sollte der Helm offen stehen.

Es wird sicher ein spektakulärer Ritt, so ganz ohne Kapsel aus den oberen Atmosphärenschichten zu Boden zu segeln, zu beobachten, wie die Erde von einer Kugel zur Scheibe wird, zu einem Mosaik aus Braun- und Grüntönen, zu harten Felsen, die vermutlich wahnsinnig schnell größer werden - ganz so, wie es Atlan und Santjun in "Planet der Silberherren" erlebten (oder ein paar Raumkadetten in Larry Niven/Jerry Pournelle: "Der Splitter im Auge Gottes", denn es gibt nichts Neues mehr in der Welt).

Sonntag, 4. Juli 2010

Altersvorsorge

Heiß ist es heute, unerträglich heiß. Ich verstecke mich im Schatten eines ziemlich knorrigen Apfelbaums und blättere im heutigen Posteingang herum. Phantastisch! Nr. 39 und SOL Nr. 59 sind darunter, im Doppelpack - das verspricht interessanten Lesestoff. Für beide Magazine durfte ich in der Vergangenheit das eine oder andere Stückchen Text beisteuern - ist diesmal etwas dabei (die Redaktion teilt mir das nicht immer vorher mit)? Ja! Die SOL enhält eine Kurzgeschiche von mir. Sie trägt den Titel "Altersvorsorge" und entstand an einem ähnlich heißen Tag vor fast genau einem Jahr. Gegenstand ist ein Zukunftsszenario, das meiner Meinung nach nicht so abwegig ist, wie es zunächst klingen mag - die notwendige Technologie rückt es beständig näher, und gesellschaftlich ... nun, wenn manch einer könnte, wie er wollte ... Ursprünglich hatte ich das Thema für die Wissenschafsrubrik von Phantastisch! vorgemerkt, aber dann, ganz plötzlich, entstand daraus diese kurze Geschichte über ein Exoskelett und eine Frau, die ...

Nein, mehr verrate ich nicht.
Die ganze Sache wollte sofort niedergeschrieben werden; das waren zwanzig hektischen Minuten an einem heißen Tag. "Altersvorsorge" ist übrigens meine bislang achte Kurzgeschichte für die SOL - und, was mich besonders freut, die erste ganz ohne jeden Bezug zu Perry und Co. Nur, dass sie etwas zu meiner Altersvorsorge beiträgt, das bezweifle ich doch sehr ...

 

Altersvorsorge (Auszug)


„Sind sie sicher?“
„Absolut. Ein Spitzenmodell.“
Ich betrachtete das glänzende, zu einem Haufen von Gestängen, Servomotoren und künstlichen Muskeln zusammengesunkene Gebilde. Eigentlich habe ich ja eine Abneigung gegen Spinnen und anderes Getier mit zu vielen Beinen und zu wenig weichem Fell, doch waren es nicht die Assoziationsketten in Richtung niederer Kerbtiere, die mir ein schwerfälliges Kopfschütteln entlockten, sondern die aufdringlichen Chrombeschläge.
„Selbstverständlich wird die Halsmuskulatur ebenfalls unterstützt!“ sah sich mein Gegenüber zu einer Erläuterung herausgefordert.
„Das ist es nicht.“
Behaupten sie ruhig, ich hätte eine allzu weiche Seele – das habe ich! –, denn ich tätschelte beruhigend die Hand des Verkäufers, jung und glatt und so viel hübscher als die meine. „Glauben sie mir, ich hege keinerlei Zweifel an der Qualität und Eignung des von ihnen vorgeschlagenen Produktes. Es liegt nur am Finish. Ist mir ein wenig zu … auffällig.“
Mein Blick huschte durch den Raum – langsam, viel langsamer als in meiner Blütezeit, und ich fragte mich zum x-ten Mal, wie mir das, was ich mittlerweile als „Phasenübergang“ bezeichnen möchte, eigentlich so lange hatte verborgen bleiben können – kurz: in welcher Scheinwelt hatte ich nur gelebt? Was hatte mir meine Innenansicht noch alles vorgegaukelt, ehe ich sie als jene groteske Verzerrung der Realität entlarvte, die sie war? Warum war mir die Veränderung in meinem Umfeld nicht aufgefallen, speziell die Vorteile nicht, die sich daraus für jemanden wie mich ergeben konnten?
...

Magazin SOL - zu beziehen über http://www.prfz.de/ oder über http://www.ahavemann.de/