Freitag, 23. September 2011

Verrücktes Zeug der Gegenwart Teil 6 - Alles an einem Tag ...

An manchen Tagen überschlagen sich die Neuigkeiten in der Presse ... sogar für jemanden wie mich, den die Ereignisse während der aktuellen Casting-Show kaum tangieren, und der die Verwirrungen der aktuellen politischen Schaubühne allmählich leid ist. Nein, an manchen Tagen gibt es wissenschaftliche Neuigkeiten, über die man lange nachdenken könnte. Heute trudelten sogar derlei zwei ein:

Es begann mit Neutrinos, die sich einfach mal eben schneller bewegen als das Licht (also Photonen), auch wenn der Vorsprung nicht gerade groß ausfällt - ein paar Nanosekunden (ca. 60, um genau zu sein ;-) bei einer Flugzeit von 2.4 Millisekunden. Das sind Welten, die geeignete Messapparatur vorausgesetzt. Der Effekt könnte alle möglichen Gründe haben, manche davon kaum geeignet, um sich damit einen Nobelpreis zu verdienen, aber die Verzweiflung der beteiligten Wissenschaftler am CERN und in Gran Sasso scheint doch groß genug zu sein, um sich mit der Bitte um Verifikation an die wissenschaftliche Welt zu wenden. Das ist prinzipiell ein Standard-Verfahren (jedenfalls außerhalb der Klimawissenschaften, die lieber auf ihren Daten hocken bleiben und magische Formeln murmeln), denn das ist es, was früher oder später irgend eine andere Forschungsgruppe sowieso tun wird, und wenn sie selbst über Jahre hinweg das Experiment nachstellen müssten: Hinweise auf gänzlich unerwartete Phänomene werden ebenso pedantisch unter die Lupe genommen, wie man sich der Bestimmung der nächstkleineren Dezimalstelle von Naturkonstanten widmet, und sei es ein ruhmreiches Leben lang. Diese Leute stehen also vor dem Problem, entweder etwas "großes" entdeckt, oder einen noch gigantischeren Fehler übersehen zu haben - nach einem Jahr, in dem sie sich wohl mit kaum etwas anderem beschäftigt haben dürften, als alle möglichen Fehlerquellen zu finden und aus ihren Ergebnissen zu eliminieren ... Aber was, wenn es kein Fehler war? Was könnte dann der Grund sein? Wenn ich dazu eine Spekulation abgeben könnte, die der (theoretischen) Wahrheit auch nur halbwegs und ein klein wenig nahe kommt, dann hätte ich mein Leben besser in den Katakomben des CERN verbracht, weil ich dann nämlich ein wahnsinnig toller Physiker wäre. Denn sollten diese Dinger tatsächlich die Barriere der Lichtgeschwindigkeit in Frage stellen, so dürfte der Grund dafür kaum in bisher übersehenen Aspekten der altbekannten Theorien liegen, sondern weit jenseits davon, in den Zonen, die man Stand heute als Zone des "Unwissens" bezeichnen muss ("Schafft Wissen"). Was wohl in den Köpfen der beteiligten Wissenschaftler gerade ablaufen mag??

Obwohl - zumindest diese Frage könnte bald geklärt werden. Ob sie es wollen oder nicht. Denn nicht nur die Sache mit den Neutrinos gibt es heute zu vermelden, nein: Da gab es auch noch die Nachricht, dass es Jack Gallant am University College in Berkeley gelungen ist, die Gehirnströme eines Probanden mit einer solchen Auflösung und Genauigkeit auszulesen, dass man aus ihnen Bilder rekonstruieren konnte, die einem dem Probanden vorgeführten Film entstammten. In phantastisch! (und später in Faszinierende Wissenschafte") hatte ich mich dem Thema schon einmal gewidmet, wobei man damals gerade so herausfinden konnte, ob der Proband gerade senkrechte oder waagrechte Linien sah - aber das ist ein Problem ganz ähnlich dem des Übergangs vom Schwarz-Weiß-Fernsehen ("Enterprise") zum HDTV (ebenfalls "Enterprise", aber Uhura kommt einfach schärfer heraus) - also ein primär technisches Problem, und kein wissenschaftliches (kommt Zeit, kommt Ingenieur).

Ah, manchmal denke ich, ich sollte doch mal wieder einen Artikel dazu schreiben. Fehlt nur noch die Erfindung der "Zeitschindungsmaschine" - aus 24 mach 48 Stunden, wirksam aber nur zwischen 19:00 und 08:00 Uhr.

Donnerstag, 15. September 2011

Verrücktes Zeugs der Gegenwart Teil 5 - Handys

Es ist spät. Allmählich reichlich spät sogar, wenn ich bedenke, dass ich um 5 Uhr aufstehen und mich zum Bahnhof bewegen muss, um mich in das Mekka des Elektromobilitätsgedönses dieser Tage zu begeben, ganz sachlich selbstverständlich und mit Krawatte. Und was tue ich? Seit 2 1/2 Stunden beobachte ich mein funkelniegelnagelneues Handy dabei, wie es versucht, den neuesten Sicherheitsupdate aufzuspielen, wohlgemerkt am Tag 0.2 seit Erhalt durch die Hand unseres versierten Handy-IT-Experten, der sein Bestes getan hat, um in kürzester Zeit all unsere Wünsche zu erfüllen (es kam eine ganze Wagenladung dieser Dinger an, kurz vor "Dienstschluss", und wie der Teufel so will, begibt sich die praktisch komplette Wagenladung der ehrfurchtsvollen Neubesitzer, allesamt eher von der "ich manage-das-jetzt-mal-aus-dem-Weg ... Bitte"-Riege, mit mir auf besagte Dienstreise und "wollte die Zeit im Zug nutzen, um mit diesem neumodischen Zeugs zu üben" - Zitat des Kollegen: "Keine Hektik, machen Sie einfach meines zuerst fertig). Dazu gehören natürlich Internet, Geo-Dienste, Mails abrufen, "wo photographiert man da eigentlich" und die ganze Liste moderner Features, ohne die der Mensch einfach nicht mehr existieren kann. Zwar residiert das Ding noch in der Tasche, aber das allgewaltige Wikipedia ist nun jederzeit verfügbar, wenn man sich denn telefonierenderweise und blind für die Umwelt verlaufen hat und plötzlich irgendwelche Fossilien identifizieren will, während der Routenplaner den Fußweg von hier nach Brake berechnet (das ist bei Bremerhaven, sollte das jemand wissen wollen. Es sind viele, viele Stunden). Wir leben wirklich im Zeitalter der Information, auch wenn diese Information noch mit gespitzem Fingern über Touchpads eingegeben werden will, und das Herauslesen wichtiger Fakten mich mittlerweile zum Gebrauch einer achaischen Brille zwingt (wo sind die hauchdünnen Gebilde aus nanometerdicken metamaterialien, die mir die Physikalischen Blätter seit Jahren versprechen? Wo die direkte Eingabe von Informationen in das Seh- oder sonstwas-Zentrum; ah, darüber müsste ich mal wieder einen Artikel schreiben, das ist ein spannendes Thema)? Aber die Zukunft beginnt, und sie ist bunt und verspielt und hat 6GB Speicher eingebaut. Aber was ist, wenn wir eines nicht so fernen Tages ganz kurz vor der Singularität stehen, in der wir dann mit unserer gewaltigen Rechnerkapazität verschmelzen, um uns zu posthumanen Formen aufzuschwingen - und dann mit den doch noch nicht ganz beseitigten Kehrseiten der Technik konfrontiert werden? Dauert es dann auch etliche Stunden, nur um den einen, ganz wichtigen Update auszuführen, der unerwartet zwischen einem selbst und seiner Lieblingsmusik steht? Das wäre mal was für SF: Technikversagen auf elementarster Ebene, ein hyperaktives Superhirn, abgeschnitten von der Kommunikation, und außerdem von jedwedem Wikipedia ... nur weil Zune den Update vermasselt hat. Naja, ich werde schon mal im Vorgriff müde, denn das ganze dauert hier wohl noch Stunden, und ich darf laut Bildschirmaufschrift dieses flache, schwarze Ding bis zum finalen "Ping" nicht einmal mehr anrühren - an Schlaf ist da nicht zu denken. Die Technik schreitet auf chiesischen Füßen voran - aber wohin genau?
Oh, es hat "Ping" gemacht.
Und"Wrrt Wrrrt Wrrrrt".
Na denn ...

Donnerstag, 8. September 2011

Programmpunkt Atlan beim Perry Rhodan-Weltcon

Am Samstag wird es ab 17:00 in einem kleineren Saal des Weltcons einen Programmpunkt zum Thema Atlan geben: »Neues vom Kristallprinzen«. Und ich werde dabei sein! Der letzte Weltcon war schon ein faszinierendes und tolles Erlebnis, und dieser wird die Erfahrung ganz sicher noch weot übertreffen - zumal dann, wenn man für eine halbe Stunde selbst ein Teil der größten Weltraumserie der Welt sein darf! Das gilt auch natürlich auch dann, wenn im großen Saal nebenan der Konkurrenz-Programmpunkt ausgerechnet ... »Perry Rhodan NEO« lautet ...
Na, ich habe mich schon immer gerne mit Sabine Kropp, dem Altmeister Hanns Kneifel, Rainer Castor und Rüdiger Schäfer unterhalten; uns wird's da oben also schon nicht langweilig werden, selbst wenn die Fans vor der äußerst schwierigen Entscheidung zwischen ATLAN und Perry Rhodan himself in seiner neuen Ausprägung NEO stehen (he, Leute: ATLAN, das bedeutet Abenteuer! Reisen durch Raum und Zeit! Epische Verwicklungen! Knallharte Agenteneinsätze! Kosmische Rätsel! Thrill ohne Ende! Schöne Frauen, ich versprech's! Strömt herbei in Schaaren!)

Freitag, 12. August 2011

Kurzmeldung: Neues zu ATLAN

Wie Pabel-Moewig und insbesondere Sabine Kropp heute verlauten ließen, geht es im Februar 2012 mit den ATLAN-Taschenbüchern weiter, und zwar über die Ulisses Medien-und Spiel-Distribution GmbH.
Das begrüße ich sehr, ziehe mich aber ab Sonntag vorerst für in einige Tage in einen (hoffentlich) weitgehend Computer-freien Urlaub zurück. Neuigkeiten gibt's derweil über die Verlagsseite www.perry-rhodan.net - und später dann auch wieder über diesen Blog.

Montag, 8. August 2011

Space-Jet Story mit Blender - letzter Teil

Nachdem ich mittlerweile ein echter Fan von Blender wurde, hier nun der dritte und letzte Teil der Space-Jet Story.



Samstag, 6. August 2011

Mal was anderes ...

Haben heute - es scheint ja schließlich einer der wenigen schönen Sommertage auf absehbare Zeit gewesen zu sein - eine kleine Couch in den Garten gestellt, so ein Ding von Aldi, schön neumodisch aus Pseudo-Rattan und mit weißen Polstern (aus irgendeinem Grund haben's die mir besonders angetan, muss wohl an Ibiza-Lounges am Strand liegen). Die Zeit der Erholung bricht so langsam an, nach einem weiteren viel zu langen Turn in der verrückten Welt der Industrie.

Aber ich habe es immerhin geschafft, ein Interview für die kommende Ausgabe von phantastisch! abzuliefern. Mein (erster jemals) Gesprächspartner (in einem Interview) war Hannu Rajaniemi, und ich kann jedem nur empfehlen, mit ihm und seinen Geschichten Bekanntschaft zu machen! Ein Mathematiker und Physiker, den es in die SF verschlagen hat ... davon gibt es heutzutage leider nicht allzu viele. Und er hat es geschafft, mich trotz der Gegenwartsform seiner Erzählung für "Quantum" zu begeistern, was bisher nur Charles Stross mit "Singularität" gelungen ist (ich mag dieses neumodische Zeugs einfach nicht, es erinnert mich zu sehr an Mangas und die an Comics, und ich gehöre nicht zu den Comic-Fans) - aber diese beiden Bücher kann man sowieso getrost in einem Atemzug nennen, wie ich meine.

So lege ich jetzt die Füße hoch, mit einem Cidre in der Hand, und beäuge die letzte Arbeitswoche vor dem wohlverdienten Urlaub. Danach geht's rund, nicht nur beruflich, denn der große Perry Rhodan Weltcon steht an, ein kleines "Projekt" liegt in den letzten Zügen, andere Ideen rufen nach Aufmerksamkeit, und das Ding, von dem ich Anfang des Jahres berichtet habe, wird sich jetzt wohl auch bald mal wieder zu Wort melden, wie ich hoffe ...

Sonntag, 31. Juli 2011

ATLAN-MONOLITH: Plot-Elemente

Es ist Sonntag, die Familie ist auf Verwandtschaftsbesuch, und ich beschäftige mich mit Dingen, die weder mich, noch den Rest der Menschheit voranbringen (ich könnte eine Firma gründen: Wasted Times Enterprises). So surfe ich also durch die Gegend, bis ich auf die Rubrik Dramaturgie auf der englischen Wikipedia-Seite stoße.
Ah, und da war sie plötzlich, die Fortsetzung des letzten Posts zum Thema ATLAN-Monolith (zur Erinnerung: Er berichtet ein klein wenig davon, wie die Idee von Klaus N. Frick zu dem wurde, was heute als sechsbändiger Taschenbuchzyklus von FanPro vorliegt).
Wir - zu damaligen Zeit allerdings nur ich mutterseelenalleine - befinden uns auf der Dschungelwelt Lumbagoo, dem größten Mond des Gasriesen Ajatan, auf dem es vor Abenteuern nur so wimmelt. Aber ich habe da ein Problem: Der Cast der ersten beiden Bände rekrutierte sich aus der Besatzung des USO-Spähkreuzers IMASO, die von mir für den ersten Band (Planet der Silberherren von Uwe Anton) sehr, sehr schnell skizziert und von Rüdiger Schäfer für Band 2 (Todeszone Zartyrit) noch etwas erweitert worden war. Aber die IMASO war soeben abgestürzt, und welchen Weg Atlan in der Zukunft auch nehmen würde, er würde nicht die ganze Crew dieses Schiffes mit sich herumschleppen können und wollen. Das Schicksal und die Monolithen brachten ihn mit Santjun und Iasana Weiland zusammen, aber ich hatte das Gefühl, etwas mehr Exotik wäre angebracht. Während ich noch so über das Potential der diversen Eingeborenen grübele (allesamt Lemurer-Nachkommen), kommt mir plötzlich eine Idee ...
Was ich damals tat, ist plottechnisch als retconning bekannt - eine rückwirkende Änderung der Ereigniskette oder retroaktive Änderung der Kontinuität. Denn um die Idee umzusetzen, ließ ich  jemanden von den Toten auferstehen. Vermutlich hätte mir das jeder Leser übelgenommen, denn spätestens seit dem "Tod" von Bobby Ewing in Dallas ist es extrem verpönt, Tote auferstehen zu lassen, denn damit wird die Handlung doch sehr "beliebig". Aber ich hatte Glück: Rüdigers Manuskript war noch nicht in der Druckerei angekommen, und so bauten mir Lektorat und Rüdiger schnell noch einige entscheidende Sätze ein, die aus dem potentiellen retconning ein erlaubtes Handlungselement machten.
Allerdings wusste ich damals noch nicht, welches, und mit welchen Folgen. Irgendwo im tödlich gefährlichen Inneren des Monolithen von Zartyrit nahm Iasana Weiland jedenfalls eine positronische Teilabtastung des lemurischen Wachroboters Calipher vor (ein tapferes Mädchen!). Den komischen Kerl hatte ich eingefügt, um den uralten Monolithen etwas zu beleben und einen weiteren Hinweis auf die Lemurer abzusetzen - hauptsächlich aber, weil es mir einfach gefiel, wie ein Roboter 50.000 Jahre lang auf seinen Herren wartete und dabei ein eigenes Ego entwickelt, bis er sogar zu träumen beginnt. Aber Caliphers Schicksal war vorgezeichnet und konnte auch nicht mehr geändert werden: Calipher würde Atlan retten, indem er selbst in den Tod ging.
Und so geschah es auch.
Aber Iasanas Tat rettete jetzt einen Teil von ihm. Und dieser Teil würde auf Lumbagoo in einen terranischen Roboter vom Typ Gladiator transferriert werden, um Atlan bei seinen weiteren Taten zu unterstützen - so, wie man es auf dem genialen Titelbild (Echo der Verlorenen, von Hanns Kneifel) sieht: Calipher-SIM lebt und starrt in den Himmel ...
Aber dann machte Calipher, nun Calipher-SIM, unverhofft plottechnisch Karriere. In Band 4 von Marc A. Herren (Der Silbermann) wurde Calipher-SIM zum Verräter, denn wie sagt Terry Pratchett doch so trefflich: Es gibt an jeder Straßenecke zehn gute Dinge, für die man sein Leben lassen könnte, aber nur ein Leben, und so entschied sich Calipher-SIM zwischen einer blinden, verrückten Loyalität und einer anderen Form von Loyalität, die ihm auch noch ein Plätzchen zum Überleben bot. Vom (fast) Retconn und Statisten wandelte er sich damit zum eigenständigen Protagonisten ...
Band 4 kam und ging und das Expo für Band 5 (Ceres am Abgrund von Manfred H. Rückert) stand an. Die Gefahr war nun im Solsystem angekommen, aber auch Atlan hatte den Rückweg gefunden. Irgendwie konnte ich es nicht lassen, und fügte Calipher wieder in die Handlung ein, als Calipher-GEIST (die Idee lag ja schließlich nahe, aber auch Calipher-SIM hatte an diese Möglichkeit gedacht und entsprechend Vorsorge getroffen). Calipher-GEIST entwickelte sich zu einem typischen Plot-Voucher, einem Ding, das man aus Computerspielen kennt: Es bringt den Protagonisten in seinem Kampf voran, aber leider nur ein einziges mal, dann verfällt er. Calipher-GEIST half Atlan im eisigen Inneren von Ceres, und "verschwand" dann planmäßig von der Bühne. Der Kampf gegen die Silberherren eskalierte, aber Atlan behielt die Oberhand und rettete für's erste das Sol-System.
Nach dieser Klimax steuerten die Ereignisse auf die letzte Phase zu, die Auflösung. Neue Probleme entstanden: Noch war nicht entschieden, ob das ganze ein Drama werden würde, und wer das Opfer mimen musste (Atlan fiel natürlich als Todeskandidat aus, aber da gab es ja auch noch Santjun, Iasana, Naileth und andere), aber jetzt war die Zeit des Zögerns abgelaufen. Wie jeder Band bekam auch dieser seine eigene Einleitung, seine Klimax und seine Auflösung, aber wie sollte die Klimax aussehen? Atlan löste alle Probleme mit erfahrener Hand? Nein. Er würde in die Patsche geraten, würde Opfer beklagen müssen, würde kämpfen müssen. Klaus N. Frick hatte notiert: Tipa rettet Atlan, und die ganze Zeit quälte mich die Frage, wie um Himmels Willen Tipa denn nun eigentlich zur richtigen Zeit am richtigen Ort würde auftauchen können, ohne als "Deus ex machinae" zu wirken ...
Ah, Calipher-SIM!
Calipher-SIM löste sich wie erwähnt in Band 4 von Atlan und traf auf Tipa. Damals erschien es mir eine gute Idee zu sein, ausgerechnet diese beiden Charaktere aufeinander loszulassen. Damit aber wurde Calipher-SIM zu einem starken, verbindenden Element, das ich jetzt für Band 6 Sprung ins Jenseits von Achim Mehnert nutzen konnte. Denn Calipher-SIM kannte ja eine Menge Hintergründe, und er hatte eigene Interessen, und er förderte Tipas Interessen - und plötzlich saßen sie alle, Atlan, Santjun, Tipa und Calipher-SIM,  in jenem versunkenen Monolithen von Chonosso, und alles fügte sich.
Calipher-SIM war, so sagt Wikipedia, zu Checkhovs Pistole geworden (der Schriftsteller, nicht der Steuermann der Enterprise): Ein beiläufig eingefügtes Handlungselement, das plötzlich handlungstragend wird.
Vom Lokalkolorit, dessen Tod dem Autor die Möglichkeit für etwas Tragik eröffnen sollte, über den Retconn, den Statisten, Protagonisten, Plot-Voucher bis hin zu "Chekhovs Pistol" -  das nennt man Karriere.
Mal sehen, wo sie einmal enden wird ...